Märkte Ölpreis drückt Dax ins Minus

Der Dax hat am Montag nach negativen Konjunkturmeldungen und einem Rekordhoch beim Ölpreis ein halbes Prozent verloren. Gewinner des Tages waren die Papiere der Deutschen Börse, die mehr als 5 Prozent zulegten.

Frankfurt am Main - Nach einem freundlichen Start drehte der Dax  im Handelsverlauf ins Minus und verlor 0,52 Prozent auf 6730 Zähler. Der MDax  gewann unterdessen 0,66 Prozent auf 9637 Zähler. Auch der TecDax  legte zu und stieg um 1,24 Prozent auf 825,20 Zähler.

An der Spitze des deutschen Leitindex gingen Titel der Deutschen Börse  mit plus 5,07 Prozent auf 83,59 Euro auf Erholungskurs. Berichte vom Wochenende, dass Atticus zu seiner Beteiligung stehe und das Management des Börsenbetreibers stützt, hätten eine Kurserholung ausgelöst, sagte ein Börsianer. Gerade Spekulationen, dass der US-Hedgefonds möglicherweise sogar seinen kompletten Bestand abstoßen könnte, hätten das Papier zuletzt enorm belastet.

Unterdessen reagierten die Titel der Deutschen Bank  leicht negativ auf die Zahlen der US-Investmentbank Lehman Brothers und verloren 0,96 Prozent auf 61,94 Euro. ThyssenKrupp  profitierten von einem Medienbericht und legten um 2,07 Prozent auf 41,48 Euro zu. Dem Artikel zufolge sieht Vorstandschef Ekkehard Schulz "keine Bremssignale in Auftragsbüchern" und erwartet eine Fortsetzung des Stahlbooms. Zudem seien die für 2012 gesteckten Ziele eventuell früher erreichbar.

Die Aktien von Adidas  legten nach einer Pressekonferenz zur Fußball-EM um 0,52 Prozent auf 44,73 Euro zu. Der Sportartikelhersteller habe im laufenden Jahr bereits 80 Prozent des angepeilten Fußballumsatzes erreicht, sagte Vorstandschef Herbert Hainer in Wien. Händler bewerteten die Aussagen als positiv - aber nicht neu. Ähnliches habe Hainer bereits Anfang Juni der Zeitung "La Tribune" gesagt.

Pharmawerte unter Druck

Unterdessen verloren Lufthansa-Papiere  1,08 Prozent auf 15,55 Euro. Hier machten Börsianer ein ganzes Bündel von Faktoren für die Kursschwäche verantwortlich. Goldman Sachs habe das Kursziel für Lufthansa-Titel in einer Branchenstudie von 16,00 auf 14,50 Euro gesenkt. Zudem berichtete die "Financial Times Deutschland", dass kurz vor Beginn der Urlaubszeit eine Streikwelle drohe.

Pharmawerte wie Merck  und Bayer  gerieten nach Meinung von Händlern nach Gewinnmitnahmen unter Druck. Merck-Aktien verloren 1,29 Prozent auf 85,93 Euro, Bayer gaben am Dax-Ende 2,60 Prozent auf 52,43 Euro ab.

Im MDax lagen Titel von ProSiebenSat1  nach dem Verkauf der skandinavischen Bezahlfernsehgruppe C More mit plus 3,92 Prozent auf 7,69 Euro vorn. "Gemessen am Umsatz von C More, der 2006 bei rund 140 Millionen Euro lag, ist ein Verkaufspreis von 320 Millionen Euro ziemlich gut", so Analyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe.

Unter den Technologiewerten sprangen Solon  nach Bekanntwerden einer neuen strategischen Beteiligung auf 56,40 Euro hoch, gingen dann aber nur noch mit einem Plus von 4,52 Prozent auf 55,04 Euro aus dem Handel. Der Solarmodulhersteller hat sich mit 16 Prozent bei dem neu gegründeten US-Unternehmen SpectraWatt eingekauft.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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