Börsenschluss Salzgitter als Dax-Spitzenreiter

Am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag die Optimisten knapp durchgesetzt. Mit Unterstützung von Kursgewinnen an der Wall Street arbeitete sich der Dax in den letzten beiden Handelsstunden nach oben und schloss 0,2 Prozent höher bei 4738 Zählern.

Frankfurt am Main - Der deutsche Leitindex Dax  hat am Donnerstag am Rockzipfel der Wall Street noch kurz vor Handelsschluss den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Der Dax schloss mit plus 0,2 Prozent auf 4738 Zähler. Für den MDax  ging es um 1,8 Prozent auf 5488 Punkte nach oben, der TecDax  stieg um 1,7 Prozent auf 594 Zähler.

Gefragt waren nach mit Erleichterung aufgenommenen Quartalszahlen die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter , die über 5 Prozent auf 52 Euro zulegten und damit den Leitindex anführten.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien von K+S  mit einem Minus von 5,2 Prozent auf 44,85 Euro.

Die Pharmabranche war hingegen am Donnerstag gefragt. Die Aktien von Stada  kletterten nach ihrer Zahlenvorlage um über 10 Prozent auf 16,89 Euro. Der Generikahersteller habe besser abgeschnitten als erwartet und zudem die Prognosen für 2009 bestätigt das alles wirke positiv, sagte ein Börsianer. "Trotz des Gewinnrückgangs um 20 Prozent war das erste Quartal eines der besseren für Stada", urteilte Equinet-Analyst Martin Possienke. Celesio-Titel  gewannen 5,9 Prozent auf 18,60 Euro. Die Börse honorierte zu den überraschend starken Zahlen den bestätigten Ausblick des Pharmahändlers.

"Das Hin und Her wird uns noch eine Weile erhalten bleiben", vermutete Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Die Anleger, die auf steigende Kurse setzen, nutzen weiterhin jede Kursschwäche zum Aufbau von Positionen." Derzeit werde mit einem Zeithorizont von sechs Monaten auf ein Ende der Rezession gehofft. Die überraschend stark gestiegene Zahl der Erstanträge in den USA bremste den Markt allerdings etwas. Der Helaba zufolge ist es noch zu früh, um das Ende der Rezession in den USA auszurufen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen habe ihren Höhepunkt noch nicht überschritten.

ProSiebenSat.1 gewinnen zweistellig

Titel von ProSiebenSat.1  kletterten um 13,4 Prozent auf 3,38 Euro, nachdem der TV-Konzern dank strikter Kostenkontrolle operativ mehr verdient hatte als erwartet. In der Baubranche mussten Anleger ein gemischtes Bild verdauen. Aktien von Hochtief  legten nach Zahlen um 5,5 Prozent auf 34,64 Euro zu. Analyst Ingbert Faust von Equinet hob die Entwicklung im ersten Quartal und den bestätigten Ausblick positiv hervor. Händlern zufolge bremsten allerdings die von der australischen Tochter Leighton gekappten Ziele etwas. HeidelbergCement  stürzten derweil um 14,4 Prozent auf 30,71 Euro ab und waren damit MDax-Schlusslicht. Händler verwiesen auf anhaltende Finanzierungsprobleme des hoch verschuldeten Baustoffkonzerns.

Solarwerte strahlen

Unterdessen glänzten im TecDax  insbesondere Titel der Solarbranche. Aktien von Centrotherm  stiegen an der Indexspitze nach überraschend positiven Zahlen mit plus 12,7 Prozent auf 32,43 Euro. Auch die Titel des auf Solartechnik spezialisierten Anlagenbauers Roth & Rau legten kräftig um 6,8 Prozent auf 19,21 Euro zu. "Die Zahlen sind wirklich ausgesprochen stark und deutlich über den Erwartungen ausgefallen", sagte Analyst Götz Fischbeck von der BHF-Bank.

Eurostoxx 50 leicht im Minus

Die Börsen in Europa schlossen uneinheitlich. Für den EuroStoxx 50  ging es um 0,2 Prozent auf 2353 Zähler runter. In Paris und London gab es derweil Gewinne.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,08 (Vortag: 3,14). Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 121,65 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,33 Prozent auf 121,72 Punkte vor. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3563 (1,3623) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7373 (0,7341) Euro.

US-Börsen legen zu

Die US-Börsen haben am Donnerstag trotz anhaltender Konjunktursorgen zugelegt. Die Anleger kehrten in zuletzt unter Verkaufsdruck stehende Branchen zurück und stiegen vor allem bei vermeintlich sicheren Werten wie dem Getränkhersteller Coca-Cola  oder dem Arzneimittelkonzern Pfizer  ein. Trotz schlechter Daten vom Arbeitsmarkt legte der Dow Jones  im Mittagshandel 0,5 Prozent auf 8324 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 0,8 Prozent auf 891 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  legte 1,3 Prozent auf 1685 Stellen zu.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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