Kursrutsch Dow Jones und Dax auf Tauchstation

Der New Yorker Aktienmarkt ist mit kräftigen Verlusten in die Woche gestartet. Anleger zeigten sich beunruhigt über schwache Konjunkturdaten aus den USA. Der Dow Jones notiert zum Handelsende 2,1 Prozent schwächer. In Frankfurt hatte der Dax am Nachmittag bereits 3,5 Prozent verloren.

Frankfurt am Main - Belastet von enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Montag sehr schwach geschlossen. So trübte sich die Stimmung unter den Häuserbauern im Juni überraschend ein und auch die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York fielen entgegen den Erwartungen. "Es zeigt sich, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Konjunkturdaten zuletzt erholt haben, nachlässt", sagte Marktstratege Michael Sheldon von RDM Financial. Zudem lastete ein stärkerer Dollar auf den Rohstoffpreisen und den entsprechenden Titeln.

Der Dow Jones  schloss mit minus 2,1 Prozent auf 8612,13 Zählern. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 2,38 Prozent auf 923,72 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq  verlor der Composite-Index 2,28 Prozent auf 1816,38 Zähler.

Gewinnmitnahmen hatten auch den Dax  am Montag zum Handelsschluss deutlich ins Minus gedrückt. Nach skeptischen Aussagen aus der deutschen Industrie und negativ aufgenommenen Äußerungen der EZB hätten die Anleger Kasse gemacht, sagten Börsianer. Der deutsche Leitindex war bereits am Vormittag unter die Marke von 5000 Zählern gerutscht und verbuchte schließlich einen satten Abschlag von 3,54 Prozent auf 4.889,9 Punkte. Der MDax  sank um 2,69 Prozent auf 5797,1 Zähler, für den TecDax  ging es um 3,34 Prozent auf 632,53 Punkte nach unten.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, befürchtet eine Verschlimmerung der Krise in der deutschen Industrie durch die anhaltende Kreditklemme. "Wenn wir den gesamten Restrukturierungsbedarf der Banken sehen, fürchten wir schon, dass es in den nächsten Wochen mit der Kreditversorgung der Wirtschaft eher noch schwieriger wird", sagte er dem "Handelsblatt".

Auch Stimmen aus den Vorständen von Siemens  oder Bayer  waren sehr zurückhaltend. Die Anleger trennten sich insofern vor allem von stark konjunkturabhängigen Papieren, die zuletzt besonders gut gelaufen seien, kommentierte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Zudem schätzt die Europäische Zentralbank den Abschreibungsbedarf für Banken aus der Eurozone von jetzt an bis Ende 2010 auf 283 Milliarden US-Dollar. Diese konkrete Zahl könnte auch einige Anleger zu Gewinnmitnahmen bei Finanzinstituten veranlasst haben, meinten Börsianer

Zusätzlicher Druck auf die Kurse in Frankfurt kam aus New York, wo der Aktienhandel schon im Minus gestartet war.

In Frankfurt trennten sich die Anleger vor allem von stark konjunkturabhängigen Papieren, die zuletzt besonders gut gelaufen seien, kommentierte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Zudem schätzt die Europäische Zentralbank den Abschreibungsbedarf für Banken aus der Eurozone von jetzt an bis Ende 2010 auf 283 Milliarden US-Dollar. Diese konkrete Zahl könnte auch einige Anleger zu Gewinnmitnahmen bei Finanzinstituten veranlasst haben, meinten Börsianer.

Entsprechend unter Druck standen die Bankaktien. Die Titel der Commerzbank  etwa verloren 6,42 Prozent auf 5,10 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank  sanken um 5,83 Prozent auf 44,56 Euro.

Autowerte verlieren

Unter den Industriewerten verbilligten sich die Titel von Bayer  um 4,14 Prozent auf 39,82 Euro. Der Vorstandsvorsitzende der Bayer Schering Pharma AG, einer Ertragssäule des Konzerns, sieht auch sein Unternehmen von der globalen Wirtschaftskrise getroffen. "Der Preisdruck in der Pharmabranche nimmt zu", sagte Vorstandschef Andreas Fibig dem "Tagesspiegel". Die Krise mache sich vor allem in Märkten bemerkbar, in denen Patienten ihre Medikamente selber zahlen müssten. Auch für die Siemens-Aktien  ging es um 4,75 Prozent auf 51,53 Euro nach unten, da Vorstandschef Peter Löscher kein Ende der Wirtschaftskrise sieht. Es gebe noch keine verlässlichen Anzeichen einer Bodenbildung, wird er in "The Times" zitiert.

Automobilwerte zählten ebenfalls zu den größten Verlierern im Dax. Die Daimler-Titel  sackten am Ende des Leitindex um 6,51 Prozent auf 25,99 Euro ab, und für die Papiere von BMW  ging es um 4,47 Prozent auf 27,915 Euro nach unten. Händler verwiesen als Belastung auf einen negativ aufgenommenen "Handelsblatt"-Bericht (HB), wonach die Mehrzahl der Autozulieferer sich auf weitere Pleiten unter den Automobilkonzernen einstellt.

Die Adidas-Papiere  hingegen stemmten sich gegen den negativen Trend und verloren nur 0,56 Prozent auf 26,72 Euro. Der Sportartikelhersteller profitiere als Defensivwert von der aktuellen Schwäche der konjunktursensiblen Werte, sagte Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. "Wenn zugleich bekannt wird, dass ein prominenter US-Fonds wie der Euro Pacific Growth Fund seinen Anteil an Adidas aufstockt, wirkt dies - gerade in einem schwachen Markt - positiv", fuhr der Experte fort.

Hoffnungsschimmer bei Arcandor

Im MDax richteten sich die Blicke erneut auf Arcandor  - die Aktien legten um 1,32 Prozent auf 0,77 Euro zu. Presseberichte vom Wochenende schürten wieder Hoffnung auf eine Rettung und diese "treiben das inzwischen reine Zockerpapier nach oben", sagte ein Händler. Die Titel der Deutschen EuroShop verteuerten sich an der Indexspitze um 2,71 Prozent auf 23,13 Euro. Börsianer verwiesen auf technische Impulse, nachdem die seit Januar gültigen Höchststände bei rund 23 Euro überwunden wurden.

Abseits der großen Indizes veränderten sich Porsche-Aktien  trotz konkretisierter Fantasie auf den Einstieg eines Investors aus Katar kaum. Wie die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter Berufung auf Bankenkreise berichtet steht der Einstieg des Emir von Katar unmittelbar bevor. Der Scheich will demnach 25 Prozent an Porsche.

Einem Händler zufolge kommt die Entwicklung nicht ganz überraschend. Der Bericht passe auch zu einem Bericht in DER SPIEGEL, demzufolge die Familien Porsche-Piëch mehrheitlich für Einstieg von Katar sind. Das Emirat könnte sich laut dem Magazin über eine Kapitalerhöhung, die ein Volumen von vier bis fünf Milliarden Euro umfassen dürfte, gut 25 Prozent sichern.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Dax: Die Risiken steigen

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