Freitag, 23. August 2019

Wall Street Kurseinbruch nach der Wahl

Der Machtwechsel im Weißen Haus bedeutet noch nicht das Ende der wirtschaftlichen Misere. Wie schwierig die Aufgabe für Barack Obama wird, deuten neue Arbeitsmarktdaten an: Einen Tag nach der Wahl bricht der Dow um knapp 500 Punkte ein. Der Dax dürfte am Donnerstag erneut an der Marke von 5000 Zählern kratzen.

New York/Frankfurt am Main - Sorgen vor einer schweren Rezession haben an der Wall Street die Freude über den Wahlsieg von Barack Obama überlagert. Der Dow Jones ging im späten Handel auf Tauchstation.

Hatte am Vortag die Hoffnung auf mehr Klarheit über den künftigen US-Wirtschaftskurs noch für Gewinne gesorgt, gerieten am Mittwoch erneut die Sorgen über die weltweite Konjunkturabkühlung in den Vordergrund.

Nicht nur die Ausblicke der Unternehmen, die derzeit ihre Quartalszahlen melden, zeugen von großer Skepsis. Auch neue Daten vom Arbeitsmarkt und aus dem Dienstleistungssektor zeigten, wie sehr die größte Wirtschaftsnation der Welt mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen hat.

Bevor am Freitag die offiziellen Arbeitsmarktdaten verkündet werden, sorgten Zahlen der Arbeitsagentur ADP bereits für Unruhe.

Ausverkauf im späten Handel

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen hatte bis Xetra-Schluss in Deutschland lediglich rund 2 Prozent im Minus bei 9433 Punkten notiert. Im späten Handel beschleunigte der Index dann seinen Kursrutsch und schloss 486 Punkte (5 Prozent) tiefer bei 9139 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen stürzte sogar um 5,5 Prozent ab.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hatte auf Xetra 2,1 Prozent im Minus bei 5166 Punkten geschlossen. Am Vortag hatte der Index noch 5 Prozent zugelegt. Dann folgte der neue Nackenschlag aus New York: "Ein erneuter Test der Marke von 5000 Zählern ist möglich", sagte ein Händler in Frankfurt.

Stellenabbau in den USA so stark wie seit 6 Jahren nicht

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Direkt nach der Wahlparty führten neue Wirtschaftsdaten zurück in die triste Realität. Einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge haben US-Firmen wegen der Finanzkrise im Oktober deutlich mehr Stellen abgebaut als erwartet. Demnach fielen in der Privatwirtschaft mit 157.000 Stellen so viele Arbeitsplätze weg wie zuletzt im November 2002.

ISM-Index auf Zehnjahrestief

Ähnlich enttäuschend die Zahlen aus dem Dienstleistungssektor: Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) fiel auf 44,4 von 50,2 Zählern im September. Das ist der tiefste Stand seit Umfragebeginn 1997. Mit einem Stand von unter 50 Zählern signalisiert der Index eine schrumpfende Geschäftstätigkeit des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes, das 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht.

Finanzkonzern Ambac stürzt um 25 Prozent

Die Finanzbranche ächzt weiter unter der Finanzkrise: Die Aktien des US-Anleihenversicherers Ambac Börsen-Chart zeigen fielen um 27 Prozent, nachdem der Konzern wegen Abschreibungen zuletzt noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht war. Zu den Gewinnern zählten dagegen die Papiere von Time Warner.

Der Kinohit "The Dark Knight" verhalf dem Medienkonzern zu einem überraschend kräftigen Gewinnanstieg. Dass Time Warner bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz auch seine Jahresprognose senkte, fiel kaum ins Gewicht. Time-Warner-Aktien verteuerten sich um 1,4 Prozent. Der Ölpreis sank nach seinem kräftigen Anstieg am Dienstag zur Wochenmitte um 6,5 Prozent auf knapp 66 Dollar.

Nach US-Börsenschluss werden Cisco Börsen-Chart zeigen und die News Corp. über ihr abgelaufenes Geschäftsquartal berichten.

In Deutschland hat die Bundesregierung unterdessen ihr umfangreiches Konjunkturpaket verabschiedet. Mit 15 Einzelmaßnahmen sollen Bürger teilweise entlastet und vor allem mittelständische Betriebe gezielt gestützt werden. Der Dax schloss am Mittwoch, belastet von Rezessionssorgen, dennoch deutlich im Minus.

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