Märkte Ruhiger Handel zum Jahreswechsel

Die europäischen Börsen sind am Mittwoch immerhin mit leichten Gewinnen aus dem verkürzten Silvesterhandel gegangen. Unterm Strich geht 2008 jedoch als eines der schwärzesten Börsenjahre in die Geschichte der Kapitalmärkte ein.

Paris/London - Der Londoner FTSE 100  kletterte am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 4423 Punkte und trimmte damit seinen Rekordverlust auf 31,4 Prozent. Der französische CAC 40  verzeichnete ein Plus von 0,4 Prozent auf 32331 Zähler. Auf Jahressicht lag das Minus bei 42,44 Prozent.

"Sollte es auch nur den Hauch von Optimismus am Markt geben, dann beruht er darauf, dass Aktienmärkte sich in Rezessionen erholen", sagte Justin Urquhart Stewart, Director bei Seven Investment Management. "Jetzt haben wir eine echte und keine erfundene Rezession. Vergangenes Jahr waren wir so optimistisch, dass wir uns selbst was vorgemacht haben. Jetzt sind wir in die andere Richtung zu weit gegangen. Ein großer Teil der schlechten Nachrichten ist nun in den Kursen bereits enthalten."

An diesem Silvestertag blieben die Börsen in Frankfurt, Budapest, Madrid, Mailand, Prag, Tokio, Wien, Warschau und Zürich geschlossen. In London fand ein verkürzter Handel bis 13.30 Uhr (MEZ) statt, und in Paris und Amsterdam endete der Handel um 14.00 Uhr (MEZ). Vor diesem Hintergrund wurde der europäische Leitindex EuroStoxx 50  nicht berechnet.

Die Titel von HBOS  rückten unterdessen erneut in den Fokus der Anleger und schlossen gegen einen freundlichen Trend bei Finanzwerten unverändert bei 69 Pence, nachdem sie zuvor nachgegeben hatten. Lloyds TSB  hat nach einem Bericht der "Financial Times" Entschlossenheit signalisiert, den Forderungen der Treuhänder der Pensionspläne bei der britischen Bank nachzukommen sobald die Übernahme durchgeführt ist. Die Treuhänder bei HBOS wollen die Fusion mit dem Konkurrenten mit rechtlichen Schritten so lange verzögern, bis die Betriebsrente garantiert wird. Lloyds-Papiere verloren 0,4 Prozent auf 126 Pence.

Das britische Fondshaus Aberdeen Asset Management teilte mit, Teile des traditionellen Asset-Management-Geschäfts Global Investors der Credit Suisse (CS)  übernehmen zu wollen. Im Gegenzug erhält CS eine 24,9-Prozent-Beteiligung am erweiterten Aktienkapital der Aberdeen Asset Management. Die Beteiligung habe einen Wert von rund 250 Millionen Britischen Pfund. An der Londoner Börse wurde die Nachricht freundlich aufgenommen, wie das Kursplus von 14,6 Prozent auf 119,50 Pence zeigte.

Zudem war der britische Ölproduzent Imperial Energy mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent auf 1.247 Pence einen Blick wert: 97 Prozent der Aktionäre haben der 1,3 Milliarden Pfund schweren Übernahme durch den indischen Konkurrenten ONGC zugestimmt, teilte das indische Unternehmen mit.

Aktien von Einzelhändlern und Supermarktketten bewegten sich derweil in unterschiedliche Richtungen an der Londoner Börse. Während Titel des Einzelhändlers Marks & Spencer  ihre anfänglichen Verluste aufholen und mit rund 0,4 Prozent bei 214,75 Pence im Plus schließen konnten, bauten die Papiere von Debenhams ihre Verluste aus und gingen mit einem Abschlag von 2 Prozent bei 24, 875 Pence aus dem Handel. Die Aktien der Supermarktkette Tesco  hingegen legten klar um knapp ein Prozent auf 360 Pence zu.

Die Zeitung "The Times" berichtete, die Analysten der Londoner Finanzszene bereiteten sich auf eine Welle von Gewinnwarnungen im Einzelhandelssektor in der kommenden Woche vor, unter anderem von Marks & Spencer, wenn diese ihre Quartalszahlen vorlegen. "Wie bereits im vergangenen Jahr erwarten wir auch dieses Mal eine enttäuschende Zwischenbilanz", zitierte das Blatt Freddie George, von Seymour Pierce. "Die Gewinnerwartungen für 2009/10 werden voraussichtlich gesenkt und die Dividende für 2008/09 wird unausweichlich gekürzt werden." Tesco hingegen profitierten von Aussagen des Konkurrenten Asda. Dieser hatte am Dienstagabend mitgeteilt, der 23. Dezember sei sein bislang geschäftigster Verkaufstag gewesen.

Das Schwergewicht Vodafone  hielt sich mit plus 2,1 Prozent auf 139 Pence unter den stärksten Werten im britischen Leitindex. Credit Suisse hatte den Wert zuvor mit "trading buy" bewertet. Die Schwäche des Pfunds habe dem Konzern Raum verschafft, die Gewinnprognosen zu schlagen.

An der Pariser Börse setzten sich die Titel von Dexia Banque an die Spitze. Sie verteuerten sich um knapp 10 Prozent auf 3,20 Euro. Die Aktien der Fluggesellschaft Air France-KLM  gaben hingegen rund 2 Prozent auf 9,17 Euro nach und markierten damit das Ende des CAC 40.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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