Märkte Gewinne dank positiver US-Daten

Nach überraschend guten US-Konjunkturdaten hat der deutsche Aktienmarkt erneut in positivem Terrain geschlossen. Im Kielwasser der freundlichen Wall Street verteidigte der Dax die Marke von 4000 Punkten.

Frankfurt am Main - Der Dax  ging mit einem Plus von 1,13 Prozent auf 4131,07 Zähler aus dem Handel. Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg um 2,38 Prozent auf 4531,72 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax  ging es um 1,65 Prozent auf 487,81 Punkte nach oben.

Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke zufolge sind die US-Bauausgaben im Februar nicht so stark wie befürchtet gesunken. Andere Börsianer betonten, dass sich in den USA die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im März überraschend deutlich aufgehellt hat. Geilfuß wollte den Einfluss der US-Daten jedoch nicht überinterpretieren. Vor dem am Donnerstag beginnenden G-20-Gipfel der führenden Industrienationen würden die Anleger Vorschusslorbeeren verteilen, hieß es.

Deutsche-Börse-Papiere  knüpften derweil an ihre Vortagesgewinne an und verteuerten sich um 3,09 Prozent auf 46,78 Euro. Händlern zufolge nimmt die Meldung vom Vorabend, dass der US-Hedge-Fonds Atticus seinen Anteil an dem Börsenbetreiber unter die Meldeschwelle von drei Prozent gesenkt hat, Verkaufsdruck von den Aktien. Auch der andere Großaktionär Children's Investment Fund (TCI) befindet sich Börsianern zufolge auf dem Rückzug, nachdem die Hedge-Fonds zuvor gemeinsam vergeblich eine Zerschlagung der Börse gefordert hatten.

Eine negative Studie und enttäuschende Aussagen der Kunden aus der Maschinenbauindustrie ließen dagegen Aktien von ThyssenKrupp  um 0,68 Prozent auf 13,08 Euro sinken. Morgan Stanley schraubte das Kursziel für den Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp von 16 auf 11 Euro nach unten und blieb beim Votum "Underweight". Die Gewinnwarnung habe überrascht und sei recht deutlich ausgefallen, schrieb Analyst Ephrem Ravi. Zudem geht der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nun von einem noch deutlicheren Produktionsrückgang im laufenden Jahr aus. Dies belaste auch die Aktie des Zulieferers aus der Stahlbranche, sagte Analyst Michael Bröker vom Wertpapierhandelshaus Steubing.

Im MDax  sprangen Titel der Hypo Real Estate (HRE)  um 6,45 Prozent auf 1,32 Euro hoch. Händler verwiesen auf Gerüchte, wonach eine Einigung des Bundes mit Großaktionär J.C. Flowers in punkto Entschädigung für eine mögliche Enteignung kurz bevorsteht. Angeblich sollte Flowers und den anderen Aktionären 1,85 Euro je HRE-Aktie gezahlt werden. Von einer Einigung sei nichts bekannt, hieß es dagegen aus Regierungskreisen. Von der Investorengruppe um Flowers war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Titel von Rhön-Klinkum  verteuerten sich trotz des Warnstreiks am Rhön-Klinikum Gießen-Marburg um 3,79 Prozent auf 14,53 Euro. Commerzbank-Analyst Volker Braun sieht die Reaktion auf den Streik schon in dem Kursrutsch am Vortag eingearbeitet. Der Experte beließ sein Votum für die Aktien des Klinikbetreibers auf "Buy" mit dem Ziel 19 Euro. Die historisch niedrige Bewertung biete eine perfekte Kaufgelegenheit. Favorit der Anleger waren die Titel des Hamburger Hafenkonzerns HHLA  mit einem Aufschlag von 13,55 Prozent auf 21,12 Euro. Technisch orientierten Börsianern zufolge haben die Aktien wichtige Widerstände geknackt.

Im SDax  jedoch stürzten Papiere von Vivacon  nach enttäuschenden Unternehmensaussagen um 26,19 Prozent auf 1,55 Euro ab. Am Vorabend nach Börsenschluss hatte das Immobilienunternehmen für 2008 einen Konzernverlust von 160 bis 170 Millionen Euro angekündigt und die Dividende gestrichen. Die Veröffentlichung endgültiger Zahlen wurde weiter verschoben. Einem Börsianer zufolge kommt der Ausfall der Dividende zwar nicht unerwartet, der Markt habe aber mit einem leicht positiven Ergebnis gerechnet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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