Montag, 18. November 2019

Börsenschluss Dax im Fusionsfieber

Die Spekulation des Tages kreist um die Postbank. Gerüchte, wonach eine Übernahme durch die Deutsche Bank in den kommenden Tagen bevorstehe, beflügelten die Aktie. Dax und Dow haben das Lehman-Desaster einigermaßen verdaut. Für einen positiven Börsenschluss in Frankfurt reicht all das aber nicht.

Frankfurt am Main - Schwache Zahlen von Lehman Brothers Börsen-Chart zeigenhaben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Verluste beschert. Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss 0,37 Prozent tiefer bei 6210,32 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen fiel um 0,49 Prozent auf 8028,25 Zähler. Der TecDax Börsen-Chart zeigen verlor 2,38 Prozent auf 741,08 Zähler. Die von der Finanzkrise schwer getroffene US-Investmentbank stürzt immer tiefer in die roten Zahlen. Die Bank erlitt nach weiteren Milliardenabschreibungen in ihrem dritten Geschäftsquartal ein Minus von voraussichtlich 3,9 Milliarden US-Dollar - deutlich mehr als von Experten erwartet.

Hoffnungsträger: Die Postbank-Zentrale in Bonn
"Die Ausschläge des Dax am Nachmittag zeigen, wie nervös der Markt ist", sagte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank Börsen-Chart zeigen. Entgegen mancher Hoffnungen hätten die Lehman-Zahlen nicht positiv überrascht, weshalb sich die Aktienmärkte seiner Einschätzung nach aktuell zu positiv entwickeln. "Bereits in den kommenden Tagen könnte der Dax über die Widerstandsmarken bei 6160 und 6100 Punkten deshalb durchaus wieder unter 6000 Punkte fallen", befürchtet der Experte. Zuletzt hatte der Leitindex im Handelsverlauf Mitte Juli diese Marke unterschritten und damit sein bisheriges Jahrestief markiert.

Aktien der Postbank legten angesichts konkreter werdender Übernahmefantasien als einer der größten Gewinner im Dax um 4,14 Prozent auf 46,55 Euro zu. Ein Einstieg der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen bei der Deutsche-Post-Tochter steht laut Finanzkreisen kurz bevor. "Die Deutsche Bank verhandelt mit der Post", erfuhren mehrere Nachrichtenagenturen aus Bankenkreisen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Parteien vor Freitag einigen."

Es wird erwartet, dass dann bei einer Sitzung des Post-Aufsichtsrates eine Entscheidung über den seit Monaten diskutieren Verkauf des Instituts fallen wird. Ob die Deutsche Bank ein Paket von knapp 30 Prozent an der Postbank erhalten wird, wie zuletzt spekuliert wurde, gilt den Informanten zufolge noch nicht als ausgemacht. Die beteiligten Unternehmen wollten sich zu diesen Informationen nicht äußern.

"Das wahrscheinlichste Modell dürfte sein, dass die Deutsche Bank mit 29,9 Prozent knapp unter der Schwelle für ein Pflichtangebot bleibt", vermutete ein Börsianer. Sollte die Deutsche Bank allerdings das komplette Post-Paket von 50 Prozent an der Postbank kaufen, dürfte das Pflichtangebot im Bereich des Drei-Monatsschnitts von 48,23 Euro liegen. Post-Titel gewannen 1,21 Prozent auf 15,95 Euro, während sich Papiere der Deutschen Bank um 1,56 Prozent auf 61,00 Euro verbilligten.

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