Börsenschluss Börse erwartet Coba-Dresdner-Deal

Die bevorstehende Einigung im Verkaufsprozess der Dresdner Bank hat zum Wochenende für Gesprächsstoff am Aktienmarkt gesorgt. Aktien der Allianz waren gefragt. Papiere der Commerzbank, Favorit für die Übernahme, gaben dagegen deutlich nach. Doch auch bei der Coba-Beteiligung Linde positionierten sich die Anleger bereits.

Frankfurt am Main - Den Blick fest auf eine nahende Entscheidung um den Verkauf der Dresdner Bank gerichtet, hat der deutsche Leitindex am Freitag kaum verändert geschlossen. Der Dax  ging mit plus 0,03 Prozent auf 6422 Zähler aus dem Handel - im Wochenvergleich blieb unterm Strich ein Gewinn von 80 Punkten oder 1,26 Prozent. Für den MDax  ging es um 1,25 Prozent auf 8681 Zähler hoch, während der TecDax  um 0,24 Prozent auf 827 Punkte zulegte.

Der Dow Jones lag bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland 0,9 Prozent im Minus bei 11.599 Stellen. Der Nasdaq Composite  verlor 1,8 Prozent auf 2366 Punkte. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Öl stieg um 1,6 Prozent auf 117,40 Dollar.

Die Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag fielen unterdessen gemischt aus. Eine überraschend deutliche Aufhellung der Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago sorgte am Nachmittag nur kurz für eine deutliche Wende im Dax. Insbesondere die gesunkenen persönlichen Einkommen machten schlechte Stimmung an der Wall Street, die dann auch den Dax seiner Gewinne zum großen Teil wieder beraubte.

Zudem blicken Experten vorsichtig auf die kommende Woche. "Alles spricht für eine Fortsetzung der schwankungsanfälligen Aktienbörsen. Anleger werden sich weiter in Geduld üben müssen," hieß es von der Landesbank Berlin (LBB).

Banken-Deal - Linde-Aktie rückt in den Fokus

Hauptgesprächsthema am Markt war der offensichtlich kurz bevorstehende Verkauf der Allianz-Tochter Dresdner Bank. Der Versicherungskonzern hat "fortgeschrittene" Gespräche zur Zukunft seiner Tochter Dresdner Bank bestätigt. Allerdings sei es "noch offen", ob diese Gespräche zu einem Abschluss führten. In Finanzkreisen hieß es zuvor, die Allianz  habe sich bereits grundsätzlich mit der Commerzbank  auf einen Verkauf an die Frankfurter Großbank geeinigt.

Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse zeigte sich erleichtert darüber, dass es nun wohl eine baldige Lösung gibt. "Wie gut die Lösung mit der Commerzbank ist, muss sich allerdings noch zeigen", sagte der Experte. Wichtig seien neben dem Verkaufspreis auch weitere Details zur Übernahme. Commerzbank verloren als schwächster Dax-Wert 1,81 Prozent auf 20,09 Euro, für Aktien der Allianz ging es unterdessen um 0,53 Prozent auf 114,10 Euro hoch.

Anleger positionieren sich bei Linde neu

Indirekt profitierten von dem anstehenden Verkauf der Dresdner Bank auch die Papiere von Linde  - die Titel stiegen an der Indexspitze um 2,47 Prozent auf 86,01 Euro. Händlern zufolge steigt das Interesse an der Aktie durch den rund 10-prozentigen Anteil der Commerzbank, der zur Finanzierung der Dresdner Bank möglicherweise bald zum Verkauf stehen dürfte.

"Linde ist eine Aktie mit einem normalerweise sehr geringen Handelsvolumen - sollte also hier jemand interessiert sein, eine Position aufzubauen, riskiert er, den Kurs sehr stark zu bewegen", sagte Thomas Nagel von equinet. Wenn nun aber der Commerzbank-Anteil auf den Markt kommt, bietet sich für alle Interessenten die Chance, sich ohne massive Kursbewegungen in dem Titel zu positionieren und das erhöht nun bereits die Nachfrage nach der Aktie.

IVG und Affi im MDax gefragt

Aktien von Europas größter Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) verloren im MDax 0,97 Prozent auf 31,64 Euro. Die Quartalszahlen sind laut einem Händler mit einem Nettoergebnis leicht unter und bei Umsätzen über den Erwartungen insgesamt wie erwartet ausgefallen. Die UniCredit äußerte sich hingegen zurückhaltend. Wegen der anhaltend niedrigen Schmelz- und Raffinerielöhne, die NA in der Kupferproduktion erlöst, blieben operative Unsicherheiten. Zudem gebe es Sorgen um die produktionsseitige Nachfrageentwicklung.

An der MDax-Spitze gewannen die Titel von IVG Immobilien 6,53 Prozent auf 12,57 Euro. Händler verwiesen auf die Pläne der Bundesregierung zum Aufbau einer nationalen Gasreserve als Unterstützung. Damit solle die Versorgungssicherheit gewährleistet sein, sagte Wirtschaftsminister Michael Glos der "FAZ". Auch ein Analyst bewertet dies positiv für IVG. "Das Geschäft mit Gaskavernen ist die Zukunft. Ob IVG nun die Kavernen selbst weiter nutzt oder verkaufen will oder an die Börse bringt - in jedem Fall ist die Entwicklung vielversprechend", sagte er. Allerdings seien vor 2016 durch Vorverträge keine freien Kavernen von IVG zu bekommen.

Aktien von Kali und Salz  legten um 3,50 Prozent auf 82,80 Euro zu. Händler verwiesen auf eine positive Studie der UniCredit - die Analysten hatten die Titel auf ihre "Recommended List" gesetzt. Hinzu komme der mittlerweile als sicher geltende Aufstieg des Düngemittelherstellers in den Dax.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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