Wochenausblick Optimismus vor dem Anpfiff

Vor dem Anpfiff zur Fußball-EM steigt auch unter Investoren die Stimmung. Der nachgebende Ölpreis wirkt wie eine gelungene Kombination auf dem Spielfeld. Doch Grund zum Optimismus haben derzeit nur kurzfristig orientierte Spieler, meinen Analysten.

Frankfurt am Main - Auch wenn der Dax  nach Ansicht von Experten keine Kurssprünge nach oben vollführen dürfte, dürfte sich die vorsichtig optimistische Stimmung der Investoren in stabilen bis leicht steigenden Kursen widerspiegeln. An der Wall Street hatten Dow Jones  und Nasdaq Composite  die vergangene Handelswoche ebenfalls mit Gewinnen abgeschlossen.

In der vergangenen Woche hat der Dax  rund 2 Prozent, seit Ostern sogar 15 Prozent zugelegt. Zwar sind in dieser Zeit die Rohstoffpreise weiter gestiegen. Jedoch hat sich die US-Konjunktur zuletzt robuster gezeigt als erwartet: Die Anzeichen, dass es zu einer "sanften Landung" kommen könnte, verdichten sich.

"Der Dax  wird den eingeschlagenen Weg in Richtung 7.200 Punkten weiter gehen", sagte ein Aktienhändler. Dazu werde auch die leichte Korrektur bei den Rohstoffpreisen beitragen. Vor allem der Ölpreis hatte in der Vorwoche bereits nachgegeben und die Aktienmärkte gestützt.

Bis sich am Sonnabend die Aufmerksamkeit der fußballbegeisterten Investoren auf die Eröffnungsspiele der EM richtet, werden die Börsianer den Ölpreis nicht aus den Augen lassen. Denn an ihm hängt in den kommenden Tagen das Wohl und Wehe der Kursentwicklung. "Das Hauptthema an der Börse ist und bleibt der Ölpreis", sagte Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank .

Entspannung beim Ölpreis wohl nur für kurze Zeit

Die Chancen für zunächst weiter fallende Ölpreise stehen nach Ansicht der LBBW "tatsächlich momentan gar nicht so schlecht". Kurzfristig bestehe durchaus die Chance, dass das schwarze Gold bis auf 110 US-Dollar nachgibt. Mittelfristig dürfte der Aufwärtstrend jedoch intakt bleiben.

Die starre Haltung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) sowie die ungebrochene Dynamik der Ölnachfrage in China und Indien stellten die Weichen auf weitere Preissteigerungen. Die Marke von 135 Dollar dürfte damit laut LBBW nicht der letzte Rekordstand gewesen sein.

USA: Einkaufsmanagerindex und Arbeitsmarktbericht

Zur Basis für die Marktentwicklung in der kommenden Woche zählen Konjunkturdaten aus den USA: Mit den nationalen Einkaufsmanagerindizes (ISM-Index) zu Wochenbeginn und dem Arbeitsmarktbericht am Freitag stehen wichtige volkswirtschaftliche Indikatoren auf der Agenda.

"Der ISM-Index gilt als der wichtigste Frühindikator für die amerikanische Wirtschaft. Der Arbeitsmarktbericht bewegt die Finanzmärkte für gewöhnlich recht stark", sagte ein Marktbeobachter. Nach Ansicht der Helaba dürften beide Indikatoren das Bild eines mäßigen US-Wachstum untermauern.

"Trotz des geringen Wirtschaftswachstums nehmen angesichts rekordhoher Ölpreise die Inflationsgefahren zu", heißt es in einer Studie der Bank.

Zinsentscheidung am Donnerstag

Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag

Für die DZ Bank wird nach dem positiven Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in Europa und den USA allerdings "immer klarer", dass es nicht zu einer tiefen Rezession kommen wird. Damit sollte auch die Gefahr weiterer starker Gewinneinbrüche bei den Unternehmen gebannt sein. Die Bewertung der Aktienmärkte bleibe damit selbst bei einem nur geringen Gewinnanstieg günstig.

Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. Obwohl nicht mit einer Zinsänderung gerechnet wird, hoffen die Börsianer auf richtungsweisende Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Hauptversammlungen bei SAP und Linde

Von Unternehmensseite werden in den kommenden Tagen kaum marktbewegende Daten erwartet. Zahlreiche Konzerne laden ihre Aktionäre zur Hauptversammlung ein. Dazu zählen unter anderem SAP , Linde , ErSol Solar Energy  und AWD  Holding.

Der Arbeitskreis Aktienindizes wird am Mittwochabend über etwaige Neuzusammensetzungen der wichtigsten deutschen Indizes entscheiden.

Umgesetzt werden die Änderungen zum Montag, 23. Juni. Grundlage für die anstehenden Entscheidungen ist die Rangliste der Deutschen Börse  mit den Kursen per Ende Mai. Neben dem wichtigsten Kriterium, der Marktkapitalisierung nach Streubesitz, wird auch der Orderbuchumsatz von Anfang Juni 2007 bis Ende Mai 2008 berücksichtigt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Abgeltungsteuer: CDU will Fondssparer verschonen

Bundesliga: Die Geldmeister Europas

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.