Börse Ölpreis und Aktienkurse fallen

Trotz positiver Konjunkturdaten hat sich die Wall Street zum Wochenschluss mit Abschlägen präsentiert. Zu schaffen machte den US-Börsen unter anderem der sinkende Ölpreis, der die Aktien der Branchengiganten Chevron und Exxon Mobil in den Keller schickte.

New York - Die US-Börsen schlossen heute schwächer. Der Dow Jones  gab zum Handelsschluss um 0,5 Prozent auf 8430 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 0,2 Prozent auf 918 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq  behauptete sich mit 1837 Punkten.

Neue Konjunkturdaten zeigten zwar einen leichten Anstieg der US-Konsumausgaben. Eine unerwartet starke Zunahme der Sparquote auf 6,9 Prozent und damit den höchsten Stand seit Dezember 1993 wurde vom Markt jedoch negativ bewertet. "Wir brauchen Leute, die ihr Geld auch ausgeben, um die Konjunktur am Laufen zu halten", erklärte Joe Kinahan vom Online-Broker Thinkorswim den Abwärtstrend.

Bei den Einzelwerten gerieten die Aktien des Airbus-Konkurrenten Boeing unter Druck. Boeing erlitt einen weiteren Rückschlag beim Prestigeprojekt 787: Nachdem der US-Flugzeugbauer erst vor wenigen Tagen den Erstflug seines Dreamliners zum fünften Mal verschoben hatte, stornierte die australische Fluglinie Qantas 15 Maschinen des Typs. Die Abnahme 15 weiterer 787 verschoben die Australier um vier Jahre. Die Boeing-Aktie fiel 2,1 Prozent.

Der Baukonzern KB Home verbuchte einen unerwartet großen Verlust. Zugleich sieht das Unternehmen aber Anzeichen, dass sich der Negativtrend auf dem Häusermarkt abschwächt. Das Smartphone Pre macht dem unter Verlusten leidenden US-Konzern Palm  Hoffnung. Die Nachfrage nach dem neuen High-Tech-Gerät übertreffe die Erwartungen, teilte das Unternehmen mit. Der Quartalsverlust fiel deutlich geringer aus als von Experten erwartet, der Umsatz lag höher. Palm-Aktien schossen um über 15 Prozent nach oben. Im Schlepptau von Palm legten auch die Dividendenpapiere der Konkurrenten Apple  und Research in Motion  (RIM) jeweils um knapp 2 Prozent zu.

Die Aktien der beiden Ölriesen Chevron  und Exxon Mobil standen indes auf den Verkaufslisten der Börsianer, nachdem der Ölpreis unter 70 Dollar je Fass gefallen war. Chevron-Anteilsscheine verbilligten sich um 1,1 Prozent, Exxon-Papiere um 1,2 Prozent.

Nach dem Tod von Popstar Michael Jackson hat ein Ansturm auf seine Alben eingesetzt. Davon profitierte der Internet-Versender Amazon . Auf seiner Website belegten Jackson-Alben wie "Thriller" binnen Stunden nach Bekanntwerden des Todes die ersten 15 Plätze. Die Amazon-Aktie notierte zuletzt 1,5 Prozent im Plus. Unangefochtene Nummer eins war dabei das zum 25-jährigen Jubiläum neu aufgelegte "Thriller"-Album aus dem Jahr 1982. Auf Platz zwei folgte die 1979 erschienene Platte "Off the Wall" vor dem Album "Bad" von 1987. Auf Platz zehn rangierte sein letztes Studioalbum "Invincible" aus dem Jahr 2001.

Bei den übrigen Alben handelt es sich überwiegend um verschiedene Zusammenstellungen seiner Solo-Hits oder seiner Arbeit mit den Jackson 5. Jackson verkaufte nach Angaben seiner Plattenfirma Sony Music weltweit geschätzte 750 Millionen Tonträger. Allein 50 Millionen Mal fand "Thriller" einen Käufer, das damit das meistverkaufte Album der Welt ist. Jackson habe mit seiner Kunst und Anziehungskraft die Musik-Landschaft für immer verändert, sagte Sony-Chef Howard Stringer.

Dax schließt im Minus

Die Anleger an den Aktienmärkten sind am Freitag skeptisch geblieben. Der Dax  schloss 0,5 Prozent im Minus bei 4776 Punkten. "Es fehlt einfach das Vertrauen in den Markt", sagte ein Händler. Auf Wochensicht gab der Dax 1,3 Prozent nach, notiert jedoch noch immer gut ein Drittel über seinem Jahrestief von März.

Als Stütze für den Dax erwiesen sich die Volkswagen-Aktien , die den Leitindex mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 246,40 Euro anführten. "Es wird weiter darauf spekuliert, dass Katar direkt bei VW einsteigt", sagte ein Händler.

Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Hannover Rück  mit einem Abschlag von ebenfalls 2,9 Prozent auf 25,26 Euro. Das Xetra-Handelsvolumen im Dax fiel auf 82,5 (Donnerstag: 92) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,2 (2,3) Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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