Märkte Konjunkturhoffnung beflügelt US-Börsen

Erste Anzeichen auf ein Abebben der Rezession haben den US-Börsen Gewinne beschert. Zur positiven Stimmung trugen auch eine Reihe von Konjunkturdaten bei. Zudem legten Unternehmen aus verschiedensten Branchen Zahlen vor, die besser ausfielen als vom Markt erwartet.

New York - Der Dow Jones  gewann 2,1 Prozent auf 8185 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 8017 und 8257 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 2,2 Prozent auf 873 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  gewann 2,3 Prozent auf 1711 Punkte. Auch der Dax  in Frankfurt legte dank positiver Unternehmenszahlen zu und schloss 2,1 Prozent fester bei 4704 Punkte.

Trotz eines Einbruchs des US-Bruttoinlandsprodukts, der mit 6,1 Prozent deutlich stärker ausfiel als erwartet, blieben die Händler optimistisch. Die Zahlen sähen dramatischer aus als sie seien, sagte Marktstratege Michael Darda. Bemerkenswerter sei, dass die Konsumausgaben höher als erwartet gewesen seien.

Positiv bewerteten Analysten zudem, dass die Unternehmen ihre Lager im Rekordtempo abgebaut haben. Die Bestände schrumpften um 103,7 Milliarden Dollar im Vergleich zum vierten Quartal. "Die Lagerbestände sind nun so gering, dass die Unternehmen wieder verstärkt produzieren werden", sagte Händler Paul Nolte. "Viele glauben, dass das Schlimmste vorbei ist und es jetzt wieder aufwärtsgeht." Auch die Fed schlug einen positiven Ton an: Trotz des massiven Einbruchs der Wirtschaftsleistung gebe es erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur, erklärte sie.

Der Reifenhersteller Goodyear  gehörte trotz eines Quartalsverlustes von 333 Millionen Dollar im ersten Vierteljahr zu den Gewinnern des Tages. Händler hatten angesichts der Autokrise offenbar noch schlechtere Zahlen befürchtet und griffen bei Goodyear-Papieren zu. Die Aktie schoss über 10 Prozent nach oben. Vom gestiegenen Ölpreis, der auf über 50 Dollar für ein Fass US-Leichtöl kletterte, profitierten Energiekonzerne. Die Papiere des Branchenriesen Exxon Mobil gewannen 2 Prozent, die des Rivalen Chevron  2,4 Prozent.

Dax schließt im Plus

Positive Geschäftszahlen einiger Großkonzerne wie Siemens  und Santander  haben den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch Auftrieb gegeben. Für zusätzlichen Schub sorgten positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten. Der Dax  beendete den Tag 2,1 Prozent im Plus bei 4704 Punkten. Der MDax  gewann 2,6 Prozent auf 5439 Punkte. Der Technologieindex TecDax  rückte um 3,6 Prozent auf 569 Zähler vor.

"Im Augenblick drängen viele Anleger in den Markt, weil sie Angst haben, den Zug zu verpassen," sagte ein Händler. "Charttechnisch befinden wir uns am Scheideweg. In den vergangenen Tagen hat der Dax die Marke von 4700 Punkten mehrmals getestet. Wenn er diese Hürde nachhaltig überwinden kann, ist der Weg frei bis 5090 Zähler."

Auch an der Wall Street prägte Optimismus das Bild, obwohl die US-Wirtschaft im abgelaufenen Quartal überraschend stark geschrumpft war. Börsianer wiesen darauf hin, dass die Konsumausgaben unerwartet deutlich gestiegen seien. Außerdem hellten positive Quartalsbilanzen von Unternehmen wie Time Warner  die Stimmung auf. Die Papiere des Unterhaltungskonzerns legten 4,2 Prozent auf 22,69 Dollar zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones  lag bei Börsenschluss in Deutschland 2,2 Prozent im Plus.

Die Aktien von Siemens  stiegen um 8,2 Prozent auf 53,32 Euro. Damit ging rund ein Drittel des Dax-Anstiegs auf das Konto des Index-Schwergewichts. Dank einer starken Entwicklung der Energiesparte hatte der Technologiekonzern ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vorgelegt. Santander , die größte Bank der Euro-Zone, steigerte ihren Gewinn im abgelaufenen Quartal stärker als erwartet. Daraufhin legten die Papiere in Madrid 6,1 Prozent auf 6,96 Euro zu. Commerzbank  stiegen um 3,4 Prozent auf 5,09 Euro. Titel der Deutschen Bank  brachten es noch auf Plus von 2 Prozent.

Den Tourismus- und Luftfahrtwerten gaben Börsianern zufolge Käufe von Schnäppchenjägern Auftrieb. Dieser Sektor hatte in den vergangenen Tagen wegen der Furcht vor den wirtschaftlichen Belastungen durch die Schweinegrippe unter Verkaufsdruck gestanden. Die Lufthansa gab außerdem am Nachmittag Geschäftszahlen bekannt. Sie rutschte zwar im ersten Quartal in die roten Zahlen. Das Minus fiel aber geringer aus als befürchtet. Die Aktien der größten deutschen Fluggesellschaft legten 7,1 Prozent auf 9,38 Euro zu. Die Titel des Konkurrenten British Airways stiegen um 3,8 Prozent.

Bayer und SAP bleiben hinter den Erwartungen zurück

Schlusslicht im Dax waren Bayer . Das schwache Quartalsergebnis der Kunststoff-Sparte hatte zu einem überraschend starken Gewinneinbruch geführt. Außerdem rückte der Pharma- und Chemiekonzern von seinen Gesamtjahreszielen ab.

Bayer-Aktien fielen um 3,3 Prozent auf 37,37 Euro. Bei SAP reagierten Anleger enttäuscht auf die niedrigen Softwareverkäufe. Die Lizenzumsätze waren um ein Drittel zurückgegangen. SAP  notierten am Abend 2,1 Prozent im Minus bei 29,50 Euro.

Unter Verkaufsdruck standen auch die Papiere von Volkswagen , die sich um 0,9 Prozent auf 241 Euro verbilligten. Der Wolfsburger Autobauer war mit seiner Kernmarke VW zwar im ersten Quartal operativ in die roten Zahlen gerutscht. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen dennoch weiterhin mit einem Gewinn.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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