Börsenschluss Die Stimmung macht's

Positive Unternehmensnachrichten trieben den Dax bis zum Börsenschluss nach oben. Vor allem Autoaktien waren an der Frankfurter Börse gefragt. Unter anderem der sinkende Ölpreis, aber auch Aktienrückkäufe sorgten für die ungewöhnlich gute Stimmung.

Frankfurt am Main - Der gesunkene Ölpreis, Aktienrückkaufprogramme von Daimler  und der Deutschen Börse  sowie positive Geschäftszahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs  haben dem Aktienmarkt am Dienstag Schwung verliehen. So beendete der Dax  den Handel 1 Prozent höher bei 6796 Punkten.

"Im Moment steht und fällt am Aktienmarkt alles mit dem Ölpreis", sagte Aktienhändler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck und Aufhäuser. Dass der US-Ölpreis deutlich unter seinen am Montag erreichten Rekordstand von fast 140 US-Dollar geblieben sei, habe dem Markt etwas auf die Sprünge geholfen und dazu beigetragen, dass an sich negative Konjunkturdaten - wie der ZEW-Indikator - weitgehend ausgeblendet wurden. Die Ankündigungen von Aktienrückkäufen diverser Unternehmen und die überraschend guten Zahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs sorgten ebenfalls für gute Stimmung am deutschen Markt.

Bei den Einzelwerten war größter Dax-Gewinner die Aktie von Volkswagen  mit einem Plus von 3,8 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch die Papiere von Daimler . Angesichts voller Kassen will das Unternehmen seine Aktionäre mit einem weiteren milliardenschweren Aktienrückkauf erfreuen. Das nach mehrmonatiger Pause gestartete neue Rückkaufprogramm laufe bis zum 8. April kommenden Jahres und koste bis zu 6 Milliarden Euro, teilte der Autohersteller am Dienstag in Stuttgart mit. Die Daimler-Aktie, die vor wenigen Tagen den niedrigsten Kurs seit eineinhalb Jahren erreicht hatte, legte nach der Ankündigung um zwischenzeitlich über 4 Prozent zu.

Das gleiche Bild bei der Deutschen Börse  - das Unternehmen will ab Juli erneut bis zu 400 Millionen Euro in den Erwerb eigener Aktien investieren. Damit könnte der Börsenbetreiber nach dem Kursrutsch seit Jahresanfang von rund 38 Prozent vergleichsweise günstig zugreifen und zudem seine Aktionäre erfreuen. Die Papiere legten am Dienstag in Reaktion auf die Nachricht deutlich zu und gewannen rund 2 Prozent.

Verkauft wurden dagegen die Papiere von Tui , die mit einem Minus von 1,6 Prozent das Schlusslicht bildeten. Händler verwiesen auf Aussagen der Bielefelder Oetker-Gruppe. Demzufolge hat der Lebensmittel- und Reederei-Riese an einem Wachstum etwa durch eine Beteiligung an der von Tui zum Verkauf angebotenen Hapag-Lloyd kein Interesse. "Das dämpft die Stimmung etwas - damit ist ein möglicher Bieter schon raus, bevor der Verkaufsprozess richtig angefangen hat", sagte ein Börsianer.

Das Handelsvolumen im Dax lag bei 126 (Vortag: 114) Millionen Aktien, der Umsatz bei 5,4 (4,8) Milliarden Euro. Zum Handelsschluss in Europa notierten die US-Börsen übrigens im Minus. Der Dow Jones  gab 0,4 Prozent ab, der Technologie-Index Nasdaq Composite  verlor 0,2 Prozent.

Das Barrel US-Leichtöl kostete am frühen Abend 134,35 Dollar. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5477 (Vortag: 1,5459) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6461

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, dpa und reuters

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