Märkte Hält die Erholung?

Der Dax schließt den zweiten Tag in Folge mit deutlichen Gewinnen. In Frankfurt sind vor allem ThyssenKrupp, BASF sowie Finanztitel gefragt. An der Wall Street legen die Indizes im späten Handel jedoch erneut den Rückwärtsgang ein.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Erholung fortgesetzt. Der Leitindex Dax  schloss auf Xetra 2,7 Prozent fester auf 4492 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf bereits knapp 4 Prozent zugelegt hatte.

Auch die Nebenwerte tendierten fest. Der MDax  schloss 2,2 Prozent fester, während der TecDax  1,6 Prozent hinzu gewann.

Der Dow-Jones-Index lag bei Handelsschluss in Europa 0,3 Prozent im Plus, der Nasdaq Composite stieg um 1,8 Prozent. Händler verwiesen auf positive aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA. Dort hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im Januar überraschend aufgehellt.

Doch im späten Handel überwog an der Wall Street die Enttäuschung über schwache Unternehmenszahlen: So verdarben zum Beispiel Kraft Foods, Walt Disney und der Einzelhändler Costco die Stimmung. Rund 90 Minuten vor Handelsschluss in New York notierte der Dow Jones 1,5 Prozent im Minus.

Dax: BASF und Thyssen haussieren

BASF erwägt einen Verkauf seines schlechtlaufenden Geschäfts mit Leder- und Textilchemikalien. Dabei komme die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens aber auch ein kompletter Verkauf in Betracht, teilte die Gesellschaft am Mittwoch in Ludwigshafen mit. "Wir sind mit der Profitabilität insgesamt nicht zufrieden", sagte ein Sprecher zur Begründung. Zugleich kündigte der Chemiekonzern ein Sparprogramm für den Bereich an, mit dessen Hilfe bis 2011 rund 25 Millionen Euro eingespart werden sollen. Darin sei auch ein Stellenabbau enthalten, der sich aber noch nicht beziffern lasse.

ThyssenKrupp ziehen deutlich an

Kräftig im Plus waren die Papiere von ThyssenKrupp und Salzgitter, die jeweils rund 8 Prozent gewannen. "Die konjunkturabhängigen Werte, die zuletzt stark verloren hatten, sind heute offenbar wieder auf den Kaufzetteln", sagte ein Händler.

Auch die Aktien des weltgrößten Stahlherstellers ArcelorMittal stiegen in Amsterdam um rund neun Prozent. Keinen Schwung brachten die Daten des privaten Dienstleisters ADP zum US-Arbeitsmarkt, die mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Sie gelten als Indikator für die offiziellen Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden.

Deutsche Bank vor Bilanz-Pk gefragt

Die Titel der Deutschen Bank und der Postbank zählten ebenfalls zu den Gewinnern. Aktien der Deutschen Bank kletterten um 3,08 Prozent auf 21,240 Euro. Ein Händler verwies auf die für Donnerstag erwarteten Zahlen und darauf, dass am Markt derzeit auf einen starken Ausblick spekuliert werde.

Postbank-Aktien verteuerten sich um 6,40 Prozent auf 9,48 Euro. Ein Börsianer verwies auf einen Pressebericht, der die Hoffnung auf eine Aufstockung des Anteils der Deutschen Bank nach dem bevorstehenden Einstieg bei der Postbank schüre.

Papiere der Münchener Rück zählten hingegen mit Minus 2,89 Prozent auf 104,37 Euro zu den schwächsten Werten. Der Rückversicherer erlitt im abgelaufenen Jahr infolge der Finanzmarktkrise wie erwartet einen kräftigen Gewinneinbruch, verdiente dabei aber laut Händlern noch etwas weniger als im Durchschnitt erwartet.

Autotitel erholen sich trotz schwacher Absatzzahlen

Autoaktien schlossen trotz enttäuschender US-Absatzzahlen im Tagesverlauf mehrheitlich fester. Händler sagten, hier habe am Nachmittag vor allem die Entscheidung des US-Senats nachgewirkt, Autokäufe mit Steuererleichterungen anzukurbeln. Im Januar hatte sich die dramatische Absatz-Talfahrt in den USA nochmals stärker beschleunigt als befürchtet.

Bei den deutschen Herstellern konnte BMW seine Talfahrt im Vergleich zum Dezember zumindest etwas abbremsen. Das wurde am Markt mit einem Kursplus von 6,87 Prozent auf 19,370 Euro honoriert. BMW gewannen damit bei den Autotiteln am deutlichsten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 2,35 Prozent auf 2297,73 Punkte. Auch in London und Paris schlossen die Börsen ebenfalls sehr fest.

Wall Street etwas fester, Kraft enttäuscht

Wall Street etwas fester, Kraft enttäuscht

Der Dow-Jones-Index lag bei Handelsschluss in Europa 0,3 Prozent im Plus, der Nasdaq Composite stieg um 1,8 Prozent. Enttäuschende Unternehmenszahlen legte Kraft Foods vor.

Der Ketchup-Hersteller senkte zudem seine Gewinnprognose für 2009. Kraft-Aktien gaben neun Prozent nach. Auch die Titel des Unterhaltungskonzerns Walt Disney notierten sechs Prozent tiefer. Das Unternehmen verbuchte wegen der anhaltenden Konsumschwäche einen Gewinneinbruch.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,11 (Vortag: 3,04). Der Rentenindex REX sank um 0,14 Prozent auf 121,14 Punkte, der Bund Future fiel um 0,16 Prozent auf 121,99 Zähler. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2818 (Dienstag: 1,2849) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7802 (0,7783) Euro.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen