Börsenschluss Dow mit Karacho ins Minus

Der Dax hat am Freitag leicht im Plus geschlossen. Auf Wochensicht muss Deutschlands Leitindex allerdings ein Minus von 4,6 Prozent verkraften. Schlimmer sieht es in Übersee aus: Der Dow Jones verlor angesichts erbärmlicher Konsumdaten 3,8 Prozent - an einem Tag.

New York/Frankfurt am Main - Belastet von Konjunktursorgen haben die US-Börsen die Woche tief im Minus beendet. Vor Beginn des Welt-Finanzgipfels in Washington drückten unter anderem die schlechten Umsatzzahlen des Einzelhandels im Oktober die Kurse an der Wall Street.

Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte ging mit einem Abschlag von 3,8 Prozent auf 8497 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab 4,2 Prozent auf 872 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  verlor sogar fünf Prozent auf 1516 Punkte.

Der Einbruch im US-Einzelhandel ist der stärkste seit Einführung der Statistik 1992. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die weltgrößte Volkswirtschaft. Diese hängt zu etwa zwei Dritteln vom privaten Konsum ab. Zudem lasteten Warnungen vor schwächeren Geschäften von Unternehmen wie Nokia  auf den Kursen. Darüber hinaus hielten sich Anleger nach dem kräftigen Anstieg der Kurse vom Donnerstag zurück. Da half auch der Hinweis von Notenbankchef Ben Bernanke nichts, die Fed könne die Zinsen im Notfall nochmals senken.

Die Papiere von Abercrombie & Fitch verloren 15,5 Prozent. Der US-Einzelhändler hatte zuvor einen Gewinnrückgang vermeldet und seine Prognose kassiert. Auch die Anteilsscheine von Wal-Mart  notierten 2,5 Prozent schwächer. Nokia schraubte vor Börsenbeginn seine Prognose für den weltweiten Handyabsatz zurück. Der Absatz werde im laufenden Vierteljahr angesichts des Wirtschaftsabschwungs mit 1,24 Milliarden Geräten um 20 Millionen niedriger sein als bislang erwartet, erklärte der weltgrößte Handyhersteller. Vor allem die vergangenen Wochen seien schwach gewesen. 2009 werde der Handy-Absatz zudem wohl unter dem aus 2008 liegen. Nokia-Aktien verloren an der US-Börse 11,4 Prozent.

Freddie Mac verbrennt weiter Unsummen

Die Zahlen von Freddie Mac  trugen ebenfalls nicht zur Beruhigung bei. Der unter staatlicher Aufsicht stehende US-Hypothekenfinanzierer verbuchte im dritten Quartal einen Rekordverlust von 25,3 Milliarden Dollar. Die Lage am US-Häusermarkt habe sich zuletzt "dramatisch" verschlechtert, erklärte Freddie Mac. Für die Aktien der Citigroup  ging es um 4,6 Prozent bergab. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, die US-Großbank wolle wegen der Finanzkrise weitere 10.000 Stellen vor allem in der Investment-Sparte streichen. Im Handelsverlauf konnte sich das Papier aber bei 0,7 Prozent im Plus behaupten.

Auch Sun Microsystems kündigte einen massiven Stellenabbau an. Der auch in Deutschland aktive Computer- und Serverhersteller erklärte, angesichts der Wirtschaftsflaute bis zu 6000 Stellen streichen zu müssen, was in etwa jeden sechsten Arbeitsplatz betrifft. Sun-Micro-Aktien  konnten von der Ankündigung profitieren und notierten 4,8 Prozent höher.

Der Dax  hat am Freitag mit Gewinnen geschlossen und damit von der unerwartet starken Kursrally an der Wall Street vom Vortag profitiert. Zudem trieben Continental-Aktien  den Leitindex an, der schließlich um 1,3 Prozent auf 4710 Punkte zulegte. Im Wochenverlauf bedeutete dies aber immer noch ein Minus von 4,6 Prozent. Der MDax  mittelgroßer Werte stieg am Freitag um 0,7 Prozent auf 5373 Zähler. Der technologielastige TecDax  fiel hingegen um 0,2 Prozent auf 503 Zähler.

Dass der Dow Jones am Donnerstag überraschend mit einem Aufschlag von über 6 Prozent aus dem Handel gegangen war, habe die Anleger unvorbereitet getroffen, sagte Marktstratege Wolfgang Druwe von der Bremer Landesbank. Insofern habe sich das deutliche Plus im Dax an diesem Freitag ungewöhnlich lange gehalten. Erst nach Öffnung der Börsen in den Vereinigten Staaten hätten die enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätze die Kurse dies- und jenseits des Atlantiks etwas unter Druck gesetzt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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