Märkte Dax klettert Richtung 4000 Punkte

Der Dow Jones zieht den Dax ins Plus. Der deutsche Leitindex vollzieht jede Bewegung an der Wall Street nach: Selbst die Aktie von BMW schließt dank des freundlichen Umfelds mit Gewinnen, obwohl der Gewinn des Autobauers um 90 Prozent eingebrochen ist. Finanztitel wie die Deutsche Bank klettern weiter.

Frankfurt am Main - Motiviert von steigenden Kursen an der Wall Street ist der Deutsche Aktienindex Dax  am Donnerstag bis Handelsschluss in die Gewinnzone geklettert. Der Leitindex schloss mit plus 1,1 Prozent auf 3956 Zählern nahe seinem Tageshoch. Der MDax  gewann 0,9 Prozent auf 4409 Punkte. Der TecDax  fiel hingegen um 0,6 Prozent auf 426 Zähler.

Zu den größten Gewinnern zählten erneut Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank , die von der Kursrally bei US-Finanztiteln profitierten.

"Heute hat sich wieder sehr deutlich gezeigt, dass die Impulse fast ausschließlich aus den USA kommen", sagte Börsianer Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Schlechte Vorgaben wie die Zahlen von Kali + Salz und BMW hätten die Stimmung in Frankfurt nur vorübergehend belastet.

Wall Street: Kursrally bei GE und bei GM

Gewinne bei General Electric , der Bank of America sowie bei General Motors beflügelten den Dow Jones. Der angeschlagene US-Autobauer General Motors kommt bis Ende März ohne beantragte Staatshilfen von zwei Milliarden Dollar aus.

Der Konzern benötige die angefragten Mittel nicht, da er im Januar und Februar schneller als geplant Kosten reduziert und Ausgaben zurückgefahrne haben, erklärte das Unternehmen am Donnerstag.

Die GM-Aktie schoss daraufhin um rund zwölf Prozent auf 2,09 Dollar nach oben. Bisher hatte GM vorhergesagt, in den ersten zwei Monaten 2009 5,1 Milliarden Dollar zu verbrennen.

Banken- und Autotitel erholt

Neben den Bank- und Versicherungstiteln zählten auch Autotitel - ungeachtet enttäuschender Nachrichten - am Abend zu den Gewinnern. Dem Autobauer BMW  verhagelte die Finanz- und Absatzkrise im vergangenen Jahr kräftig die Bilanz. Während sich die Einbußen bei Umsatz und Absatz dank des guten Starts ins Jahr noch in Grenzen hielten, brach der Gewinn um 90 Prozent ein.

Die Aktie verlor kurz nach Bekanntgabe der Zahlen bis zu zwölf Prozent, erholte sich aber im Tagesverlauf etwas und schaffte am Nachmittag den Sprung ins Plus. Die Titel schlossen mit letztlich sogar mit plus 2,01 Prozent auf 23,395 Euro.

VW-Vorstände kassieren

VW-Vorstände kassieren

Volkswagen-Aktien stiegen um 1,14 Prozent auf 213,00 Euro. Europas größter Autokonzern erlitt in den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 angesichts der dramatischen Krise in wichtigen Märkten einen Absatzeinbruch.

Die Vorstände des Automobilherstellers profitierten unterdessen im vergangenen Jahr vom Höhenflug der VW-Aktie. Die VW-Stammaktie hatte wegen Spekulationsgeschäften im vergangenen Jahr ungewöhnliche Kurssprünge vollführt und stieg Ende Oktober sogar kurzzeitig auf mehr als 1.000 Euro.

Schwächster Dax-Titel waren die Papiere von K+S. Sie verloren 7,4 Prozent auf 31,50 Euro. Der Düngemittel- und Salzhersteller senkte seine Prognosen für das laufende Jahr. Der Umsatz dürfte 2009 "spürbar" zurückgehen, teilte der Dax-Aufsteiger mit. Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei wegen geringerer Absatzmengen nun ein beträchtlicher Rückgang zu erwarten. Ein Aktienhändler nannte den Ausblick "schockierend".

MDax: Rally bei GEA, HeidelCement stürzen weiter ab

MDax: Rally bei GEA

Im MDax stiegen die Anteilsscheine der GEA Group nach Aussagen zum Geschäftsverlauf mit plus 9,01 Prozent auf 8,11 Euro an die Indexspitze. Der Bochumer Spezialmaschinen- und Anlagenbauer erwartet im laufenden Jahr keine Entspannung der wirtschaftlichen Lage. Ein Händler bezeichnete den Ausblick als "wie erwartet" schwach. Das Zahlenwerk von GEA fiel ihm zufolge aber "gemischt" aus - die Situation sei nicht so schlecht wie erwartet, so dass es nun offensichtlich zu Eindeckungen von Leerverkäufen gekommen sei.

Aktien von Kuka fielen hingegen um 4,13 Prozent auf 10,45 Euro. Der Roboter- und Anlagenbauer litt im abgelaufenen Jahr schwer unter der Absatzflaute seiner wichtigen Autokunden. Die Dividende, die 2007 bei 1,00 Euro je Aktie gelegen hatte, soll gestrichen werden, was ein Händler als besonders kursbelastend wertete. Auch der Ausblick bis 2010 sehe düster aus, sagte er.

Am Indexende weiteten die Titel von HeidelbergCement ihre Vortagesverluste aus und sackten um weitere 9,06 Prozent auf 21,07 Euro ab. Die Ratingagentur Fitch hatte am Mittwoch das Kreditwürdigkeitsrating des hoch verschuldeten Baustoffherstellers gesenkt. Zudem reduzierte die UniCredit an diesem Donnerstag das Kursziel für die Titel von 31,00 auf 24,00 Euro und beließ die Einschätzung der Aktien auf "Hold". Nachdem neben Fitch auch eine andere Ratingagentur ihr Votum gesenkt habe, dürften sich nun die Finanzierungskosten erhöhen, schrieb Analyst Karin Brinkmann in einer Studie.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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