Börsenschluss Dax hält 6000 Punkte

Nach anhaltender Unsicherheit über das geplante US-Rettungspaket hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag mit Verlusten aus der Woche verabschiedet. Die Anleger sind verunsichert und streichen Kursgewinne ein, wo sie sich noch realisieren lassen. Im Dax kann einzig die VW-Aktie zulegen.

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss am Freitag mit minus 1,77 Prozent auf 6064 Zähler - im Wochenvergleich verlor der Leitindex rund 2 Prozent. Der MDax  büßte zum Ausklang 2,19 Prozent auf 7284 Zähler ein. Für den TecDax  ging es sogar um 3,37 Prozent auf 725 Punkte nach unten.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident George W. Bush zum Rettungspaket habe nicht die erhoffte Klarheit geschaffen, sagten Börsianer. "Er hat zwar gesagt, dass es ein Paket geben wird, Zeitpunkt und Ausgestaltung bleiben aber unklar. Das war es nicht, was der Markt hören wollte", sagte ein Händler.

Dass das US-Rettungspaket platzen könnte, ist für Analysten unterdessen kaum vorstellbar. "Ein Scheitern stellt eigentlich keine Option dar", sagte Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Gerade vor der anstehenden Präsidentschaftswahl werde sich keine Seite den Vorwurf gefallen lassen wollen, das Finanzsystem auf dem Gewissen zu haben.

Die Aktien der deutschen Banken gerieten entsprechend unter Druck. Hinzu kam neben den Unsicherheiten zum US-Rettungspaket der Zusammenbruch der einst führenden US-Sparkasse Washington Mutual . Aktien der Commerzbank  verloren 7,33 Prozent auf 14,41 Euro. Hypo Real Estate  brachen um 9,77 Prozent auf 13,49 Euro ein, Deutsche Bank  verloren 1,96 Prozent auf 54,90 Euro. Aktien der Postbank  hielten sich mit minus 0,84 Prozent auf 35,39 Euro noch relativ stabil. Im Dax  notierten bis auf Volkswagen alle Titel schwächer - die Aktie gewann 1,1 Prozent.

Für Titel von Infineon  ging es nach einem schwachen Ausblick des Blackberry-Herstellers Research in Motion  In Motion um 5,31 Prozent auf 4,90 Euro nach unten. Auch Aktien der Deutschen Post  gehörten mit minus 2,73 Prozent auf 15,48 Euro zu den Verlierern. In den USA gibt es weiter Widerstand gegen die Partnerschaft von DHL Express und United Parcel Service.

Arcandor erneut mit Kurssturz

Arcandor erneut mit Kurssturz

Arcandor  weiteten ihre Vortagesverluste um 23,60 Prozent auf 1,91 Euro aus. Am Vortag waren die Aktien des Handelskonzerns nach Bekanntgabe eines möglichen Abbaus der Anteile an Thomas Cook bereits um 30 Prozent eingebrochen. Einem Händler zufolge gibt es Ängste um eine Pleite des Konzerns, wenn dieses Filetstück abgegeben würde.

Heidelberger Druck  reagierten auf die Gewinnwarnung des Konkurrenten Koenig & Bauer  mit einem Minus von 4,60 Prozent auf 11,83 Euro. "Heidelberger Druck ist zwar ein klein wenig anders aufgestellt, aber insgesamt lassen die Aussagen von Koenig & Bauer auf Probleme in der gesamten Branche schließen", sagte Analyst Eerik Budarz vom Bankhaus Metzler. Die im SDax  notierten Aktien von Koenig & Bauer rutschten um 11,10 Prozent auf 12,25 Euro ab.

Der EuroStoxx 50  schloss mit minus 1,58 Prozent auf 3156,46 Zähler. Auch in Paris und London erlitten die Börsen Verluste. Der US-Leitindex Dow Jones  zeigte sich gegen 21 Uhr MESZ mit minus 0,1 Prozent etwas schwächer. Die Nasdaq  lag sogar mit minus 1,9 sogar deutlich im Minus. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl fiel um 2,3 Prozent auf 105,56 Dollar.

Der Euro wurde am Abend zu 1,4592 Dollar leichter gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,4640 Dollar festgestellt hatte. Auch hier richtete sich das Augenmerk der Devisenhändler auf die Verhandlungen für das Rettungspaket. Die vermutete nahende Einigung lasse den Dollar erstarken, hieß es.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.