Märkte Käuferstreik an der Börse

Am deutschen Aktienmarkt scheuten die Anleger auch in der neuen Woche vor Engagements zurück. Der Dax fiel unter die 6300-Punkte-Marke. Gerüchte über eine bevorstehende Lösung für die Dresdner Bank bewegten die Titel von Allianz und Commerzbank. Bei MLP dagegen scheint die Fantasie aus der Aktie zu schwinden.

Frankfurt am Main - Der Dax  beendete den Handel am Montag 0,7 Prozent tiefer bei 6297 Punkten. Für den MDax  ging es um 0,8 Prozent auf 8342 Euro nach unten, während der TecDax  0,6 Prozent auf 809 Zähler abgab.

"Die ungeklärten Probleme im globalen Finanzsektor führen dazu, dass wir weiter einen Käuferstreik haben", sagte ein Händler. Erschwerend kam hinzu, dass Investoren aus London fehlten, da die dortige Börse wegen eines Feiertags geschlossen blieb. Gehandelt wurden in Frankfurt nur magere 63,7 (Freitag: 111,1) Millionen Dax-Aktien. Der Umsatz lag bei 2,4 Milliarden Euro.

Für den EuroStoxx 50  ging es zuletzt um 1,0 Prozent auf 3280 Zähler abwärts. Der Stoxx 50  fiel um 0,54 Prozent auf 2853 Zähler. Der französische CAC-40-Index  sank um 1,0 Prozent auf 4356 Punkte.

An den US-Börsen ging es am Montag ebenfalls abwärts: Der Dow Jones  notierte bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland 1,2 Prozent im Minus bei 11.487 Stellen. Der Nasdaq Composite  verlor 1,7 Prozent auf 2374 Punkte. Der Preis für ein Fass (159 Liter) US-Öl fiel um 0,2 Prozent auf 114,20 Dollar.

Guter Preis für Dresdner Bank?

Guter Preis für Dresdner Bank?

Für etwas Schwung besonders im Finanzsektor sorgten Medienberichte, wonach die Allianz-Tochter Dresdner Bank an die Commerzbank gehen soll. "Wir würden eine Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank positiv beurteilen", schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler.

Die Titel der Allianz  gewannen als einer der stärksten Werte im Dax 0,5 Prozent auf 108,00 Euro, während es für die Commerzbank  um 1,7 Prozent auf 20,16 Euro nach unten ging. Ein Händler kommentierte: "Wirklich neu ist das nicht - die Spekulationen sind schon seit Wochen wieder hochgekocht." Der in der "Süddeutschen Zeitung" genannte Preis von 9 Milliarden Euro sei im Vergleich zu vorhergehenden Spekulationen eher hoch und das wirke positiv auf Allianz.

Infineon an der Spitze

Infineon-Aktien  profitierten von Spekulationen um eine mögliche Trennung von Qimonda  und legten an der Indexspitze um 1,7 Prozent auf 6,05 Euro zu. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge befindet sich Micron Technology  in Gesprächen mit dem Halbleiterhersteller zur Übernahme von Teilen oder des gesamten Anteils von Infineon an Qimonda. "Falls es Gespräche gibt, sind die Informationen nur sehr vage, und es wird vielleicht auch nur ein Teilverkauf", schränkte ein Analyst ein. Derzeit ist seiner Einschätzung nach das Marktumfeld für einen Verkauf des Qimonda-Pakets zu schlecht, die Preise für Speicherchips seien zu niedrig.

Lufthansa bereitet Viererfusion vor

Auch Titel von Luftfahrt- und Touristikunternehmen sorgten für Gesprächsstoff. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hatte berichtet, dass die Lufthansa  zusammen mit Tui  und der Arcandor-Reisetochter Thomas Cook ihre Billigfluggesellschaften Germanwings, Eurowings und Tuifly mit der Chartergesellschaft Condor zusammenschließen wolle.

"Sollte eine Lösung für Condor gefunden werden, wäre das positiv - besonders, nachdem der Deal mit Air Berlin  nicht geklappt hat", sagte ein Analyst. Die Titel von Arcandor  legten um 2,5 Prozent auf 5,71 Euro zu. Ein weiterer Experte gab sich skeptisch. "Im aktuellen Umfeld haben alle Fluggesellschaften ähnliche Probleme wie die Befürchtungen um einen Nachfragerückgang. Da sind Fusionen generell schwierig", sagte er. Die Lufthansa bietet zudem offiziell für die österreichische Austrian Airlines.

Übernahmefantasie um MLP beendet

Übernahmefantasie um MLP beendet

Zu den schwächeren Werten im MDax zählten mit minus 1,2 Prozent auf 13,61 Euro die Aktien von MLP . Der Chef des Finanzdienstleisters, Uwe Schroeder-Wildberg, hält einem Interview mit dem "Handelsblatt" zufolge den Versuch einer Übernahme des Finanzdienstleisters durch den Schweizer Versicherer Swiss Life  für gescheitert. Swiss Life betonte unterdessen, an seiner MLP-Beteiligung festhalten zu wollen. Ein Händler sagte: "Die Luft durch die Übernahmefantasie ist raus."

Roth & Rau schürt Hoffnungen

Im TecDax stiegen die Titel von Roth & Rau  um 3,3 Prozent auf 33,34 Euro. Nach der jüngsten Prognoseanhebung des Solarzulieferers schürte Unternehmenschef Dietmar Roth in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vage Hoffnungen, es könnte eine neuerliche Anhebung des Ausblicks geben.

Euro erholt sich von Kursrutsch

Der Euro  hat sich am Montag von einem zwischenzeitlichen Kursrutsch erholen können und bei 1,48 Dollar notiert. Während die europäische Gemeinschaftswährung am Morgen zeitweise weniger als 1,47 Dollar kostete, stieg sie am Nachmittag knapp über 1,48 Dollar. Am frühen Abend wurde der Euro dann mit 1,4775 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4767 (Freitag: 1,4808) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6772 (0,6753) Euro.

Ölpreise legen wieder zu

Die Ölpreise legten nach ihrer Talfahrt zum Wochenausklang leicht zu und stabilisierten sich bei 115 Dollar. Am Mittag kostete ein Fass (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober 115,45 Dollar und damit 86 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Ein Fass der Nordseesorte Brent  zur Oktober-Lieferung wurde mit 114,95 Dollar gehandelt. Das waren 1,03 Dollar mehr als zum Wochenausklang.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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