Börsenschluss Märkte können Fed-Spritze gut gebrauchen

Dax wie Dow schließen am Dienstag mit knappen Gewinnen. Ganz anders hätte es ausgesehen, wenn die Fed nicht weitere Hilfspakete angekündigt hätte. Im späten Parketthandel rutscht der Dax folgerichtig ins Minus.

Frankfurt am Main / New York - Die US-Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Die neuen Maßnahmen in Form eines milliardenschweren Kreditprogramms der US-Notenbank Fed konnten die Standardwerte stützen, Technologietitel kamen unterdessen nach zwei Tagen kräftiger Gewinne leicht unter Druck. "Wenn durch das Programm der Fed Kredite wieder bereitwilliger vergeben werden, hat die Maßnahme substanziellen Wert für die künftige Entwicklung", sagte ein Börsianer.

Der Leitindex Dow Jones  schloss mit plus 0,43 Prozent auf 8479,86 Punkte. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,66 Prozent auf 857,41 Zähler nach oben. An der Nasdaq fiel der Composite-Index  unterdessen um 0,50 Prozent auf 1464,73 Punkte.

Für den MDax  ging es um 1,0 Prozent auf 5175 Punkte nach oben. Der TecDax  rückte um 1,9 Prozent auf 475 Zähler vor.

Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser verwies angesichts der deutschen Aktienmärkte auf neue Maßnahmen der US-Notenbank. Die Fed will mit einem weiteren Hilfspaket vor allem erreichen, dass der derzeit praktisch eingefrorene Kreditmarkt etwa für Hausbau-Darlehen, aber auch für Verbraucher- und Unternehmenskredite, wieder in Gang kommt. Dafür will sie zwei weitere Programme zum Aufkauf bestimmter forderungsbesicherter Wertpapiere auflegen.

Bankenwerte blieben im Fokus der Anleger: Die Aktien von Hypo Real Estate (HRE)  standen mit plus 9,2 Prozent auf 2,85 Euro erneut an der Dax-Spitze. Händler begründeten dies damit, dass es keinen spürbaren Verkaufsdruck in den Titeln des angeschlagenen Immobilienfinanzierers gebe. Die Aktien der Deutschen Bank  legten um 4,1 Prozent auf 24,20 Euro zu. Hier wirke die Hilfe der US-Regierung für die Citigroup vom Vortag positiv nach, hieß es. Commerzbank-Aktien  zogen um 4,84 Prozent auf 6,50 Euro an.

Stahlwerte zählten nach dem Scheitern der Übernahme von Rio Tinto durch BHP Billiton mit zu den größten Gewinnern. Analyst Stefan Röhle von Independent Research zufolge zeigten sich die Anleger erleichtert, dass die Konzentration am Markt für Eisenerz nicht noch weiter zunimmt. So kletterten die im MDax notierten Titel von Salzgitter  um 8,9 Prozent auf 49,41 Euro und profitierten laut Börsianern zudem von der Aussicht auf eine Aufnahme in den Dax im Dezember. Für die Papiere von Klöckner & Co.  ging es um 5,9 Prozent auf 9,10 Euro nach oben. Im Dax rückten die Papiere von ThyssenKrupp  um 3,6 Prozent auf 14,55 Euro vor.

Die im Dax  notierten Stammaktien von Volkswagen (VW)  standen indes mit minus 22,7 Prozent auf 255,00 Euro erneut am Index-Ende. Die Papiere des Autobauers werden laut Händlern von der Neugewichtung von Indizes belastet, da sie wegen des verringerten Anteils frei handelbarer VW-Aktien in den Aktienbarometern deutlich an Gewicht verlieren.

Außerhalb der großen Indizes sackten Titel von Porsche  um 5,8 Prozent auf 52,77 Euro ab. Händler verwiesen auf eine negativ aufgenommene Mitteilung des Sportwagenherstellers, der zufolge die Stuttgarter ihre Produktion der gesunkenen Nachfrage anpassen. Viele Börsianer zeigten sich aber dennoch verwundert über die Stärke des Kursrutsches. "Wenn alle Autohersteller und -zulieferer sowie viele metallverarbeitenden Unternehmen über Kürzungen nachdenken, kann Porsche kaum weiter produzieren, als sei nichts gewesen", sagte einer von ihnen.

Später Parketthandel mit Wende ins Minus

Im späten Parketthandel hat der Dax schließlich doch noch ins Minus gedreht. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen an den US-Börsen, die auch dort die Kurse in die Verlustzone drückten. Der L-Dax schloss bei 4506,49 Punkten. Im elektronischen Handel war der deutsche Leitindex zuvor um 0,13 Prozent auf 4560,42 Punkte gestiegen. Der L-MDax ging bei 5166,31 Zählern aus dem Handel. Auf Xetra hatte der Index der mittelgroßen Werte 1,02 Prozent auf 5175,17 Zähler gewonnen. Der L-TecDax schloss mit 468,53 Punkten. Zuvor war der Technologiewerte-Index um 1,89 Prozent auf 474,82 Punkte geklettert.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.