Märkte Deutsche Bank, Siemens und Allianz brechen ein

Die Aussicht auf eine weltweite Rezession hat den Dax erneut in die Tiefe stürzen lassen. Da der Dow Jones am Nachmittag seine Verluste ausbaut, schließt der deutsche Leitindex nur knapp über 4800 Punkten. Finanztitel wie Deutsche Bank, Allianz oder Commerzbank brechen zweistellig ein. Noch größer sind die Verluste bei Anbietern erneuerbarer Energien.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Donnerstagnachmittag auf Grund von Rezessionssorgen seine Talfahrt beschleunigt. Der Leitindex schloss auf Xetra 6,8 Prozent schwächer und fiel um 353 Zähler auf 4813 Punkte. Zuvor hatte der Weltwährungsfonds IWF eine weltweite Rezession für das Jahr 2009 prognostiziert.

Dies wirkte sich auch auf die Nebenwerteindizes aus. Der MDax fiel um 5,8 Prozent auf 5562 Zähler und der TecDax sackte um 8,6 Prozent auf 522 Zähler ab - Solarwerte erlitten Verluste von jeweils um die 20 Prozent.

"Die schlechten Nachrichten kommen wieder zum Zug, die Erholung ist vorbei", sagte ein Händler. Für eine weitere Beschleunigung des Kursrutsches sorgten die schwachen US-Börsen: Der US-Leitindex Dow Jones fiel bis 17.30 Uhr um 2,5 Prozent und baute im Anschluss seine Verluste sogar noch aus.

Für Enttäuschung sorgte auch die Europäische Zentralbank. "Die Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 3,25 Prozent hat dem Markt nicht gereicht", erklärte ein Börsianer.

Nach der kurzen Euphorie über die Wahl von Barack Obama zum neuen US-Präsidenten traten nach Ansicht von Marktbeobachtern nun wieder die Rezessionsängste in den Vordergrund. Die Bärenmarkt-Rally dürfte zunächst einmal vorbei sein, sagte ein Händler.

Deutsche Finanztitel verlieren zweistellig

Finanztitel verlieren zweistellig

Im Dax verloren Deutsche Bank 12,8 Prozent auf 30,16 Euro. Auch Commerzbank und Allianz verbilligten sich jeweils um mehr als 10 Prozent.

Die Aussicht auf eine starke Abkühlung der Konjunktur ließ aber auch exportorientierte Industriewerte einbrechen. ThyssenKrupp gaben 12,5 Prozent auf 13,66 Euro nach, und Aktien von Siemens rutschten um um mehr als zehn Prozent ins Minus.

Die Aktie von Fresenius Medical Care schloss als einziger Wert im Plus. Die Aktie stieg um 2,1 Prozent auf 33,60 Euro. Die Aktie von VW schloss als zweitbester Dax-Wert nahezu unverändert.

Nebenwerte: Immobilien- und Stahlwerte stark unter Druck

Nebenwerte: IVG und Salzgitter stark unter Druck

In der zweiten Reihe verloren IVG Immobilien mit 20,3 Prozent auf 4,95 Euro am deutlichsten. Heidelberger Druck büßten nach schwachen Quartalszahlen 17,7 Prozent auf 5,98 Euro ein. Salzgitter verbilligten sich nach der Ankündigung von Produktionskürzungen um mehr als 16 Prozent.

Auf der anderen Seite legten die Altana-Papiere, beflügelt von der Ankündigung der Mehrheitsaktionärin Susanne Klatten, das Unternehmen komplett übernehmen zu wollen, deutlich zu. Sie gingen mit einem Plus von 37,9 Prozent bei 12,95 Euro aus dem Handel.

TecDax: Ausverkauf bei Solarwerten

TecDax: Ausverkauf bei Solarwerten

Im TecDax standen erneut die Papiere der Erneuerbare-Energien-Firmen unter massivem Druck. Roth & Rau gaben 20,1 Prozent auf 15,70 Euro nach. Q-Cells verloren 19,5 Prozent auf 26,45 Euro und Conergy büßten 18,3 Prozent auf 5,33 Euro ein. Zehn weitere Unternehmen verloren ebenfalls zweistellig. Einzig Carl-Zeiss beendeten den Handelstag mit leichten Gewinnen von 0,4 Prozent auf 8,16 Euro.

Der Euro-Kurs  ist nach der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) gefallen. "Das passt genau zu dem, was man von der EZB erwartet hatte", kommentierte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus am Donnerstag die Zinsentscheidung. Die Gemeinschaftswährung sank unter die Marke von 1,28 Dollar nach 1,2866 Dollar vor Bekanntgabe des Zinsentscheids.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa-afx und reuters

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