Märkte Allianz und Deutsche Bank klettern zweistellig

Der Dax schließt den vierten Tag in Folge mit Gewinnen. An den USA wurde wegen des Thanksgiving-Feiertags nicht gehandelt. In Frankfurt waren besonders Finanz - und Autowerte gefragt: Anleger hoffen, dass die Bärenmarktrally auch am Freitag weitergeht.

Frankfurt am Main - Nach einem ruhigen Handel hat der Dax  am Donnerstag den vierten Handelstag in Folge im positiven Terrain geschlossen. Der Leitindex profitierte seit Öffnung der Börse von positiven Vorgaben aus den USA und legte schließlich um 2,3 Prozent auf 4.665 Punkte zu. Der MDax  rückte um 4,1 Prozent auf 5.389 Zähler vor, und für den TecDax  ging es um 4,3 Prozent auf 498 Punkte nach oben.

Händler Udo Becker von Merck Finck sprach von einem freundlichen Marktumfeld ohne große Impulse, da in den USA die Börsen wegen des Feiertages Thanksgiving geschlossen blieben. Insofern hätten die deutschen Standardwerte bereits zu Handelsbeginn die Kursgewinne an der Wall Street nachvollzogen und sich in der Folge seitwärts bewegt. In den USA hatten am Mittwoch Schnäppchenjäger zugegriffen und die schwachen Konjunkturdaten in den Hintergrund gedrängt. Der Dow Jones hat seit Freitag mehr als 1000 Punkte an Wert gewonnen.

Auto- und Finanztitel erholen sich

Auto- und Finanzwerte profitierten laut Händlern von der Hoffnung auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Finanzkrise. Entsprechend komme es zu einer anhaltenden Kurserholung der entsprechenden Branchen, die in den vergangenen Wochen kräftig eingebüßt hatten.

Die Aktien des Versicherers Allianz  gewannen 10,1 Prozent auf 59,81 Euro und die Deutsche Bank  Papiere verteuerten sich um 12,4 Prozent auf 27,23 Euro.

Im Autobereich waren die Titel von MAN  mit plus 11,41 Prozent auf 37,30 Euro Favorit. Händler verwiesen gleichwohl auf Agenturberichte, denen zufolge der Lastwagenbauer wegen der Krise die Produktion zurück fahren könnte.

Infineon: Neue Sorgen um Qimonda

Die Aktien von Infineon  fielen hingegen um 3,74 Prozent auf 1,93 Euro. Börsianer werteten eine Anfrage bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach staatlichen Hilfen für die angeschlagene Speicherchip-Tochter Qimonda , von der die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag aus den Kreisen erfuhr, negativ. Qimonda hofft den Kreisen zufolge auf staatliche Bürgschaften in dreistelliger Millionenhöhe.

MDax: Premiere haussieren

MDax: Premiere haussieren

Im MDax  sprangen dagegen die Premiere-Aktien um 45,8 Prozent auf 4,7 Euro hoch, nachdem die "Bild"-Zeitung ohne Quellenangabe über die zu erwartende Vergabe der Bundesliga-Rechte an den Bezahlfernsehsender am morgigen Freitag berichtet hatte. Ein Händler sagte: "Das klingt zwar spekulativ, treibt aber die Aktie deutlich an." Es sollte allerdings nicht vergessen werden, dass andere Zeitungen zuvor über ein möglicherweise besseres Angebot des Disney-Senders ESPN berichtet hatten. Die Bundesligarechte seien extrem wichtig für Premiere.

Die Aktien der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) kletterten ungeachtet eines Zeitungsberichtes über eine rückläufige Aktivität im Hamburger Hafen nach Anfangsverlusten mit 2,27 Prozent ins Plus auf 23,40 Euro. Laut "Hamburger Abendblatt" trifft die weltweite Wirtschaftskrise nun auch den Hamburger Hafen mit voller Wucht. Nach Jahren des ungebremsten Wachstums sackte der Container-Umschlag im Oktober nach Informationen der Zeitung um 4,7 Prozent ab. Ein Händler kommentierte: "Das ist sicherlich nicht positiv, sollte aber gleichzeitig nicht überraschen. Dass Häfen leiden, ist erwartet worden."

Im SDax sprangen Air Berlin  nach Zahlen um 15,33 Prozent nach oben auf 3,46 Euro. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft steigerte ihren Gewinn im dritten Quartal deutlich und bleibt zuversichtlich, auch im Gesamtjahr ein positives operatives Ergebnis zu erzielen. Deutsche-Bank-Analyst Lars Slomka sagte: "Die Quartalszahlen sind besser als erwartet ausgefallen." Die Fluggesellschaft sei gut in das vierte Quartal gestartet.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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