Börsenschluss Dax gewinnt, Dow verliert

Der deutsche Aktienmarkt hat seine kräftigen Vortagsgewinne heute ausgebaut. Das Frankfurter Börsenbarometer Dax schloss mit plus 1,3 Prozent bei 4779 Zählern. Dagegen rutschte die US-Börse um 2,7 Prozent ins Minus. Besonders schwer lasteten auf dem New Yorker Leitindex Dow Jones die Kursverluste von FedEx.

Frankfurt am Main - Nach dem kräftigen Kursanstieg zu Wochenbeginn haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag zurückgehalten. Der Dax  schloss mit 4779 Punkten 1,3 Prozent höher, nachdem er am Vortag 7,6 Prozent gewonnen hatte.

Der ZEW-Index habe dem Markt am späteren Vormittag in die Gewinnzone geholfen, sagte Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank. Der plötzliche kräftige Anstieg am Nachmittag jedoch wurde vor allem auf technische Gründe zurückgeführt. "Nachdem der Dax erneut die 4700-Punkte überwunden hatte, wurden kräftige Kaufsignale ausgelöst", sagte ein Frankfurter Händler.

Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 172 (Vortag 186) Millionen Aktien. Der Umsatz rutschte auf 3,9 (4,7) Milliarden Euro. Der MDax  gewann 1,17 Prozent auf 5317 Zähler. Dagegen verlor der TecDax  2 Prozent auf 482 Punkte.

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag nach einem wechselvollen Handel im Minus geschlossen. Obwohl Anleger bei den Aktien von Speicherchipherstellern zugriffen, belasteten den Nasdaq im Handelsverlauf Verkäufe bei Biotech-Werten. Auf dem Markt lastete auch die Gewinnwarnung von FedEx . Die Aktien des Paketdienstes gaben über 14 Prozent nach.

Der Wall-Street-Leitindex, der Dow-Jones-Industrial-Index , schließlich 2,7 Prozent niedriger bei 8691 Punkten, der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  verlor 1,6 Prozent auf 1547 Zähler.

Q-Cells schockiert Deutschlands Anleger

Q-Cells schockiert Deutschlands Anleger

Schockiert reagierten die Anleger auf die Gewinnwarnung von Q-Cells . Völlig überraschend hatte der weltgrößte Solarzellenhersteller seine erst vor einem Monat angehobene Prognose kassiert. Die im TecDax  gelisteten Aktien stürzten um 17,3 Prozent auf 22,05 Euro ab. Die Gewinnwarnung von Q-Cells riss die meisten Solarwerte mit in die Tiefe: Der Index gab daher um rund 2 Prozent auf 482 Punkte nach.

BMW und Daimler legen kräftig zu

BMW und Daimler legen kräftig zu

Zu den Gewinnern im Dax  zählten erneut die in diesem Jahr allerdings besonders stark gebeutelten Autowerte. Daimler  legten 4,3 Prozent auf 25,67 Euro zu, BMW  standen mit einem Tagesgewinn von 5,6 Prozent sogar noch höher auf der Gewinnerliste. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid, rechnet mit einer Einigung auf ein Rettungspaket für die Branche in den nächsten beiden Tagen.

Adidas 9 Prozent im Plus

Adidas 9 Prozent im Plus

Post-Aktien  legten 3,4 Prozent auf 11,13 Euro zu. Trotz einer Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Fedex hält die Post an ihren Planungen für die USA fest. Fedex-Aktien brachen in New York um 13 Prozent ein. Metro  und Adidas  machten mit Kursgewinnen von 5 Prozent beziehungsweise 9 Prozent von sich Reden. Offenbar gäben einige Anleger der Konsumbranche angesichts der vielen Konjunkturpakete wieder eine Chance, mutmaßten Händler. Konkrete Auslöser für die Kurssteigerungen gebe es aber nicht.

Infineon am Dax-Ende

Infineon am Dax-Ende

Auf der Verliererseite standen die Aktien von Infineon  mit einem Abschlag von 10,8 Prozent auf ein Rekordtief von 78 Cent. Händler verwiesen auf die Senkung der Umsatzprognosen durch einige Konkurrenten. In New York zogen die Titel der betroffenen Branchengrößen Texas Instruments , National Semiconductor, Broadcom  und Altera  allerdings deutlich an. Händler begründeten dies mit der Hoffnung, dass die Branche nun das Schlimmste hinter sich habe.

Ölpreis weiter unter Druck

Ölpreis weiter unter Druck

Eine niedrigere Einschätzung für den Öl-Verbrauch 2009 hat am Dienstagabend den Ölpreis sinken lassen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI kostete 42,92 Dollar, 1,9 Prozent weniger als am Vorabend. Nordseeöl verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 42,42 Dollar. Die Experten der US-Behörde EIA hatten ihre Schätzungen für den Ölverbrauch in den USA und weltweit nach unten revidiert. Den aktuellen Prognosen zufolge dürften im kommenden Jahr weltweit 85,3 Millionen Barrel am Tag verbraucht werden. Doch auch das sei sehr optimistisch, sagte ein Händler. "Angesichts der Lage, in der sich die Weltwirtschaft derzeit befindet, rechne ich mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage", sagte er.

Der Euro  legte gegenüber dem Dollar leicht zu. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung im Devisenhandel bei 1,2935 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor einen Referenzkurs von 1,2838 Dollar festgestellt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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