Märkte Dax verliert an Boden

An den Märkten kommt wieder Unruhe auf. Der Dax verliert am Nachmittag deutlich und liegt zeitweise 2 Prozent im Minus. Investoren sind verunsichert, weil sich das Ausmaß der Krise immer noch nicht abschätzen lässt. Deutsche Börse und Allianz verlieren besonders stark.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt verliert am Freitagmittag mehr und mehr an Boden. Der Dax  gibt gegen 14.15 Uhr um 1,6 Prozent oder 71 Punkte auf 4357 Zähler nach.

Händler sprechen von wieder aufkommender Unruhe. "Mit der Rezession und der Bankenkrise stehen jetzt wieder die alten Themen im Fokus. Der kräftige Anstieg der Indizes von Montag bis Mittwoch war vor diesem Hintergrund einfach überzogen", sagt ein Marktteilnehmer.

Darüber hinaus seien die Vorgaben von den US- und asiatischen Börsen schlecht. Allerdings seien die Volumina gering. Angesichts der hohen Volatilität könnte der Dax deshalb auch schnell wieder ins Plus drehen.

Sorgen bereiteten die anstehenden US-Konjunkturdaten. Besonders die Zahlen zur US-Wirtschaftsentwicklung stehen dabei im Blick. "Der Markt rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal eher noch stärker geschrumpft ist als die erwarteten 5,5 Prozent", sagt ein Händler. "Von daher ist das Enttäuschungspotenzial gering, ergänzt der Teilnehmer. Daneben werden der Einkaufsmanager-Index Chicago sowie das Verbraucher-Sentiment der Uni Michigan veröffentlicht.

Zu den Finanztiteln heißt es, zum einen diskutiere die Bundesregierung über Änderungen des Bankenpakets mit möglichen "Bad Banks", in die Risikopapiere ausgelagert werden könnten. Und in den USA könnten zum anderen am Wochenende oder in der kommenden Woche Vorentscheidungen zu einer möglichen einheitlichen "Bad Bank" fallen, so ein Händler.

"Trendwende kaum in Sicht"

"Niemand will die Banken übers Wochenende short sein", also auf fallende Kurse positioniert sein, ergänzt er. Commerzbank  gewinnen 4,1 Prozent auf 3,67 Euro und Postbank  verbessern sich um 3,9 Prozent auf 9,45 Euro.

ThyssenKrupp  und Salzgitter  liegen schwach im Markt. Nippon Steel  haben nach einer Abstufung in Tokio deutlich nachgegeben. Derzeit gebe es wenig Hoffnung auf eine Stabilisierung der Stahlpreise, sagt ein Händler. "Solange die Bänder bei wichtigen Kunden wie im Autobereich still stehen, ist eine Trendwende kaum in Sicht. ThyssenKrupp fallen um 3,5 Prozent auf 16,12 Euro, Salzgitter um 2,1 Prozent auf 57,89 Euro.

Bei den Werten, die sich zuletzt gut entwickelt hatten, kommt es nun zu Gewinnmitnahmen. So büßen Allianz  3,5 Prozent auf 66,31 Euro ein und BASF  3,1 Prozent auf 22,91 Euro.

Leicht ins Plus gedreht sind nach kräftigen Abschlägen im frühen Geschäft dagegen die Aktien von Klöckner & Co. . Sie steigen um 0,1 Prozent auf 11,32 Euro. Im frühen Handel hatten sie noch unter dem fehlenden Ausblick und schwachen Zahlen zum vierten Quartal gelitten.

Die Duisburger haben wegen gefallener Stahlpreise auf ihre Stahlbestände 60 Millionen Euro abgeschrieben. SGL Carbon  geben im Sog der internationalen Stahlwerte als Zulieferer 5 Prozent auf 16,46 Euro nach.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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