Märkte Dax beendet dreitägige Verlustserie

Der Dax schließt mit deutlichen Gewinnen, denn auch an der Wall Street sind nach zögerlichem Beginn die Käufer in der Mehrheit. Vor allem Finanzwerte sind gefragt: Anleger setzen darauf, dass die Deutsche Bank am Donnerstag zur Abwechslung mal gute Nachrichten bereit hält.

Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex Dax  hat am Dienstag nach zwischenzeitlichen Kursverlusten fest geschlossen und seine Vortagesverluste mehr als ausgeglichen. Der Leitindex ging mit plus 2,4 Prozent auf 4374 Zählern aus dem Handel. Damit beendete der Index seine dreitägige Verlustserie.

Der MDax  mittelgroßer Werte gewann 1,09 Prozent auf 5.101,02 Zähler. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax  stieg um 1,60 Prozent auf 475,73 Punkte.

Nach einem "sehr schlechten Start ins Jahr" habe sich die Lage nun etwas beruhigt, sagte Achim Matzke von der Commerzbank. Einige Wirtschafts- und Unternehmenszahlen wie zum Beispiel die Daten von Vodafone seien etwas besser ausgefallen als erwartet und nun stabilisiere sich die Lage nach drei, vier schlechten Wochen etwas.

An der Wall Street starteten Dow Jones  und Nasdaq Composite  jeweils behauptet. Beide Indizes legten bis 17.45 Uhr um jeweils 0,4 Prozent zu.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Dienstag die Aktien der Deutschen Bank, die knapp 7 Prozent zulegten und sich damit von den Verlusten der vergangenen Tage erholten.

Bilanz-PK: Anleger erwarten gute Nachrichten von Deutscher Bank

"Vor der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag positionieren sich offenbar einige Anleger für positive Nachrichten", sagte ein Händler. Analysten rechnen damit, dass die Deutsche Bank im laufenden Jahr wieder Milliardengewinnen schreibt. Auch Commerzbank und Allianz lagen im Plus.

Die Umsätze blieben allerdings dünn. "Viele wollen ihr Pulver trocken halten, weil sie überzeugt sind, dass der Dax unter 4000 Punkte fallen muss, bevor es nachhaltig aufwärtsgehen kann." Zudem warte der Markt auf frische Impulse aus den USA, vor allem vom geplanten Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten Barack Obama.

Vodafone gibt Telekom Auftrieb - Lufthansa mit starken Zahlen

Vodafone gibt Telekom Auftrieb

Im Dax gehörte die Deutsche Telekom zu den Favoriten der Anleger. Dank überraschend positiver Geschäftszahlen des Konkurrenten Vodafone legte die T-Aktie rund 5,5 Prozent auf 10.03 Euro zu. Konkurrent Vodafone hatte nach einem Quartalsumsatz über Markterwartungen die Gesamtjahresprognose für die Einnahmen erhöht. Vodafone-Aktien stiegen in London um sieben Prozent auf 137,35 Pence.

Lufthansa mit Milliardengewinn - Aktie gefragt

Gefragt waren vor allem die Papiere der Lufthansa, die sich nach Bekanntgabe eines Milliardengewinns im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund acht Prozent verteuerten und an die Spitze des Dax stürmten.

"Es ist heutzutage nicht alltäglich, dass ein Unternehmen mehr verdient als erwartet", sagte ein Börsianer. Rückläufige Passagierzahlen belasteten derweil die Titel des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport , die sich um 2,05 Prozent auf 28,65 Euro verbilligten. Der Konzern startete mit deutlich weniger Passagieren ins neue Jahr.

Umsatzeinbruch belastet Deutsche Börse

Jahresverlust von Dow Chemical belastet BASF

Ein Verlust des Konkurrenten Dow Chemical lastete hingegen auf den Aktien von BASF. In der Spitze gaben die Papiere 3,2 Prozent nach. Der US-Chemiekonzern gab für das abgelaufene Quartal einen Verlust von 0,62 Dollar je Aktie bekannt.

Analysten hatten im Schnitt mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, es bereite sich für das laufende Jahr auf eine globale Rezession vor.

Umsatzeinbruch bei Deutscher Börse - Aktie schwach

Die Aktien der Deutschen Börse rutschten nach der Vorlage von enttäuschenden Handelszahlen für Januar deutlich ab und schlossen mit minus 2,11 Prozent auf 37,20 Euro als schwächster Dax-Wert. Der Frankfurter Börsenbetreiber musste auf dem elektronischen Handelssystem Xetra einen Umsatzeinbruch um 71 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 84,2 Milliarden Euro hinnehmen.

Heideldruck mit Sparprogramm - Aktie haussiert

Heideldruck mit Sparprogramm - Anleger schöpfen Hoffnung

Im MDax standen Heidelberger Druckmaschinen im Mittelpunkt. Der Druckmaschinen-Marktführer schnitt im dritten Geschäftsquartal trotz der Verschärfung der Wirtschaftskrise besser ab als gedacht. Die Aktien schnellten mit plus 26,33 Prozent auf 3,55 Euro an die Spitze des MDAX.

"Das Unternehmen setzt sein Sparprogramm schneller um als gedacht", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Für Sven Weier von der UBS ist die Erholung aber nur vorübergehend. Es müsse mit einer weiteren Verschlechterung des Auftragseingangs und -bestands gerechnet werden, die sich negativ auf die Bilanz auslaufenden Geschäftsjahres auswirken werde.

Premiere nach Personalie deutlich schwächer

Premiere deutlich schwächer

Premiere schlossen dagegen mit minus 3,61 Prozent auf 2,94 Euro. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Medienkonzerns, Rainer Großkopf, legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung nieder.

Zweitgrößter MDax-Gewinner war Hannover Rück, die Aktienanleger mit den Prognosen für 2009 positiv überraschten. Die vom Konzern vorgelegten Schätzungen für das Ergebnis pro Aktie (EPS) von 4,75 bis 5,25 Euro seien deutlich besser als erwartet, sagte ein Händler. "Der Markt ist von einem EPS von nur 3,75 Euro ausgegangen. Die Erneuerungsrunde muss wohl gut gelaufen sein." Die Aktien von Hannover Rück bauten ihre Kursgewinne deutlich aus und gewannen in der Spitze 16 Prozent.

Gerüchte um Tui-Gewinnwarnung

Gerüchte um Tui-Gewinnwarnung

Tui fielen mit minus 6,47 Prozent auf 5,99 Euro ans MDax-Ende. Börsianer verwiesen auf Gerüchte, wonach bei dem Reisekonzern eine Warnung vor sinkenden Gewinnen drohen könnte. Die Händler hielten dies angesichts rückläufiger Buchungszahlen durchaus für möglich.

Die Stimmung für die Papiere sei ohnehin angeschlagen, nachdem die Käufer der Reederei-Tochter Hapag-Lloyd nach einem Pressebericht gestützt werden müssen und die Commerzbank in einer Reaktion auf die angesprochenen Liquiditätsprobleme ihr Votum von "Hold" auf "Reduce" gesenkt hatte. Laut Händlern habe Tui bereits die Marktspekulationen um eine Gewinnwarnung zurückgewiesen - den Kursrutsch halte dies aber nicht auf.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 3,04 (Vortag: 3,04). Der Rentenindex REX kletterte um 0,14 Prozent auf 121,30 Punkte. Der Bund Future gewann 0,08 Prozent auf 122,79 Zähler. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2849 (Montag: 1,2760) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7783 (0,7837) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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