Märkte Neuer Schock von Fannie und Freddie

Deutschlands Anleger müssen Rückschläge verkraften. Der Dax hat am Nachmittag seine Tagesverluste wieder ausgeweitet, nachdem er kurz zuvor noch beinahe ins Plus gedreht hatte. Angst vor einer Zahlungsnot der US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac löste einen Kursrutsch aus.

Frankfurt am Main - Zuletzt fiel der Leitindex Dax  um 1,39 Prozent auf 6298 Zähler. Als Belastung verwiesen die Händler auf Medienberichte, denen zufolge der ehemalige Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, William Poole, bei den beiden Hypothekenversicherern Freddie Mac  und Fannie Mae  Zahlungsschwierigkeiten sieht.

Die Aktien beider Unternehmen fielen im frühen US-Handel um mehr als 15 Prozent. Zudem hat die UBS das Kursziel für Freddie Mac deutlich von 28 auf 10 US-Dollar heruntergeschraubt. Der Aktienkurs der viertgrößten US-Bank Wachovia, die zwar in Robert Steel endlich einen neuen Konzernchef gefunden hat, aber mit einem Quartalsverlust von 2,6 bis 2,8 Milliarden Dollar rechnet, gab 7 Prozent nach.

Besonders gut entwickelten sich in Frankfurt heute erneut Aktien einiger Geldhäuser. Im Dax drehten Commerzbank-Aktien  ins Plus und gewannen 1,3 Prozent auf 19,45 Euro. Auch Allianz-Titel  schafften mit einem Aufschlag von 0,35 Prozent auf 112,95 Euro als einer der wenigen Werte im Leitindex den Sprung in die Gewinnzone. Favorit der Anleger waren indes die Papiere von Fresenius Medical Care , die um 3 Prozent auf 36,35 Euro zulegten. Händler und Analysten verwiesen als Antrieb auf die jüngste Lizenzvereinbarung des Anbieters von Dialysesystemen mit der Berner Pharmagruppe Galencia.

Dagegen waren die Papiere von Heidelberger Druck  mit minus 5 Prozent auf 12,65 Euro einer der größte Verlierer im MDax. Nach einem hohen Defizit im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni rechnet das Unternehmen auch im Gesamtjahr mit weniger Umsatz und Gewinn. "Die Zahlen und der Ausblick sind einmal mehr eine Enttäuschung", sagte Unicredit-Analyst Peter Rothenaicher.

Stabil auf Vortagskurs von etwa 32,60 hielten sich die Titel der Norddeutschen Affinerie. Nach Angaben der Tageszeitung "Die Welt" hat der ehemalige österreichische NA-Großaktionäre Mirko Kovats seinen 9-Prozent-Anteil an der Kupferhütte an den Stahlkonzern Salzgitter  verkauft.

Die Titel von Südzucker  hingegen sprangen mit plus 5,4 Prozent auf 11,85 Euro an die Indexspitze. Europas größter Zuckerkonzern hat im ersten Geschäftsquartal Umsatz und Gewinn gesteigert. "Der Überschuss hat die durchschnittlichen Marktschätzungen klar übertroffen", sagte Alexander Stiehler von der Unicredit .

Der Euro  hat sich im frühen Geschäft am Donnerstag auf dem Niveau des späten US-Geschäfts stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung notierte kaum verändert um 1,5735 Dollar. Im Verlauf dürfte vor allem die Zinsentscheidung der britischen Zentralbank das Interesse der Investoren auf sich ziehen. Viele Experten rechnen allerdings damit, dass Englands Währungshüter ihren Leitzins unverändert bei 5,0 Prozent belassen.

Der Ölpreis steigt dagegen wieder. Ein 159-Liter-Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich um 40 Cent auf 136,45 Dollar. Die Nordsee-Sorte Brent  kostete 136,95 Dollar und damit 37 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Die Lagerbestände in den USA waren in der Woche zum 4. Juli um knapp sechs Millionen Barrel gesunken, Analysten hatten einen Rückgang um nicht einmal zwei Millionen erwartet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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