Märkte US-Börsen schließen uneinheitlich

Nach einer Berg- und Talfahrt haben die US-Börsen am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging zwei Prozent höher bei 8691 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,3 Prozent auf 908 Zähler. Der Dax hat seine Verluste eingegrenzt.

Frankfurt am Main - Nach einer heftigen Berg- und Talfahrt sind die US-Börsen am Donnerstag deutlich erholt aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones  schloss schließlich mit einem Plus von 170 Zählern, nachdem er zuvor um fast 300 Punkte in die Tiefe gerauscht war.

Der Nasdaq Composite  beendete den Handel als einziger Index im Minus. Börsianer führten Schnäppchenjäger als Begründung für die Erholung im späten Handel an. Zuvor hätten weiter steigende Rezessionsängste und enttäuscht aufgenommene Unternehmenszahlen und Ausblicke den Markt unter Druck gesetzt. "Alle Aktien kriegen im Moment ihr Fett ab, egal ob es Sinn macht oder nicht", versuchte ein Börsianer die teilweise heftigen Kursausschläge zu erklären.

Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Plus von 2,02 Prozent auf 8691 Zähler. Das Tageshoch hatte im frühen Handel bereits bei 8795 Zählern gelegen. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 1,26 Prozent auf 908,11 Zähler. Der Nasdaq Composite-Index erholte sich ebenfalls, schaffte es aber nicht in positives Terrain und ging mit einem Abschlag von 0,73 Prozent auf 1603 Punkte aus dem Handel.

Ölwerte führten die Erholung nach ihrer Talfahrt am Vortag an und unterstützen die Indizes. Exxon Mobil  legten an der Spitze des Dow-Jones um 9,01 Prozent auf 70,39 US-Dollar zu. Chevron  gewannen 8,15 Prozent auf 66,77 Dollar. Der Ölpreis war am Donnerstag wieder über 68 US-Dollar gestiegen.

Von Unternehmensseite gab es teilweise erfreuliche Nachrichten. So zählten die Papiere von Dow Chemical  nach Zahlen zu den Gewinnern. Sie legten 10,49 Prozent auf 24,43 Dollar zu. Der größte US-Chemiekonzern hat dank erneut starker Preiserhöhungen seinen Umsatz kräftig gesteigert. Die Papiere von United Parcel Service (UPS) gewannen 3,75 Prozent auf 48,13 Dollar. Der Logistiker hatte zwar nach einem erneuten Gewinnrückgang seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gekappt. Allerdings hatten Experten mit einem noch größeren Gewinneinbruch gerechnet.

Dax grenzt Verluste ein

Der Leitindex Dax beendete den Handel 1,1 Prozent niedriger bei 4519 Punkten. Nach einer Gewinnwarnung von Daimler  hatte das Daxminus noch bei rund vier Prozent gelegen. Europaweit drückte die Sorge vor den Folgen der Konjunkturschwäche für die Gewinne der Unternehmen die Stimmung. Das bekamen vor allem Konsumwerte wie Metro  zu spüren, aber auch Finanztitel verzeichneten erneute Kursverluste.

Autowerte gehörten zu den schwächsten Werten, nachdem der Branchenriese Daimler zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose senkte. Zudem soll das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt werden. Die Aktien von Daimler legten eine Achterbahnfahrt hin und beendeten den Handel 1,3 Prozent im Minus. Der europäische Autobranchenindex fiel um 4,8 Prozent.

Bayer stützen Dax

Als Stütze für den deutschen Aktienmarkt erwiesen sich die Bayer , die um 3,5 Prozent stiegen. Händler verwiesen auf Gerüchte um ein angebliches Übernahmegerüchte von Pfizer . Entsprechende Gerüchte um die beiden Unternehmen kursierten schon öfter am Markt. Bayer wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Siemens  brachen um mehr als sieben Prozent ein, nachdem der Schweizer Elektrotechnikkonzern und Konkurrent ABB  mitgeteilt hatte, dass die Finanzkrise das Auftragswachstum stoppt. Nach Angaben des Unternehmens haben Kunden Mühe, Bankfinanzierungen für neue Großprojekte zu finden und schieben deshalb Investitionen hinaus. Die ABB-Aktien brachen in Zürich um mehr als 18 Prozent ein.

Eurokurs weiter gefallen

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag zeitweise auf ein neues Zweijahrestief gefallen. Mit 1,2732 US-Dollar fiel der Euro zeitweise auf den niedrigsten Stand seit November 2007. Im Nachmittagshandel stieg der Euro dann wieder auf 1,28 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2810 (Mittwoch: 1,2843) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7806 (0,7786) Euro.

"Am Devisenmarkt scheint derzeit das Gesetz der Willkür zu gelten", sagte Uwe Janz, Devisenexperte von M.M. Warburg & Co. "Der Dollar profitiert von seiner Funktion als Leitwährung." Viele US-Anleger würden offensichtlich Dollar in die USA zurückführen. Mit der Hoffnung das die USA schneller aus der derzeitigen Krise herauskommen könnte, ließen sich die Kursbewegungen nicht erklären. "Im derzeitigen durch große Unsicherheit geprägten Umfeld ist es unmöglich, Aussagen über die weitere Konjunkturentwicklung zu treffen. Beide Wirtschaftsräume werden sehr stark durch die Lage belastet", sagte Janz. Zudem würde das geringe Handelsvolumen zu starken Kursauschlägen führen.

Wenn man den Devisenhandel insgesamt betrachte, könne man derzeit einige "tektonische Verschiebungen" beobachten, sagte Janz. Insbesondere eine ganze Reihe von Währungen aus Schwellenländern würden gerade angesichts der hohen Risikoscheu massiv unter Druck geraten. So hatte die ungarische Notenbank am Mittwoch ihren Leitzins trotz der schwierigen Konjunkturlage massiv angehoben ohne eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. "Dies ist eine reine Notfallmaßnahme gewesen. In diesem Umfeld geht keiner ein Risiko ein und investiert in riskanten Märkten wie Ungarn oder der Türkei."

Rentenmarkt tendiert fest

Der Rentenmarkt tendierte fest. Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sank auf 3,76 (Vortag: 3,82) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 118,74 Punkte. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 116,75 Punkte.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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