Börsenschluss Dax kriegt die Kurve

Nach einer atemberaubenden Berg- und Talfahrt hat der Dax am Freitag nahezu unverändert geschlossen - trotz kräftiger Kursverluste bei Versicherungen und Banken. Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA schickten den Index in ein versöhnliches Wochenende.

Frankfurt/Main - Nach positiven Konjunkturdaten aus den USA und einem erneuten Rückgang beim Ölpreis hat der Dax  am Freitag den Großteil seiner Tagesverluste wettgemacht. Allerdings belastete aber die gesenkte Gewinnprognose der Münchener Rück  die Stimmung am Markt erheblich.

Der deutsche Leitindex ging mit minus 0,06 Prozent auf 6436 Zähler aus dem Tag, nachdem er zeitweise bis auf rund 6.331 Zähler gefallen war. Im Wochenverlauf gewann das Börsenbarometer damit 0,85 Prozent hinzu.

Der MDax  ging mit einem Abschlag von 0,64 Prozent auf 8256 Punkte in das Wochenende. Der Technologieindex TecDax  legte um 0,50 Prozent auf 725 Zähler zu. In New York notierten die Indizes Dow Jones  und Nasdaq Composite  zum Xetra-Schluss fest im Plus.

"Die heute veröffentlichten Daten lassen den Schluss zu, dass die US-Wirtschaft und die Amerikaner widerstandsfähiger sind als vom Markt erwartet", sagte Helaba-Marktstratege Mirko Pillep. "Die staatlichen Programme der US-Regierung scheinen den Motor am Laufen zu halten. Aber dennoch gilt: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer."

Der von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens war im Juli unerwartet auf 61,2 Punkte gestiegen. Der Rückgang beim Absatz neuer US-Eigenheime fiel im Juni geringer aus als befürchtet. Zuvor hatten bereits der Auftragseingang für langlebige Güter mit einem Anstieg im Juni positiv überrascht.

Aktien der Münchener Rück  verloren 7,34 Prozent auf knapp 108 Euro. Zeitweilig hatten die Verluste rund 13 Prozent betragen. Händler sprachen von einer "massiven Gewinnwarnung". Hinzu kamen noch Aussagen der Hannover Rück , dass das Gewinnziel "derzeit schwieriger zu erreichen sei". Die Titel der Hannoveraner schlossen im MDax  7,20 Prozent leichter bei knapp 30 Euro. Das Tagestief hatte bei 25,80 Euro gelegen.

Im Strudel der Rückerversicherungsaktien notierten Finanzwerte durch die Bank schwach. Deutsche Bank  gaben rund 1 Prozent ab, Commerzbank  verloren rund 4 Prozent, Postbank  rund 3 Prozent und das Dax-Schwergewicht Allianz  rund 4,60 Prozent.

Infineon  gewannen an der Dax-Spitze 5,28 Prozent auf rund 5 Euro hinzu, nachdem die Titel zunächst sehr schwach gestartet waren. Börsianer verwiesen vor allem auf zuversichtliche Aussagen von Unternehmenschef Peter Bauer zur Wirtschaftslage in den USA, die den Kurs hätten drehen lassen.

Zu den Favoriten im Dax  zählten ebenso die Aktien von Bayer . Sie verteuerten sich um 3,60 Prozent auf 55,95 Euro, nachdem der Pharmakonzern die Zulassungsempfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde Emea für das Thrombosemittel Xarelto erhalten hatte. "Das ist eine wichtige Meldung für Bayer", sagte ein Händler. "Schließlich ist dieses Medikament ein Hoffnungsträger, dem Spitzenumsätze von zwei Milliarden Euro jährlich zugetraut werden. Die Kursreaktion bei Bayer zeigt übrigens, dass am Markt keinerlei Panik zu spüren ist. Aktien werden nicht wahllos verkauft, sondern positive Nachrichten werden durchaus honoriert."

Daimler  erholten sich ein wenig von ihrem Kurseinbruch des Vortages und gewannen rund 1 Prozent hinzu. Die Stuttgarter untersuchen Möglichkeiten einer Beteiligung an dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,56 (Vortag: 4,65) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,71 Prozent auf 114,55 Punkte. Der Bund Future stand kaum verändert bei plus 0,01 Prozent auf 110,95 Punkten. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5734 (1,5677) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6356 (0,6379) Euro.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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