Börse Finanztitel drücken den Dax

Der Dax hat am Dienstag ein Minus verbucht. Dafür sorgten schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche und die fortgesetzte Rekordjagd des Ölpreises. Adidas und Infineon standen auf der Gewinnerseite.

Frankfurt am Main - Der Dax rutschte zwischenzeitlich unter 7000 Punkte. Doch als sich die US-Börsen von ihren anfänglichen Kursverlusten wieder etwas erholten, zog der Index wieder an und schloss mit 7017 Zählern noch 0,5 Prozent im Minus. Der MDax  verlor 0,6 Prozent auf 9498 Punkte. Der TecDax  sank um 1,3 Prozent auf 833 Zähler.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50  fiel um 0,7 Prozent auf 3845 Punkte. Der Stoxx 50 , der auch Werte aus Großbritannien und der Schweiz umfasst, gab 0,6 Prozent auf 3262 Zähler nach. In den USA notierte der Dow Jones zu Handelsschluss in Europa 0,4 Prozent im Minus, der S&P-500 gab um 0,2 Prozent nach. Der Nasdaq Composite fiel um 0,1 Prozent.

Schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche

Händler begründeten die fallenden Kurse mit Nachrichten aus der Schweiz: "Die UBS  hat schlechte Zahlen vorgelegt, das belastet", sagte ein Händler. Zudem drückten schwache Quartalszahlen von Swiss Re . In den USA sorgten vor allem enttäuschende Quartalsergebnisse des US-Bauunternehmens D. R. Horton  und des halbstaatlichen Hypothekenfinanzierers Fannie Mae (Kurswerte anzeigen) für trübe Stimmung, sagten Händler.

Ölpreis setzt Rekordjagd fort

Auf die Stimmung drückte Marktteilnehmern zufolge auch der Anstieg des Ölpreises auf über 120 Dollar pro Fass. Das Fass (159 Liter) US-Öl der Sorte WTI war mit bis zu 122 Dollar so teuer wie niemals zuvor. In London kostete ein Fass der Nordseesorte Brent  erstmals mehr als 120 Dollar. "Der Ölpreis ist schon ein bisschen ein Problem. Die meisten glauben zwar, dass er sich nicht über 120 Dollar halten kann. Aber das dachte man bei 100 Dollar auch schon mal", sagte ein Börsianer.

Hypo Real Estate verzichtet auf Ausblick

Größter Verlierer im deutschen Leitindex war die Aktie von Hypo Real Estate  mit einem Abschlag von 3,5 Prozent auf 22,83 Euro. Die Zahlen sowie der fehlende Ausblick des deutschen Konzerns hatten zusätzlich für Verkäufe gesorgt, sagten Börsianer. Aktien der Deutschen Börse  verloren 2,6 Prozent auf 100,41 Euro. Nach Börsenschluss wollte das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlichen.

Swiss-Re-Ergebnis belastet Münchener Rück

Auch andere Finanztitel gaben nach. Aktien der Münchener Rück  verloren 1,76 Prozent auf 125 Euro. "Die Zahlen der Swiss Re sind schwächer als erwartet ausgefallen - daher kommt die Aktie der Münchener Rück mit unter Druck", sagte ein Händler. Der Gewinn des weltgrößten Rückversicherers Swiss Re ist im ersten Quartal wegen der Finanzmarktkrise stärker gesunken als von Experten erwartet. Zudem wird erwartet, dass Großschäden und Abschreibungen den Gewinn des Münchener Rückversicherers im ersten Quartal, der am Donnerstag bekannt gegeben wird, belastet haben.

Adidas überrascht positiv

Adidas überrascht positiv

Nach einer unerwartet deutlichen Gewinnsteigerung von Adidas  im ersten Quartal waren die Aktien des Sportausrüsters gefragt. Die Titel verteuerten sich um 5,7 Prozent auf 42,70 Euro. Aktien von ThyssenKrupp  legten um 3,4 Prozent auf 42,55 Euro. Die Papiere von RWE  legten um 2,2 Prozent auf 76,60 Euro zu.

Übernahmegerücht um Infineon

Die Papiere des Chipherstellers Infineon  setzten ihre jüngste Erholung mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent fort. Am Markt kursiere das Gerücht, dass Intel  und Samsung  für Infineon bieten, sagten Händler. "Es heißt, es würden mehr als zehn Euro geboten, das würde auch die Outperformance der vergangenen Tage erklären", sagte ein Börsianer. "Spekulationen dieser Art kommentieren wir grundsätzlich nicht", sagte ein Infineon-Sprecher. Andere Händler erklärten die erhöhte Nachfrage damit, dass die Preise für DRAM-Speicherchips in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen seien. Davon sollte die Infineon-Speicherchiptochter Qimonda  profitieren.

Kuka-Aktie drehen ins Minus

In der zweiten Reihe stiegen MLP-Aktien  um 5,5 Prozent. Händler verwiesen auf die Erwartung, das Unternehmen habe zu Jahresbeginn von der gestiegenen Förderung für Riester-Verträge profitiert. Gesucht waren auch Papiere von Celesio  und Rhön-Klinikum . Kuka-Aktien , die am Morgen nach der Vorlage von Quartalszahlen um rund 2 Prozent zugelegt hatten, verloren 5,4 Prozent. Beiersdorf-Papiere  gaben nach der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal um 5,2 Prozent auf 50,70 Euro nach. Der Hamburger Konsumgüterhersteller und Nivea-Produzent erzielte wegen einer Werbekampagne in China einen geringeren operativen Gewinn als erwartet.

Solartitel geben erneut nach

Bei den Technologiewerten verloren Aktien von Solon  6,5 Prozent auf 46,00 Euro. QSC-Aktien  gaben 4,9 Prozent auf 2,53 Euro ab. Gefragt waren hingegen vor allem Papiere von Epcos , die sich um 4,5 Prozent auf 10,37 Euro verteuerten. Aktien von Software AG  legten 1,6 Prozent auf 46,82 Euro zu.

Euro zieht wieder an

Der Euro  wurde am Abend etwas fester zu 1,5553 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,5528 Dollar festgestellt.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp, dpa-afx

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