Märkte Vergeblicher Zwischenspurt

Deutschlands Topaktien haben heute im Schnitt an Wert verloren. Vor allem die Finanzwerte mussten Kursverluste einstecken. Allerdings schlossen die wichtigsten deutschen Indizes deutlich über ihren Tagestiefs. Die wichtigsten US-Aktienindizes gingen uneinheitlich aus dem Handel.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch etwas schwächer geschlossen. Der Deutsche Aktienindex Dax  verlor bis Handelsschluss 0,16 Prozent und wies am Ende 4549 Zähler auf. Zwischenzeitlich war er sogar bis auf 4448 gefallen. Der MDax  kletterte dagegen um 0,4 Prozent auf 5151 Zähler und der TecDax  legte 1,6 Prozent auf 547 Punkte zu.

"Der Markt hält sich weiter sehr gut und hat sich angesichts der schwachen Vorgaben wacker geschlagen", kommentierte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank  das Geschehen an der Börse. Zum Auftakt hätten die negativen Vorgaben der Börsen aus Übersee belastet, doch habe der Markt sich davon trotz negativer Nachrichten von der UBS  und von Intel  lösen können.

Der Euro Stoxx 50  beendete den Handelstag 0,69 Prozent tiefer bei 2262,96 Zählern. Für die Leitindizes in Paris und London ging es ebenfalls nach unten.

Der US-Leitindex Dow Jones  überwand nach einem lange Zeit richtungslosen Handelsverlauf schließlich die Marke von 8000 Zählern und rückte um 1,38 Prozent auf 8029,62 Zähler vor. Damit schloss der Leitindex in der Nähe seines Tageshochs. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 1,25 Prozent auf 852,06 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite-Index  um moderate 0,07 Prozent auf 1626,80 Zähler vor. Der Nasdaq 100 sank hingegen um 0,44 Prozent auf 1.316,51 Punkte. Hier drückte laut Händlern ein enttäuschender Ausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel  auf die Stimmung.

Standardwerte profitierten den Händlern zufolge von der Hoffnung auf eine Abschwächung der US-Rezession. Anlass dazu gaben Aussagen der US-Währungshüter. In einzelnen Distrikten der Notenbank (Fed) habe es zwar erste Anzeichen einer Bodenbildung gegeben. Allerdings hat sich die Lage nach Einschätzung der Fed in den vergangenen Wochen insgesamt weiter verschlechtert. Positive Nachrichten aus dem Konsumgütersektor sorgten dort für Kauflaune.

Im Finanzsektor vermieste die Schweizer UBS  mit einem Milliardenverlust im Quartal die Stimmung. Entsprechend führten Finanztitel die Verliererliste im Dax an: Deutsche-Börse-Aktien büßten 4,6 Prozent auf 48,90 Euro ein. Titel der Deutschen Bank  ermäßigten sich um 4,3 Prozent auf 37,02 Euro und die der Commerzbank  um 3,3 Prozent auf 4,85 Euro. Zulegen konnten dagegen vor allem Henkel-Papiere , die um 2,6 Prozent auf 20,04 Euro stiegen. Gesucht waren auch Beiersdorf-  und Münchener-Rück-Aktien , die jeweils rund 2 Prozent gewannen.

In der zweiten Reihe stieg der Kurs der Premiere-Anteilsscheine  um 15,8 Prozent auf 1,54 Euro. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat eine förmliche Untersuchung wegen möglichen Insiderhandels mit Aktien der Premiere AG eingeleitet. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, steht die Prüfung im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung des Bezahlfernsehsenders vom Oktober. Infolge der Mitteilung war die Premiere-Aktie am darauf folgenden Handelstag um rund 50 Prozent eingebrochen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere von gestern 3,03 auf nunmehr 3,01 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,13 Prozent auf 122,95 Punkte. Und der Bund Future stieg um 0,42 Prozent auf 122,81 Punkte. Dagegen fiel der Euro-Kurs: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3173 (Dienstag: 1,3276) Dollar fest nach Dollar am Dienstag. Ein Dollar kostete damit 0,7591 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und dpa-afx

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