Märkte GM-Insolvenz lässt Börsen kalt

Amerikas größter Industriekonzern meldet Insolvenz an, und die Börsen rührt das kaum. Zu positiv sind die übrigen Signale im ruhigen Feiertagsgeschäft - unter anderem aus der Autoindustrie. So feiert der Dax ein neues Jahreshoch.

Frankfurt/Main - Beflügelt von der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung haben die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Pfingstmontag kräftig zugelegt. Der Dax  schloss mit einem Plus von 4,08 Prozent auf 5142,56 Punkte mit einem Jahreshoch, im Handelsverlauf war er zeitweise bis auf 5156 Punkte gestiegen. Für den MDax  ging es um 3,91 Prozent nach oben auf 5969,75 Punkte. Der TecDax  rückte um 2,90 Prozent auf 649,18 Zähler vor.

Insgesamt sei das Handelsvolumen am Pfingstmontag sehr dünn gewesen, erklärte ein Händler. Entsprechend habe es nicht viel gebraucht, um den Dax über sein bisheriges Jahreshoch bei 5111,02 Zählern zu hieven. Freundliche Vorgaben aus Asien und den USA hatten bereits am Vormittag für Kauflaune am deutschen Aktienmarkt gesorgt.

Am Nachmittag gaben positive US-Konjunkturdaten den entscheidenden Schub. In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Zudem sei mit dem Insolvenzantrag des einst weltgrößten Autobauers General Motors (GM)  ein Stück Unsicherheit aus dem Markt gewichen, hieß es an der Börse.

Im Dax waren Börsianern zufolge vor allem Werte gefragt, die von einer möglichen konjunkturellen Erholung besonders profitierten würden. Unter den Automobil- und Maschinenbauern etwa stiegen die Papiere von MAN  um 7,61 Prozent auf 46,37 Euro, Aktien von BMW  gewannen 6,01 Prozent auf 26,92 Euro.

Daimler-Aktien  legten um 8,41 Prozent auf 28,025 Euro zu. Börsianer begründeten die Aufschläge mit Medienberichten, wonach der Emir von Katar weiterhin an dem Sportwagenbauer Porsche  oder einem anderen deutschen Automobilhersteller interessiert sei. Porsche- Aktien rückten um 4,81 Prozent auf 44,91 Euro vor. Im MDax sprangen die Titel des Automobilzulieferers Leoni  mit einem Plus von 14,27 auf 12,65 Euro an die Indexspitze.

STahltitel gefragt

Auch Stahltitel waren gefragt. Die Aktien von ThyssenKrupp  zum Beispiel rückten um 7,78 Prozent auf 19,39 Euro vor, und die Papiere des Wettbewerbers Salzgitter  verteuerten sich um 4,57 Prozent auf 68,94 Euro. Händler verwiesen auf die Hoffnung einer Nachfragebelebung aus China, die auch Auslöser für deutlich höhere Rohstoffpreise gewesen sei.

Die Titel von Arcandor  kletterten 10,47 Prozent auf 2,11 Euro. Um die Rettung des Karstadt-Mutterkonzerns gibt es weiter Streit. Während sich die SPD um Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Franz Müntefering angesichts drohender Jobverluste und verödender Innenstädte grundsätzlich für staatliche Hilfen stark macht, warnt die Union vor voreiligen Versprechungen und Wettbewerbsverzerrungen. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick sieht unterdessen weiter Chancen für eine Staatsbürgschaft.

Die im SDax  gelisteten Titel von Vivacon  brachen um 31,13 Prozent auf 1,04 Euro ein. Das Immobilienunternehmen befindet sich laut einer Mitteilung vom Freitagabend wegen der anhaltenden Kapitalmarktkrise in einer akuten Liquiditätskrise.

Der EuroStoxx 50  schloss 3,51 Prozent höher bei 2537,35 Zählern. Auch die Indizes in Paris und London legten kräftig zu. An der New Yorker Börse präsentierten sich die Indizes zum Börsenschluss in Europa ebenfalls deutlich im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,27 (Freitag: 3,26) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,11 Prozent auf 121,26 Punkte. Der Bund Future fiel aber um 0,62 Prozent auf 119,04 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4220 (1,4098) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7032 (0,7093) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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