Börsenschluss Ein bisschen Zuversicht

Konjunkturprogramme, eine überraschend deutlich Zinssenkung in China und der näher rückende Machtwechsel in den USA haben Anlegern in dieser Woche wieder etwas Mut gemacht. Der Dax schloss am Freitag nahezu unverändert, der Dow machte moderate 1,17 Prozent gut.

Frankfurt am Main - Damit hat der Dax  erstmals seit Ende Oktober im Wochenvergleich Gewinne eingefahren - und zwar gut 13 Prozent. Die Umsätze blieben aber auch am Freitag gering.

Viele Investoren nutzten den Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag in den USA für ein verlängertes Wochenende. Am Freitag öffnete die New Yorker Börse zudem nur für einen halben Tag bis 19.00 Uhr MEZ. Der Leitindex Dow Jones  baute seine frühen Gewinne aus und ging mit plus 1,17 Prozent auf 8829,04 Punkte ins Wochenende. Im Wochenvergleich verbuchte er damit ein Plus von rund 9,7 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,96 Prozent auf 896,24 Zähler. An der Nasdaq schaffte der Composite-Index  mit 0,23 Prozent auf 1.535,57 Punkte auch noch den Sprung in die Gewinnzone.

Der MDax  mittelgroßer Werte sank am Freitag um 0,63 Prozent auf 5356 Punkte. Der technologielastige TecDax  gab um 0,31 Prozent auf 497 Zähler nach.

Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse zufolge hielten sich viele Anleger mit stärkeren Engagements zurück. Die Investoren fürchteten neue schlechte Nachrichten, die am Wochenende wieder für weitere Verunsicherung sorgen könnten, hieß es.

Allianz und Coba an der Dax-Spitze

Allianz und Coba an der Dax-Spitze

Finanzwerte zählten am Freitag auf dem Frankfurter Parkett zu den Favoriten der Anleger, nachdem überraschend die Komplettübernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank  deutlich früherüber die Bühne geht als geplant.

Zugleich kostet der seit Jahren größte Deal in der deutschen Finanzindustrie das zweitgrößte deutsche Geldhaus deutlich weniger als zunächst geplant. Außerdem wird die Allianz als bisherige Dresdner-Mutter nur noch in geringerem Maße mit 18,4 Prozent an dem neuen fusionierten Bankhaus beteiligt sein.

Analyst Philipp Hässler von Equinet sagte angesichts dieser Meldung: "Das ist eine positive Nachricht für die Commerzbank, weil der Gewinn je Aktie durch den niedrigeren Preis weniger verwässert wird und die Integration der Dresdner schneller vorankommt." Allianz  gewannen an der Dax-Spitze 9,03 Prozent auf 65,21 Euro, Commerzbank  rückten um 4,87 Prozent auf 7,215 Euro vor.

ThyssenKrupp "etwas besser als erwartet"

ThyssenKrupp "etwas besser als erwartet"

Papiere von ThyssenKrupp  legten nach der Bilanzvorlage um 2,70 Prozent auf 15,96 Euro zu. Die Zahlen des Industriekonzerns fielen laut Händlern "etwas besser als erwartet" aus, wobei vor allem der Nettogewinn die Prognosen übertroffen habe. Der fehlende Ausblick für das Geschäftsjahr 2008/2009 sei indes keine Überraschung, und die bestätigten mittelfristigen Ziele wirkten positiv. Positiv sei zudem, dass die geplanten Investitionen für mehr Wachstum nicht in Frage gestellt worden seien, schrieb Analyst Peter Metzger von Sal. Oppenheim.

Belasteter Einzelhandel in den USA, fulminante GM-Papiere

An den US-Börsen war Anlegern allerdings eine gewisse Anspannung mit Blick auf den Start des Weihnachtsgeschäfts anzumerken gewesen; entsprechend entwickelten sich Einzelhandelswerte. Wal-Mart-Stores  verloren 1,43 Prozent auf 55,88 Dollar, für Best Buy ging es um 1,76 Prozent auf 20,71 Dollar runter. Traditionell startet am Tag nach "Thanksgiving" mit dem "Black Friday" das Weihnachtsgeschäft in den USA und die Einzelhändler locken mit Rabatten. Und selten waren die Vorzeichen angesichts Kreditkrise, Rezession und steigender Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt derart schlecht.

Als einer der Favoriten im Dow Jones kletterten General Motors  (GM) nach ihrem fulminanten Anstieg vom Mittwoch um weitere 8,94 Prozent auf 5,24 Dollar. Am Markt halte sich hartnäckig die Hoffnung auf die dringend benötigte Staatshilfe für den angeschlagenen Autobauer, sagten Händler. Auch Ford  legten erneut kräftig zu und gewannen gar 25,12 Prozent auf 2,69 Dollar.

Alcoa macht Verluste wett, Intel leidet unter Warnungen der Konkurrenz

Alcoa  machten ihre frühen Verluste wett und gewannen 2,67 Prozent auf 10,76 Dollar. Der Aluminiumkonzern denkt anders als sein chinesischer Partner Chinalco derzeit nicht an die Aufstockung seines Anteils am Rohstoffkonzern Rio Tinto . Unterdessen setzten Citigroup ihre Erholung in einem positiven Branchenumfeld fort und stiegen um 17,59 Prozent auf 8,29 Dollar. Auch Bank of America  waren trotz einer Kurszielsenkung der UBS gefragt und kletterten um 5,31 Prozent auf 16,25 Dollar.

Intel  verloren nach einer Gewinnwarnung des größten europäische Halbleiter-Herstellers STMicroelectronics 1,22 Prozent auf 13,80 Dollar. Auch Applied Materials  kamen unter Druck und verloren 1,54 Prozen auf 9,58 Dollar.

Auch Häuserbauer standen am unteren Ende des Kurszettels: KB Home verloren 6,21 Prozent auf 11,63 Dollar, für Pulte Homes ging es um 1,11 Prozent auf 10,65 Dollar runter. Die Ratingagentur Moody's senkte ihr Kreditwürdigkeitsurteil zu den Unternehmen von "Ba2" auf "Ba3". Zudem könne das Rating erneut gesenkt werden, speziell wenn sich die finanzielle Situation der Konzerne deutlich verschlechtere. Im Dow Jones rutschten Aktien des Baumarktes Home Depot  mit minus 1,87 Prozent auf 23,11 Dollar ans Indexende.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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