Märkte Dax erholt sich dank fester Wall Street

Nach seinem Schwächeanfall vom Vortag begibt sich der Dax wieder auf Erholungskurs und schließt mit deutlichen Gewinnen. Auch die US-Börsen legen zu, obwohl die jüngsten Häuserdaten besorgniserregend ausfallen. Die Aktie der Commerzbank bleibt Spielball der Spekulanten.

New York / Frankfurt am Main - Die Kurse am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag aufgeholt. Der Dax stieg um 2,4 Prozent auf 4084 Punkte und machte damit einen Teil seines fünfprozentigen Vortagesverlustes wieder gut.

Händler beklagten allerdings die geringen Umsätze. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 117 (Vortag 129) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,5 (2,7) Milliarden Euro.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index mit 7626 Punkten 1,4 Prozent im Plus und der S&P500 mit 794,50 Zählern 1,2 Prozent. Der Nasdaq-Composite an der Technologiebörse lag sogar 1,6 Prozent höher bei 1526 Punkten.

Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 48,05 Dollar 0,7 Prozent weniger.

G20-Treffen im Blick

An den Märkten richtete sich Börsianern zufolge der Blick auch auf das Gipfeltreffen der G20-Länder in London, das am Donnerstag beginnt. Viele erhofften sich von den Staats- und Regierungschefs der größten Industrie- und Schwellenländer neue Impulse für die Bekämpfung der Wirtschaftskrise.

US-Häuserpreise fallen so stark wie nie zuvor

Die Preise für Wohnimmobilien in den USA sind im Januar so stark wie nie gefallen. Laut dem am Dienstag vorgelegten 20-Städte-Index von Standard & Poor&/Case-Shiller sackten die Häuserpreise im Jahresvergleich um 19 Prozent ab. Dies war der größte Einbruch der vielbeachteten Messgröße seit Beginn des Index im Jahr 2000. Im Vergleich zum Spitzenwert im Sommer 2006 ging der Index um 29 Prozent zurück. Die Häuserpreise bewegen sich derzeit auf dem Niveau von 2003.

Finanztitel etwas fester

Aktien von Finanzinstituten waren im Zuge der Markterholung wieder gefragt. So stiegen die Titel der Commerzbank  um 7,77 Prozent auf 4,02 Euro, und für die Aktien der Deutschen Bank  ging es um 4,48 Prozent auf 30,30 Euro nach oben. Papiere der Deutschen Börse indes verteuerten sich an der DAX-Spitze um 9,35 Prozent auf 45,38 Euro.

Die beiden Großaktionäre des Börsenbetreibers, TCI und Atticus, haben ihr gemeinsames Vorgehen aufgekündigt. Seit mehreren Wochen kursieren bereits Gerüchte über einen Ausstieg der beiden Hedgefonds. Zuletzt hatten der britische Children's Investment Fund (TCI) und der US-Fonds Atticus Capital wiederholt vergeblich eine Zerschlagung des Konzerns gefordert, weil sie sich von einem solchen Schritt mehr Profit versprachen.

Für Papiere von ThyssenKrupp  ging es um 7,51 Prozent auf 13,17 Euro hoch. Merrill Lynch nahm die Beobachtung der Aktie mit "Neutral" und einem Kursziel von 14 Euro wieder auf. Der Markt beurteile den Stahlsektor zu negativ, schrieb Analyst Nik Oliver.

VW-Aktien am Dax-Ende

VW-Titel  fielen ans Dax- Ende. Händler verwiesen auf die Halbjahreszahlen des Sportwagenbauers Porsche , die der Übernahmefantasie bei VW etwas Wind aus den Segeln nehme.

DZ Bank-Analyst Michael Punzet zufolge können wegen der hohen Nettoverschuldung des Sportwagenbauers Spekulationen aufkommen, dass Porsche eventuell nicht in der Lage ist, den Anteil an VW entsprechend zu erhöhen, um einen Beherrschungsvertrag abzuschließen.

Porsche-Vorzugsaktien mussten Kursverluste von 4,67 Prozent auf 35,31 Euro verkraften.

Der Sportwagenbauer konnte zwar im ersten Halbjahr das Nettoergebnis mehr als vervierfachen und dabei einen höheren Gewinn als Umsatz erzielen, wagte aber für das Gesamtjahr keine Prognose.

Siemens legt zu

Siemens legt zu

Siemens-Titel  gewannen 2,70 Prozent auf 42,58 Euro. Der neue Einkaufsvorstand siebt laut einem Pressebericht unter den Lieferanten des Münchener Mischkonzerns kräftig aus, was ein Händler "leicht positiv" sah.

ThyssenKrupp: Interessenten für Einzelsparte

Für Papiere von ThyssenKrupp ging es um 4,90 Prozent auf 12,85 Euro hoch. Händler verwiesen auf einen FAZ-Bericht, dem zufolge der Mischkonzern rund 50 Angebote für seine Industriedienstleistungssparte erhalten hat.

Nebenwerte: Klöckner nach Zahlen schwach

Nebenwerte: Klöckner nach Zahlen schwach

Im MDax  drehten Papiere von Klöckner & Co (KlöCo)  nach Anfangsverlusten ins Plus und gewannen 3,54 Prozent auf 7,02 Euro. Der Stahlhändler steigerte 2008 trotz der bereits einsetzenden Krise den Umsatz um rund acht Prozent und den operativen Gewinn (EBITDA) um 62 Prozent, schließt aber wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise weitere Sparmaßnahmen nicht aus.

Das Absatzniveau werde 2009 voraussichtlich "deutlich" unter dem des Vorjahres liegen. Zudem gibt der Vorstandsvorsitzende Thomas Ludwig zum Jahresende seinen Posten auf und wird von Finanzvorstand Gisbert Rühl abgelöst.

Umsatzrückgang bei HHLA

Die Aktien der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA)  gewannen nach Zahlen 0,52 Prozent auf 17,49 Euro. Das Unternehmen verkraftete dank kräftiger Produktivitätssteigerungen das Krisenjahr 2008 recht gut und konnte seinen Überschuss steigern. Für 2009 rechnet der Vorstand angesichts der Rezession mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang, will aber weiter profitabel bleiben.

TecDax: SMA Solar im Blick

Bei den Technologiewerten stehen die Aktien von SMA Solar  nach endgültigen Zahlen im Fokus. Der Solartechnikhersteller verdreifachte im vergangenen Jahr seinen Überschuss und konnte den Umsatz - wie bereits im Februar bekanntgegeben - mehr als verdoppeln.

Zudem schlug der Vorstand eine Dividende von einem Euro pro Aktie vor, was nach Unternehmensangaben etwa ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor ist. Nach Einschätzung eines Händlers sind die endgültigen Zahlen leicht besser als die vorläufigen Ergebnisse. Allerdings habe SMA Solar noch keinen Ausblick für 2009 gegeben. Einen Einfluss auf den Kurs dürften die Nachrichten indes kaum haben.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

Mehr lesen über