Börsenschluss Kleines Lebenszeichen

Aktiensparer haben heute im Schnitt Kursgewinne eingestrichen. Der Leitindex Dax der Frankfurter Börse legte zu, der Nebenwerteindex MDax sogar kräftig. Gefragt waren insbesondere die Aktien vieler Geldhäuser.

Frankfurt am Main - Deutschlands Börsianer schauten heute nach Amerika - und waren seltsam erleichtert. Die meisten Aktienkurse legten zu, nachdem der Aluminiumkonzern Alcoa  einen weniger dramatischen Gewinneinbruch als erwartet ausgewiesen hatte.

Der deutsche Aktienleitindex Dax  stieg um 1,3 Prozent auf 6386 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Werte rückte um 3,01 Prozent auf 8661,32 Punkte vor und der Technologieindex TecDax  zog um 0,54 Prozent auf 738,83 Zähler an. Darüber hinaus verbesserte sich der Europaindex EuroStoxx 50  um 1,7 Prozent auf 3342,5 Stellen.

Europaweit zogen vor allem die Bankenwerte an, was Händler auf technische Faktoren nach den Verlusten der vergangenen Tage zurückführten. In dem europäischen Auswahlindex Stoxx50 führten deshalb die Papiere von Lloyds , der UBS  und von Barclays  die Gewinnerliste mit Kursanstiegen von bis zu 6,6 Prozent an. Auch im Dax zählten Aktien der Geldhäuser zu den größten Gewinnern. Der Aktienkurs der Deutschen Börse beispielsweise  stieg um 6,1 Prozent auf 69,39 Euro, die Titel der Deutschen Bank  legten um 4,78 Prozent auf 55,69 Euro zu und der Preis für Hypo-Real-Estate-Anteilsscheine  zog um 4,48 Prozent auf 16,56 Euro an.

Auf der Gewinnerseite standen auch die Metro-Titel  mit einem Anstieg von 2,5 Prozent auf 41,18 Euro. Der Mischkonzern Haniel wies zwar einen Bericht über eine angebliche Aufstockung seines Anteils an dem Düsseldorfer Handelskonzern zurück. Doch hielten Börsianer einen solchen Schritt für sinnvoll. "Haniel hat seine Beteiligung voriges Jahr zu einem höheren Preis erworben, und da scheint eine Aufstockung der Beteiligung zum jetzigen Preis logisch zu sein", sagte ein Händler.

Tui-Anteilsscheine  legten darüber hinaus angesichts des Machtkampfes der Großaktionäre 5,4 Prozent auf 15,35 Euro zu. Der größte Tui-Anteilseigner John Fredriksen kommt nach eigener Darstellung mit seinen 15 Prozent und den Anteilen befreundeter Aktionäre derzeit auf rund 30 Prozent der Tui-Aktien, sein russischer Kontrahent Alexej Mordaschow hat seinen Tui-Anteil offenbar heute auf mehr als 15 Prozent ausgebaut.

Auf der Verliererseite standen heute dagegen die Anteilsscheine jener Unternehmen, deren Aktien sich zuletzt besser als der Dax entwickelt hatten. Dazu zählten die Titel der Versorger Eon  und RWE  sowie von BASF , die 0,6 Prozent bis 1,6 Prozent nachgaben.

Im TecDax brach der Nordex-Aktienkurd  nach einer Gewinnwarnung des um 16,23 Prozent auf 22,77 Euro ein. Während die Erwartung Windkraftanlagenbauers für das Gesamtjahr für den Umsatz unverändert bei 1,1 Milliarden Euro bleibt, geht das Unternehmen nun von einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 60 Millionen bis 66 Millionen Euro aus. Bisher hatte es mit 77 Millionen Euro gerechnet.

Der Euro  zeigte sich dagegen heute stärker. Der Preis der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,5715 Dollar festgestellt, nach 1,5687 Dollar am Dienstag. Auch der Ölpreis stieg: Im späten Nachmittagshandel kostete ein Fass Leichtöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August 137,05 US-Dollar. Das war ein Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

In den Tagen zuvor war der US-Ölpreis in der Spitze um mehr als zehn Dollar vom Rekordhoch bei 145,85 Dollar zurückgefallen. Auch der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent  vollzog zur Wochenmitte eine Kurserholung und stand zuletzt bei 138,07 Dollar. Das sind 1,64 Dollar mehr als am späten Dienstagabend.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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