Märkte US-Börsen gewinnen zum Wochenausklang

Angesichts guter Konjunkturdaten sind die wichtigsten US-Aktienindizes mit moderaten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Deutschlands Aktienmarkt legte ebenfalls zu: Der Leitindex Dax verbuchte damit seine sechste Gewinnwoche in Folge.

Frankfurt am Main/New York - Die US-Börsen haben zum Wochenausklang leichte Gewinne verzeichnet. Neben überraschend positiven Daten zum US-Verbrauchervertrauen hofften die Anleger nach Vorlage der Quartalsergebnisse von General Electric  und Citigroup  auf weitere Anzeichen einer baldigen Konjunkturerholung.

Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher bei 8131 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 8190 und 8086 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,5 Prozent auf 869 Zähler. Die Nasdaq  kletterte um 0,2 Prozent auf 1673 Stellen. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax  mit einem Plus ins Wochenende.

Neue Konjunkturzahlen fachten bei den Anlegern die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Rezession an. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich überraschend deutlich gebessert.

Einer der Verlierer am Markt war am Freitag die Aktie der Citigroup. Nach Goldman Sachs  und J. P. Morgan Chase legte auch die ehemals größte Bank der Welt zwar einen besseren Quartalsabschluss vor als erwartet. Das Institut drückte seinen Verlust in den ersten drei Monaten des Jahres unter die Milliardenmarke nach 5,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Doch vor allem das Kreditkartengeschäft sorgte unter Anlegern für trübe Stimmung. Die Belastungen im Kreditsektor stiegen um drei Viertel auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Wie auch die Konkurrenz stellt sich die Citigroup auf weitere Ausfälle in dem Bereich ein. Die Papiere des Bankhauses rutschten um neun Prozent ab. Dagegen kletterten die Anteilsscheine der Bank of America  um 2,5 Prozent. Das Institut legt am Montag Quartalszahlen vor.

Unsicher waren sich die Anleger zunächst bei der Bewertung der Zahlen von General Electric. Der Siemens-Konkurrent wies zu Jahresbeginn einen starken Gewinneinbruch auf, was die Aktie zum Handelsauftakt belastete. Die Investoren griffen schließlich dennoch zu und hoben die Papiere um ein Prozent ins Plus. Vor allem die gute Auftragslage bei GE sorgte für Beruhigung.

Neben den Aktien von Google, die nach Vorlage der starken Quartalszahlen vom Donnerstag um rund ein Prozent zulegen konnten, wurde das Technologiewerte-Barometer Nasdaq vor allem von den Apple-Papieren gestützt. Der iPhone-Hersteller präsentiert seine Unternehmenszahlen ebenfalls in der kommenden Woche. "Apple wird wahrscheinlich positive Dinge zu berichten haben", sagte David Lutz von Stifel Nicolaus Capital Markets. Die Apple-Aktien  stiegen um 1,6 Prozent.

Dem Dax  gaben ebenfalls positive Unternehmensbilanzen und die US-Konjunkturdaten Auftrieb. Er beendete den Xetra-Handel 1,5 Prozent höher bei 4676,84 Zählern. Im Vergleich zum Gründonnerstag legte er 4,1 Prozent zu und verbuchte damit seine sechste Gewinnwoche in Folge - die längste Serie seit rund zwei Jahren. Der Leitindex reagierte vor allem mit einem Kurssprung auf die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen der Citigroup

Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg um 3,2 Prozent auf 5375,44 Zähler, der Technologiewerteindex TecDax  gewann 3,09 Prozent auf 571,38 Zähler.

Nach den Citigroup-Zahlen griffen Anleger verstärkt bei den europäischen Finanzwerten zu. Deutsche-Bank-Aktien  bauten ihre Kursgewinne aus und stiegen um 6,2 Prozent auf 41,70 Euro. In London verteuerten sich Lloyds-Titel  sogar um 16,6 Prozent auf 104,6 Pence. UBS-Papiere  legten 7,3 Prozent auf 13,98 Franken zu. Von der GE-Zwischenbilanz profitierten Siemens  und Alstom . Die Papiere der beiden Technologiekonzerne stiegen auf 48,16 beziehungsweise 48,57 Euro an.

Stark gefragt waren außerdem die Stahlwerte, die erneut von der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung profitierten. Die Aktien des weltweiten Branchenprimus ArcelorMittal  stiegen um 7,1 Prozent auf 22,11 Euro. Im Dax setzten sich Salzgitter-Aktien  mit einem Plus von 8,6 Prozent auf 57,50 Euro an die Spitze der Gewinnerliste. Im Nebenwerteindex MDax schossen die Anteilsscheine von Klöckner & Co.  sogar um 19,4 Prozent in die Höhe auf 10,6 Euro. Die Titel des Stahlhändlers hatten die Aufwärtsbewegung des Sektors am Vortag nur moderat mitgemacht.

Schlusslicht im Dax war Beiersdorf . Die Papiere des Konsumgüter-Herstellers brachen nach Bekanntgabe eines Umsatz- und Gewinneinbruchs bei der wichtigen Klebstoffsparte Tesa um 8,6 Prozent auf 31,38 Euro ein. "Die Zahlen waren im Vergleich zu anderen Unternehmen gar nicht so schlecht", sagte ein Händler. "Aber weil die Erwartungen hoch waren, wird Beiersdorf gnadenlos abgestraft."

Dank erneuter Kurssprünge bei Infineon  und Conergy  kletterte der Technologieindex TecDax auf ein Sechsmonatshoch. Börsianer konnten keinen unmittelbaren Auslöser für das aktuelle Spitzenplus von 13 beziehungsweise 26 Prozent nennen. Die Aktien der beiden waren im März auf Rekordtiefs gefallen und haben ihren Wert seither mehr als vervierfacht.

Der Euro-Kurs in Dollar  ist am Freitag den vierten Tag in Folge gefallen. Händlern zufolge belastete weiterhin die Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die europäische Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,3038 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3058 (Donnerstag: 1,3196) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7658 (0,7578) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, dpa-afx und reuters

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