Märkte Verzweiflungsrally im Dax

Nach dem Ausverkauf der vergangenen drei Wochen legt der Dax am Montag wieder deutlich zu und schließt klar über 4300 Punkten. Finanztitel wie Postbank, Commerzbank und Deutsche Bank liegen an der Indexspitze. Auch US-Konjunkturdaten machen Mut.

Frankfurt am Main - Nach überraschend guten US-Konjunkturdaten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag sehr fest aus dem Handel gegangen. Der Dax  stieg um 3,54 Prozent auf 4326 Zähler und erlebte damit nach zwei Verlusttagen in Folge ein kleines Kursfeuerwerk - ausgehend jedoch von sehr niedrigem Niveau.

In den vergangenen drei Wochen hatte der deutsche Leitindex Dax rund 20 Prozent an Wert verloren.

Für den mittelgroße Werte umfassenden MDax  ging es um 3,4 Prozent auf 4927 Punkte aufwärts. Der TecDax  legte um 2,2 Prozent auf 459,81 Zähler zu.

Finanztitel gefragt - Barclays-Brief macht Mut

Auslöser der Gewinne waren Händlern zufolge die Bilanzen einiger europäischer Banken, die nicht so schlecht ausfielen wie von vielen Anlegern befürchtet. So hatte die britische Bank Barclays überraschend einen Gewinn ausgewiesen. Die britische Bank hatte außerdem in einem offenen Brief nach Ansicht der Börsianer "Stärke" gezeigt und die eigenen Investoren beruhigt. Der Aktienkurs von Barclays stieg in London um 73 Prozent.

Zu den größten Gewinnern in Frankfurt zählten dann auch Finanzwerte wie Allianz und Münchener Rück mit einem Plus von 7,5 beziehungsweise sechs Prozent.

Nervosität bleibt - Warten auf Zahlen von American Express

Die aktuell stabile Situation könne sich schlagartig ändern, fügte ein Analyst hinzu. Beispielsweise wenn der Kreditkartenanbieter American Express oder die Biotecfirma Amgen am Abend ihre Bilanz vorlegen. Ein erster Schreck sei schon von schlechten Caterpillar-Zahlen ausgegangen.

Mit dem Blick auf den Chart habe der Dow Jones seine Unterstützung bei 8000 Punkten bisher verteidigt. Dem entsprechend halte sich auch der Dax noch stabil in seiner Handelsspanne von 4150 bis 4300 Punkten, sagte Roth.

Konjunkturdaten treiben US-Börsen ins Plus

US-Börsen starten Erholungsversuch - gute Konjunkturdaten

Händler verwiesen auf geringe Umsätze. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 151 (Freitag 153) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf gut drei (3,3) Milliarden Euro.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow Jones  um 1,2 Prozent im Plus, der Nasdaq Composite  lag 1,7 Prozent höher.

Als Antrieb verwies Marktstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank zum Beispiel auf die Meldung, dass in den USA der Sammelindex der Frühindikatoren im abgelaufenen Monat überraschend gestiegen sei. Zudem hätten in den Vereinigten Staaten die Verkäufe bestehender Häuser im Dezember unerwartet zugelegt. Auch dies hätten die Anleger mit Zukäufen honoriert, sagte der Experte.

MDax: Continental brechen ein

Nebenwerte: Continental brechen ein

Im MDax brachen Aktien von Continental  nach einem Pressebericht über benötigte Staatshilfen um 16 Prozent auf 14,31 Euro ein. Kaum scheint der wochenlange Machtkampf zwischen dem Autozulieferer und Großaktionär Schaeffler beendet zu sein, kommt der nächste Paukenschlag: Die beiden hoch verschuldeten Konzerne, die nun zügig einen neuen Autozulieferer-Giganten schmieden wollen, sollen dem "Handelsblatt" zufolge eine Milliarde Euro Staatshilfen bekommen.

"Das scheint ein großes Chaos zu werden. Vor allem die Sorge um eine direkte Investition des Staates belastet Conti-Aktien", sagte ein Händler. Equinet-Analyst Tim Schuldt stuft die Berichte um eine Staatshilfe dagegen als "gemischt" ein und bewertet sich mit einer eher leicht positiven Tendenz.

TecDax: Wirecard gefragt

TecDax: Jenoptik nach Zahlen schwach, Wirecard gefragt

Die Titel von Jenoptik rutschten nach der Vorlage von Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr an das Ende des TecDax . Sie verloren 7,27 Prozent auf 5,10 Euro. Während das Zahlenwerk in etwa wie erwartet ausfiel, kritisierten Börsianer vor allem den vorsichtigen Ausblick.

Wirecard standen dagegen mit exakt plus 15,00 Prozent auf 4,60 Euro an der Indexspitze. Börsianer verwiesen vor allem auf charttechnische Gründe, nachdem das Papier über 4,20 Euro gestiegen ist. Ein anderer Händler begründete den Kurssprung mit der Mitteilung des Großaktionärs William Blair, der seine Stimmrechte von mehr als 5 Prozent auf 3,54 Prozent gesenkt hatte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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