US-Börsen "Eine nette kleine Jahresendrally"

Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am vorletzten Handelstag des Jahres noch einmal kräftig zugelegt. Die neue Staatshilfe für den Autobauer General Motors und dessen ehemalige Finanztochter GMAC habe die Anleger über durchwachsene Konjunkturdaten hinweggetröstet, sagten Börsianer.

New York - Die Verbraucherstimmung war im Dezember auf ein Rekordtief gesunken. "Wir sehen eine nette kleine Jahresendrally. Anscheinend warten alle nur darauf, dass das Jahr vorbei ist", sagte ein Händler. Trotz der dünnen Handelsvolumina seien die Märkte aber bemerkenswert stabil, fügte ein weiterer hinzu.

Der Leitindex Dow Jones  gewann 2,2 Prozent auf 8668 Zähler. Seit Jahresbeginn hat der Index bislang rund 35 Prozent abgegeben. Der marktbreite S&P-500-Index legte 2,44 Prozent auf 891 Punkte zu. An der Nasdaq stieg der Composite-Index  um 2,7 Prozent auf 1551Punkte. Der Nasdaq 100 kletterte 2,4 Prozent auf 1201 Zähler.

Nach den neuen Milliardenhilfen der US-Regierung für General Motors (GM) und dessen ehemaliger Finanztochter GMAC legten Autowerte deutlich zu. Der Staat kauft für fünf Milliarden US-Dollar Anteile an GMAC und billigt GM zugleich einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar zu.

Börsianer begrüßten die Aktion: "Damit wird versucht den wirtschaftlichen Schiffbruch zu verhindern", sagte ein Händler. "Die Investoren treten einen Schritt zurück und stellen fest, dass damit Autokäufer in der Lage sind, ihre Autos zu finanzieren und Liquidität in den Markt zu geben." Aktien von GM  legten 5,6 Prozent auf 3,80 US-Dollar zu. Ford  gewannen 3,2 Prozent auf 2,29 Dollar.

Der US-Chemiekonzern Dow Chemical  müht sich nach dem Platzen des Kuwait-Geschäfts um die Finanzierung der Übernahme des Konkurrenten Rohm & Haas. Dow Chemical könnte einen 13 Milliarden Dollar schweren Brückenkredit in Anspruch nehmen, schrieb die "Financial Times" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Dies würde die Übernahme aber unterm Strich verteuern. Gleichzeitig könnte der Konzern auch versuchen, den Kaufpreis zu drücken, da der Wert von Rohm & Haas inzwischen gefallen sei, hieß es. Aktien von Rohm & Haas sprangen 11,9 Prozent auf 59,70 Dollar. Aktien von Dow Chemical stiegen um 1,5 Prozent auf 15,55 Dollar. Am Markt war die Rede von möglichen Ausgleichszahlungen von Kuwait für das geplatzte Geschäft.

Aktien des Einzelhandels litten unter den negativen Daten zur Stimmung der Verbraucher in den USA: Der vom Conference Board ermittelte Index war auf 38 Punkte eingebrochen. Volkswirte hatten indes mit einem leichten Anstieg der Kennzahl auf 45 Punkte gerechnet. Home Depot  verloren 1,1 Prozent auf 23,11 Dollar. Titel des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart  gaben 0,1 Prozent auf 55,05 Dollar ab.

Aktien von Apple  drehten nach neuen Gerüchten über die Gesundheit von Steve Jobs in Minus und verloren schließlich 0,4 Prozent auf 86,29 Dollar. Auf dem Blog "Gizmodo.com" wurde spekuliert, dass der wahre Grund hinter der Absage für die Messe Macworld die Gesundheit von Steve Jobs sei. In den vergangenen Monaten war bereits häufiger über den Gesundheitszustand von Jobs spekuliert worden. Im Oktober hatte eine Falschmeldung über eine angeblich schwere Herzerkrankung des Apple-Chefs die Aktie auf Achterbahnfahrt geschickt.

Der Euro in Dollar  stieg auf 1,4070 Dollar nach 1, 3978 Dollar am Montag. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen um 5/32 Punkte auf 114 25/32 Zähler und rentierten mit 2,083 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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