Märkte Commerzbank-Aktie springt fast 20 Prozent

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Auftakt des neuen Quartals deutlich zugelegt. Rückenwind kommt von der Wall Street - obwohl die jüngsten Konjunkturdaten gemischt ausfallen. Neue Bad-Bank-Pläne beflügeln unterdessen die Aktie der Commerzbank.

New York/Frankfurt am Main- Gestützt auf Kursgewinne der US-Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch fest geschlossen. Der Leitindex Dax  gewann 2 Prozent auf 4905 Zähler. Der MDax stieg um 2,1 Prozent und der TecDax legte um 1,2 Prozent zu.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA lieferten Börsianern zufolge unterschiedliche Signale. So waren die Bauausgaben im Mai zwar stärker als erwartet gefallen. Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe war im selben Monat aber weiter leicht gestiegen. Zudem hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im Juni etwas stärker als prognostiziert aufgehellt.

Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sagte: "Es bleibt weiter spannend, ob die Konjunktur wirklich schon einen Boden gefunden hat. Derzeit sind die Konjunkturdaten derart uneinheitlich, dass es schwer ist, Prognosen zu machen. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation über das Sommerloch hinweg aufklären wird."

Mit Abstand größte Gewinner im Leitindex waren Commerzbank mit einem Plus von 18,6 Prozent. Nach dem Entgegenkommen des Bundes beim Bad-Bank-Modell schöpften Anleger Hoffnung auf ein Ende der Krise bei der zweitgrößten deutschen Bank.

Das Xetra-Handelsvolumen im Dax stieg auf 109,6 (Dienstag 87,9) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich wie am Vortag auf 2,3 Milliarden Euro.

Dow Jones zeigt sich erholt - Ölwerte gefragt

An der Wall Street lag der der Dow Jones bei Xetra-Handelsschluss in Europa 1,2 Prozent höher, der Nasdaq Composite stieg 1,3 Prozent. Vor allem Öl- und Energiewerte waren gefragt.

Grund für den Optimismus an der Wall Street: Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 44,8 von 42,8 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte. Damit erreichte der Index den höchsten Stand seit zehn Monaten. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 44,5 Punkte gerechnet.

Allerdings fielen die Arbeitsmarktdaten schlechter als erwartet aus. Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge sank die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft um 473.000. Das war zwar der geringste Stellenabbau seit Oktober 2008. Von Reuters befragte Analysten hatten jedoch nur mit einem Minus von 393.000 gerechnet.

Bad-Bank-Pläne beflügeln Commerzbank

Commerzbank: Auslagerung der Giftpapiere?

Heraus ragten Commerzbank-Aktien mit Kursaufschlägen von knapp 20 Prozent. Nach dem Entgegenkommen des Bundes beim Bad-Bank-Modell schöpften Anleger neue Hoffnung auf ein Ende der Krise bei der zweitgrößten deutschen Bank. Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass Institute wie die Commerzbank das neue Modell des Bundes für die Auslagerung von risikoreichen Papieren doch noch nutzen, erklärten Analysten von Morgan Stanley  in einer Kurzstudie.

Das vorgesehene Konzept räume Banken Spielraum ein, bei bereits wertberichtigten Papieren von Wertsteigerungen zu profitieren. Damit werde das Kapital entlastet. Auch die Titel der Postbank  legten mehr als 5 Prozent zu. Beide Institute hatten bereits erklärt, der Nutzung einer solchen Auffanglösung für toxische Wertpapiere grundsätzlich offen gegenüberzustehen.

Europaweit waren besonders Stahl- und Einzelhandelswerte gefragt. Für das große Interesse an europäischen Einzelhandelsaktien sorgten Nachrichten von Carrefour und der britischen Kette Marks & Spencer . Die französische Supermarktkette hatte ein Sparprogramm zur Ankurbelung des Gewinns angekündigt. "Offenbar wird da auch bei Metro noch Sparpotenzial gesehen", sagte ein Börsianer.

Bei den Rohstofftiteln sorgten Preiserhöhungen von ThyssenKrupp für ein erhöhtes Anlegerinteresse. Der Konzern kann offenbar zum ersten Mal seit Herbst seinen Stahl teurer verkaufen. Die Nachricht belebte branchenweit Hoffnungen auf einen steigenden Absatz. ThyssenKrupp legten mehr als zwei Prozent zu, die Aktien des kleineren Konkurrenten Salzgitter  stiegen ebenfalls.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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