Börsenschluss Dax versöhnt Anleger zum Wochenende

Zum Wochenschluss haben die Schnäppchenjäger zugelangt und machen Hoffnung auf mehr. Der Dax schließt am Freitag mit einem stattlichen Plus. Auf Wochensicht hat der Index rund 16 Prozent gewonnen. Aktien von Conti und BASF schießen in die Höhe. VW-Titel schließen kaum verändert knapp unter 500 Euro.

Frankfurt am Main - Fallende Aktienkurse haben am Freitag Schnäppchenjäger angelockt und dem Dax in den letzten Handelsstunden ein deutliches Plus beschert. Der deutsche Leitindex schloss 2,40 Prozent höher bei 4988 Punkten. Der MDax  ging mit einem Plus von 1,80 Prozent auf 5504 Punkte aus dem Handel. Der TecDax  rückte um 4,90 Prozent auf 536 Zähler vor.

Dabei war der deutsche Leitindex am Morgen noch gesunken. "Die Aktien waren überverkauft und erholen sich jetzt. Einige Anleger hoffen offenbar, zu einem günstigen Zeitpunkt einsteigen zu können", sagte Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Dax damit rund 16 Prozent gutgemacht.

Händler begründeten die Kursgewinne vieler deutscher Titel auch mit der bevorstehenden Veränderungen der Dax-Gewichtung. "Am Montag wird das Gewicht der VW-Aktie auf zehn Prozent begrenzt, das bedeutet im Gegenzug, dass die Gewichtung anderer Titel steigen wird - dementsprechend decken sich manche Fonds nun mit diesen Aktien ein", sagte ein Händler. Das Papier von Volkswagen  schloss 0,1 Prozent im Minus bei 499,50 Euro.

Auch an der Wall Street zogen die Kurse an. Als die europäischen Börsen schlossen, lag der Dow Jones  0,7 Prozent höher. Der Nasdaq Composite  stieg um 0,6 Prozent. Dabei hatte es zuvor eher schwache Wirtschaftsdaten aus den USA gegeben. Erstmals seit zwei Jahren waren die monatlichen Ausgaben der US-Verbraucher rückläufig im September. Die Daten verdeutlichen, dass sich die US-Bürger auf härtere Zeiten vorbereiten. Für Unsicherheit am Markt sorgte zwischenzeitlich auch die Nachricht, dass der geplante Zusammenschluss der US-Autobauer General Motors  und Chrysler wegen Unklarheit über staatliche Finanzhilfen vorerst auf Eis liegt.

Conti-Aktien schießen in die Höhe

Ohne neue Nachrichten gewannen die Aktien von BASF  8,35 Prozent auf 26,07 Euro. "Die Zahlen gestern waren nicht so schlecht, wie an der negativen Marktreaktion abzulesen gewesen wäre", sagte ein Börsianer. Jetzt fänden sich wieder langfristige Käufer für die Aktien. Zudem dürften die Titel wie andere Schwergewichte im Dax  von einer Kappung des VW-Gewichts profitieren.

Conti-Aktien schießen in die Höhe

Continental  setzten sich mit einem Plus von 8,55 Prozent auf 32,36 Euro an die Spitze des Index. Der fränkische Familienkonzern Schaeffler will die geplante Übernahme des Autozulieferers Continental Anfang kommender Woche in Brüssel zur Freigabe anmelden. "Wir gehen davon aus, dass wir die letzten Punkte zu den Fragen der EU-Kommission bis Anfang nächster Woche geklärt haben werden und leiten sie dann an die Kommission weiter», sagte ein Sprecher des Herzogenauracher Wälzlagerherstellers am Freitagmittag.

Händler werteten die Ankündigung als Beleg, dass entgegen allen Spekulationen die Übernahme doch wie geplant klappen werde. Zuvor waren Vermutungen laut geworden, dass Schaeffler die Übernahme wegen einer möglicherweise wackeligen Finanzierung bewusst hinauszögere.

Aktien von Volkswagen  (VW) verloren zu Handelsschluss 0,10 Prozent auf 499,50 Euro, nachdem sie zuvor bis auf 548,00 Euro gestiegen waren. Nach neuen Index-Regeln der Deutschen Börse könnte die Aktie noch in der kommenden Woche aus dem Leitindex fliegen. Künftig kann eine Aktie aus Dax , MDax  oder SDax  genommen werden, wenn die Gewichtung an einem Tag bei mehr als zehn Prozent liegt und zudem die Schwankung des Kurses gemessen an der so genannten 30-Tages-Volatilität bei mehr als 250 Prozent liegt.

Für Papiere der Commerzbank  ging es um 6,23 Prozent auf 8,43 Euro nach unten. Börsianer verwiesen auf Medienberichte als Kursbelastung, wonach die Commerzbank das Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen wolle. Am Mittwoch hatte die Commerzbank ähnliche Berichte nicht kommentieren wollen. Zuvor hatte Vorstandschef Martin Blessing gesagt, es sei die Pflicht eines jeden Bankers, eine Teilnahme zu prüfen. LBBW-Analysten erachten eine Kapitalerhöhung bei dem Institut für wahrscheinlich.

Allianz-Titel gaben am Dax-Ende 6,42 Prozent auf rund 58 Euro ab. Händler verwiesen auf negative Nachrichten um Hartford Financial , deren Aktien in New York um über 50 Prozent eingebrochen waren. Im Handelsverlauf hatten die Verluste zeitweilig rund 10 Prozent betragen.

Puma nach Achterbahnfahrt im Plus

Puma schließen im Plus

Puma-Aktien schlossen nach Zahlenvorlage und einer Berg- und Talfahrt letztlich 2 Prozent fester auf 131,43 Euro. Der Sportartikelhersteller hob zwar nach einem besser als erwartet ausgefallenen dritten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Börsianer werteten die Bilanz in einer ersten Reaktion auch positiv und nannten den verbesserten Ausblick den Katalysator für Kursgewinne. Laut Equinet wurde der Ausblick aber eher nach oben konkretisiert und die Erhöhung sei eher kosmetischer Schritt, der das Bild des Unternehmens nicht wirklich ändere.

Wirbel um Repower

Anteilsscheine der GEA Group verteuerten sich im MDax  nach durchwachsenen Zahlen um rund 7 Prozent auf 11,11 Euro. Der Geschäftsverlauf des Maschinenbau-Konzerns im abgeschlossenen dritten Quartal war stark geprägt von der höheren Vorsorge für Lentjes sowie der Tochter Ruhrzink, die geschlossen werden soll. Die Belastungen inklusive Buchverlust führten zu einem Verlust, im fortgeführten Geschäft verbesserte sich GEA dagegen beim Gewinn deutlich.

Im TecDax  machten Repower  einen Kurssprung von 51,3 Prozent auf 106,44 Euro und zogen damit den Index kräftig ins Plus. Händler verwiesen neben der Fortsetzung der kürzlich begonnenen Erholungsbewegung auf die kurstreibende Aussicht, dass Großaktionär Suzlon seine Beteiligung an Repower nicht abbaut. Zuletzt war wiederholt darüber spekuliert worden. Daneben verteuerten sich Solarworld  um 11,6 Prozent auf 19,54 Euro. Manz und Qiagen  stiegen um jeweils mehr als zehn Prozent. Schwächster Wert waren Drägerwerk , die sich um 3,3 Prozent auf 30,83 Euro verbilligten.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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