Wochenausblick Hoffen auf weitere Belebung

Nach der jüngsten Stimmungsaufhellung an den Märkten dürften Optimisten in der neuen Börsenwoche die Oberhand behalten. Die Aktienmärkte bleiben jedoch stark schwankungsanfällig, denn die anlaufende Berichtssaison birgt auch Ertragsenttäuschungen.

Frankfurt am Main/New York - "Die Hoffnung, dass die Krise in den USA langsam ein Ende findet, lässt Anleger mutiger werden und verstärkt zu Aktien greifen", sagt Tobias Basse von der NordLB. Quartalszahlen der US-Großbanken hätten die Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung geschürt, was Investoren risikofreudiger stimme. Auch die US-Notenbank Fed sieht Anzeichen, dass sich der Abwärtstrend der Wirtschaft verlangsamt. Positive Konjunkturdaten könnten Analysten zufolge die Märkte zusätzlich unterstützen.

Am Freitag hatte der Dax  1,5 Prozent höher bei 4676,84 Punkten geschlossen. Damit legte der Leitindex im Vergleich zum Gründonnerstag 4,1 Prozent zu und verbuchte so seine sechste Gewinnwoche in Folge - die längste Serie seit rund zwei Jahren.

Mittelfristig dürften die Aktienmärkte Experten zufolge wegen einer durchwachsenen Quartalssaison aber weiter stark schwanken. So sind die Analysten der Landesbank Berlin trotz der aufgehellten Stimmung an den Aktienmärkten für die kommenden Monate vorsichtig und rechnen mit weiteren Abwärtsrisiken. "Die gerade anlaufende Berichtssaison dürfte von Ertragsenttäuschungen und ausbleibenden Ausblicken geprägt sein. Auch die Kursexplosion der Bankaktien halten wir für übertrieben, da - wie die Q1-Zahlen von UBS  zeigen - die Institute in den nächsten Monaten mit weiteren Problemen sowie den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen haben werden", erklärten die LBB-Analysten.

Bilanzsaison gewinnt an Fahrt

Auch die neue Woche wird im Zeichen der Berichtssaison stehen. Mit Spannung blicken Anleger auf die Quartalszahlen von US-Firmen: Von den 30 im Leitindex Dow Jones  notierten Unternehmen erstatten allein elf in den nächsten Tagen Bericht und legen damit Rechenschaft darüber ab, ob die in den steigenden Kursen eingepreisten Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren.

Dazu gehören Bank of America , IBM  und Texas Instruments  (Montag), Yahoo  (Dienstag) und Microsoft  (Donnerstag). Zudem legen Schwergewichte der Pharmabranche Zahlen auf den Tisch: Eli Lilly (Montag), Schering Plough, Merck & Co  (Dienstag) und Amgen  (Donnerstag) in den USA sowie GlaxoSmithKline  (Mittwoch) in Großbritannien. Aus der Schweiz werden Zahlen von Credit Suisse  (Donnerstag) und Nestlé  (Mittwoch) erwartet. In Europa stehen zudem die Geschäftszahlen von Peugeot  und Fiat  auf dem Terminkalender. In Deutschland lassen sich unter anderem Praktiker , MTU , Software AG  und Wincor Nixdorf  in die Bücher schauen.

Zudem stehen in der kommenden Woche Hauptversammlungen im Fokus: In Deutschland eröffnet am Montag Henkel  den Wochenreigen der Hauptversammlungen. Allerdings hat der Konsumgüter bereits vorläufige Quartalseckdaten bekannt gegeben, die einen operativen Gewinneinbruch belegten. Am Dienstag meldet sich die Deutsche Post  zu Wort, nachdem der Logistiker schon mitgeteilt hat, die ersten zwei Monate 2009 dürften nicht schlechter gelaufen sein als das Schlussquartal 2008. Tags darauf stehen die Hauptversammlungen von Münchener Rück  und RWE  auf dem Plan. Bei Volkswagen  findet ebenfalls am Mittwoch eine Aufsichtsratssitzung statt, bevor der Autobauer am Donnerstag seine Hauptversammlung abhält. Die Lufthansa-Führung steht den Aktionären am Freitag Rede und Antwort.

ZEW- und Ifo-Index im Blick

Auf der Konjunkturseite werden aus den USA der Index der Frühindikatoren für März am Montag und die Auftragseingänge langlebiger Güter für März am Freitag erwartet. Diese dürften neue Hinweise bringen, wie es um die US-Konjunktur bestellt ist.

Von großem Interesse sind hierzulande die April-Daten des ZEW-Index (Dienstag) und des Ifo-Geschäftsklimaindex (Freitag). "Bei beiden rechnen wir mit einer Verbesserung der Erwartungskomponente, die sich positiv für den Markt auswirken dürfte", sagte Basse. Die Analysten der Postbank  urteilten: "Eine weitere Verbesserung würde zumindest eine beginnende konjunkturelle Stabilisierung nachdrücklicher untermauern."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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