Märkte Dax schwächelt zum Wochenschluss

Nach der Erholung der vergangenen drei Tage geht dem Dax zum Wochenschluss die Puste aus. Der Index fällt wieder deutlich unter die Marke von 4000 Zählern. Dennoch bleibt auf Wochensicht ein Plus übrig. Und auch die US-Börsen geben Hoffnung.

Frankfurt am Main - Gewinnmitnahmen haben den Dax  zum Handelsschluss auf Xetra auf 3953 Zähler gedrückt, 0,1 Prozent unter das Niveau vom Vorabend. Dank positiver Nachrichten der angeschlagenen US-Banken liegt der Dax damit aber im Vergleich zum vergangenen Freitag aber immer noch 7,8 Prozent im Plus.

Und die Erholung könnte kurzfristig weitergehen. In New York drehte der Jones im späten Handel wieder in die Gewinnzone und schloss 0,8 Prozent fester nahe Tageshoch - das dürfte dem Dax am Montag zunächst Rückenwind geben.

Börsianer blieben dennoch skeptisch. "Viele trauen dem Braten nicht", betonte ein Marktteilnehmer. Die Kurse seien von Anlegern getrieben worden, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten und sich dann eindecken mussten, weil sie angesichts des Anstiegs auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Auch der Anstieg der anderen europäischen Indizes verlor zum Wochenschluss an Schwung. Der EuroStoxx 50  der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone, der am Freitagmittag noch 2,8 Prozent höher gelegen hatte, verabschiedete sich mit einem Gewinn von 0,4 Prozent auf 1970 Punkte in den Feierabend. Auf Wochensicht liegt er damit gut acht Prozent im Plus.

Deutsche Bank: Knapp 40 Prozent Plus in zwölf Handelstagen

Finanzwerte waren zunächst europaweit gefragt, nachdem Citigroup-Chef Richard Parsons versichert hatte, sein Institut brauche keine weiteren Kapitalspritzen der US-Regierung. Am Vorabend hatte zudem die Bank of America  bekanntgegeben, in den ersten beiden Monaten 2009 einen Gewinn erwirtschaftet zu haben. Der US-Branchenprimus ist zuversichtlich, auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben.

Titel der Banken und Versicherer litten allerdings am stärksten unter den nachmittäglichen Gewinnmitnahmen, da sie an den vorangegangenen Tagen kräftig zugelegt hatten. So schlossen die Papiere der Deutschen Bank  2,3 Prozent tiefer 25,76 Euro, lagen damit aber immer noch rund 37 Prozent über dem Niveau von vor zwei Wochen.

Allianz legt zum Wochenschluss zu

Allianz legt zum Wochenschluss zu

Allianz  notierten 2,2 Prozent im Plus bei 56,39 Euro. An der Londoner Börse zogen die Titel von HSBC und Legal & General jeweils um mehr als sechs Prozent an. In Paris verteuerten sich die Titel der BNP Paribas um drei Prozent auf 29,25 Euro. An der Wall Street lagen Citigroup und Bank of America 6 beziehungsweise 0,7 Prozent im Plus.

Übernahmespekulationen treiben United Internet

Im TecDax  setzten sich die Titel von United Internet  mit einem Aufschlag von 11,3 Prozent auf 5,11 Euro an die Spitze der Gewinnerliste. Einem Zeitungsbericht zufolge ist der spanische Telekom-Konzern Telefonica an dem Internet-Anbieter interessiert.

DZ-Bank-Analyst Marcus Pratsch blieb jedoch skeptisch. Es sei schwer vorstellbar, dass United-Internet-Chef Ralph Dommermuth, der zugleich größter Aktionär ist, das Ruder aus der Hand geben werde.

Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von Qiagen, nachdem Konkurrent Hologic die US-Zulassung für seinen Test zum Nachweis des Gebärmutterhalskrebs auslösenden HP-Virus erhalten hatte. Für Qiagen ist der HPV-Test ein wichtiger Wachstumstreiber. Die Titel des Biotech-Unternehmens fielen um 8,4 Prozent auf 11,51 Euro.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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