Märkte US-Börsen schließen nach Fed-Entscheid im Plus

Die US-Aktienmärkte haben nach der Fed-Entscheidung am Mittwoch fester geschlossen. Der Euro-Kurs sprang erstmals seit Mitte Januar über 1,34 Dollar. Auch der Dow-Jones-Index und die Technologiebörse Nasdaq drehten ins Plus.

New York/Frankfurt am Main - Für Auftrieb an der Wall Street sorgte vor allem die Erklärung der US-Notenbank, erstmals seit vier Jahrzehnten lang laufende Staatsanleihen im großen Stil aufzukaufen. Auch Berichte über eine geplante Übernahme des Serverherstellers Sun Microsystems durch IBM sorgten für gute Stimmung am Markt. Die Sun-Aktie  schoss rund 80 Prozent in die Höhe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  schloss mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 7486 Punkten, nachdem er zwischen 7257 und 7571 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 2,1 Prozent höher bei 794 Zählern.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq  gewann knapp 2 Prozent und ging mit 1491 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax  leicht im Plus bei 3996 Punkten.

Die US-Notenbank greift im Kampf gegen die Rezession zu einer ihrer schärfsten Waffen und will in den kommenden Monaten Staatsanleihen ankaufen: Um zusätzliche Milliarden in die Wirtschaft zu pumpen, sollen deshalb langlaufende Staatspapiere in einem Volumen von bis zu 300 Milliarden Dollar gekauft werden. Den Leitzins beließ die Fed erwartungsgemäß beim bisherigen Zielband zwischen null und 0,25 Prozent.

Für positive Stimmung am Markt sorgten auch die Nachrichten über IBM . Der weltgrößte IT-Dienstleister verhandelt Kreisen zufolge über den Kauf des Server-Herstellers Sun Microsystems. Das "Wall Street Journal" berichtete, der Preis belaufe sich auf mindestens 6,5 Milliarden Dollar in bar. Inmitten der Rezession sind Übernahmen auch in der Computerbranche rar geworden. Händler werteten die Nachricht als gutes Zeichen. Sun-Aktien gewannen knapp 79 Prozent an Wert. Dagegen verloren die Anteilsscheine von IBM ein Prozent. Die Papiere des Rivalen HP gaben ebenfalls 2,6 Prozent nach.

Die Aktie des Energiekonzerns Exxon Mobil  schloss 0,1 Prozent höher, nachdem sie wegen der schwächeren US-Ölpreise tiefer in den Handel gestartet war.

An der Wall Street war auch die Kritik von US-Präsident Barack Obama an den Bonuszahlungen des mit Staatsgeldern geretteten Versicherers AIG  Gesprächsthema. Obama will vom strauchelnden Versicherer AIG Bonuszahlungen an Manager in Millionenhöhe zurückzuholen, bevor weitere Hilfsgelder fließen.

AIG-Chef Edward Liddy verteidigte die Bonuszahlungen am Mittwoch. AIG-Aktien notierten knapp 44 Prozent höher. Die Citigroup-Papiere gewannen knapp ein Viertel an Wert.

Ebenfalls auf der Gewinnerseite waren die Ford-Aktien. Diese stiegen um 8,3 Prozent. Laut Marktkreisen plant der Autohersteller die Ausgabe einer Anleihe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 2494 Werte legten zu, 590 gaben nach und 76 blieben unverändert. An der Nasdaq  schlossen bei Umsätzen von 2,77 Milliarden Aktien 1926 im Plus, 756 im Minus und 149 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 102-03/32. Sie rentierten mit 2,508 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 17/32 auf 99-24/32 und hatten eine Rendite von 3,513 Prozent.

BMW-Titel  gehörten mit Verlusten von 2,39 Prozent auf 22,305 Euro zu den Stiefkindern im Dax . Der Autobauer stellt sich auf eine längere Durststrecke ein und fährt seine Produktion in diesem Jahr weiter zurück. Im MDax  fielen Lanxess-Titel  nach einer wenig inspirierenden Bilanzvorlage mit minus 10,20 Prozent auf 11,71 Euro an das Indexende. Der Spezialchemiekonzern stellt sich nach einem vergleichsweise robusten Jahr 2008 mit einer halbierten Dividende und einem ausgeweiteten Sparpaket auf schwierige Zeiten ein. Arcandor-Titel  büßten 5,44 Prozent auf 1,39 Euro ein. Händler verwiesen auf Äußerungen des neuen Konzern-Chefs Karl-Gerhard Eick. Auf der Hauptversammlung kündigte er für den angeschlagenen Handels- und Tourismuskonzern einen Konsolidierungskurs an. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr lehnte Eick ab.

Dagegen stiegen Aktien von Wacker Chemie  um 2,54 Prozent auf 53,25 Euro. Der Chemiekonzern stellt sich nach dem Rekordjahr 2008 wegen der Wirtschaftskrise für 2009 auf einen Abschwung ein und will seine Personalkosten deutlich senken. Anteilsscheine von SGL Group  verteuerten sich um 0,32 Prozent auf 18,66 Euro. Der Kohlenstoff- Spezialist rechnet nach Rekordergebnissen 2008 im laufenden Jahr mit einem rückläufigen Geschäft und will für das abgelaufene Jahr keine Dividende ausschütten.

Phoenix-Solar-Titel  gewannen 3,40 Prozent auf 32,24 Euro und gehörten damit zu den Favoriten im TecDax . Das Photovoltaik- Unternehmen hakt nach Rekordzahlen für das vergangene Jahr die Finanz- und Wirtschaftskrise schon fast ab. Im ersten Quartal werde das Geschäft noch unter der Kreditklemme leiden, sagte Unternehmenschef Andreas Hänel. Danach rechnet er aber damit, dass sich der Knoten löst und die Gesellschaft im dritten Quartal wieder "voll in Fahrt" ist. Für Freenet-Papiere  ging es um 0,48 Prozent auf 4,17 Euro hoch. Börsianer verwiesen auf einen Börsenbrief, dem zufolge der Telekommunikationsanbieter ins Visier von Telefónica geraten sei.

Der EuroStoxx 50  gewann 0,34 Prozent auf 2019,19 Punkte. In Paris und London ging es dagegen nach unten.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,03 (Vortag: 2,95) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,49 Prozent auf 122,21 Punkte. Der Bund Future verlor 0,24 Prozent auf 122,31 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3130 (Dienstag: 1,2942) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7616 (0,7727) Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp, reuters und dpa-afxp

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