Märkte Über der Nulllinie

Nach einem schwachen Start ist der Dax zum Mittag wieder leicht ins Plus gedreht. Im Mittelpunkt standen vor allem Banken- und Technologiewerte. Impulse dürften im Tagesverlauf aber noch aus Übersee kommen.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag bis zum Mittag leichte Gewinne verbucht. Der Dax  stieg zuletzt um 0,04 Prozent auf 6788 Zähler. Der MDax  gewann 0,03 Prozent auf 9147 Punkte. Der TecDax  legte etwas deutlicher um 0,99 Prozent auf 831 Zähler zu.

Das Handelsvolumen sei sehr dünn, sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Entsprechend hätten einzelne Kauforders großes Gewicht.

Am Nachmittag dürfte das Marktgeschehen in Deutschland einmal mehr von der US-Berichtssaison gesteuert werden. Im Handelsverlauf legen nach dem Chemiekonzern DuPont auch AT&T und McDonald's  Zahlen vor. Von Konjunkturseite steht in den USA der Verkauf bestehender Häuser im März 2008 auf dem Plan.

Infineon  Technologies stiegen nach Zahlen der US-Tochter Qimonda  an der Dax-Spitze um 2,39 Prozent auf 5,14 Euro. Dass die US-Tochter Qimonda nun als nicht fortgeführtes Geschäft weiterlaufe, schüre die Hoffnung, dass sie bald verkauft werde, sagten Börsianer.

Bankenwerte zeigten sich von der vorübergehenden Übernahme der Düsseldorfer Hypothekenbank durch den Einlagensicherungsfonds unbeeindruckt.

Die Aktien der Deutschen Bank  verloren bis gegen Mittag 1,57 Prozent auf 75,30 Euro, Commerzbank  legten 0,09 Prozent auf 22,75 Euro zu. Die Aktien der Postbank  gaben 1,01 Prozent auf 55,92 Euro nach. Die Hypo Real Estate gewann mit 1,72 Prozent auf 23,64 Euro besonders deutlich.

Die Düsselhyp wird vorübergehend vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken übernommen. Der Verkauf der Bank wurde am Dienstag von den bisherigen Eigentümern genehmigt. Bisher gehörte die Düsselhyp der Unternehmerfamilie Schuppli als Alleinaktionärin.

Thielert brechen ein

Thielert brechen ein

Analyst Konrad Becker von Merck Finck und Co sagte: "Zum einen handelt sich sich bei der Düsseldorfer Hyp um eine relativ kleine Bank. Zum anderen ist die Angelegenheit durch die Übernahme von Seiten des Einlagensicherungsfonds schon geregelt. Außerdem sind keine Retailkunden betroffen, da sich das Geschäft der Bank zwischen instiutionellen Kunden abgespielt hat".

Alles entscheidend sei aber die Sicherung der Pfandbriefe durch den Sicherungspool der Bank. "Die Pfandbriefe sind ein sehr wichtiges Refinanzierungsmittel - und sie sind durch das Vermögen im Sicherungspool weiterhin gesichert", sagte Becker. "Wären die Pfandbriefe gefährdet, dann wäre ein echtes Problem entstanden, dass auch die anderen Banken berührt hätte."

Ein anderer Börsianer sagte: "Die Bilanzsumme ist mit 26,7 Milliarden Euro zwar nicht unbedeutend. Allerdings scheint keine andere Bank involviert zu sein, da die Düsselhyp bisher der Unternehmensgruppe Schuppli gehörte". Ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: "Das ist wohl eher ein Problem der Düsseldorfer Hyp und weniger ein bankenspezifisches Problem."

Abseits der großen Indizes brachen Aktien von Thielert  um 37,93 Prozent auf 1,80 Euro ein. Marktteilnehmer hatten keine Erklärung für den Kursrutsch: "Offenbar rechnen immer mehr Investoren damit, dass das Unternehmen pleite ist", sagte ein Händler.

Die ebenfalls im SDax notierten Comdirect  gewannen nach Zahlen 2,51 Prozent auf 8,18 Euro. Einer ersten Analystenschätzung zufolge sind die Ergebnisse der Commerzbank-Tochter für das erste Quartal zumeist besser ausgefallen, der Überschuss habe die Schätzungen getroffen. "Es gibt keinen Grund für Beschwerden", so sein Fazit. Die Comdirect hat ein Vorsteuerergebnis von 27,5 nach 25,9 Millionen Euro im Vorjahr erzielt. Die Kundenzahl sei um 7 Prozent gestiegen, teilte die Online-Bank mit.

Die US-Börsen hatten sich am Vorabend nach Xetra-Schluss zwar ihre Verluste nach den schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen der Bank of America  eingedämmt, den Sprung ins Plus schaffte der Dow Jones allerdings nicht mehr. Auch die Börsen in Asien verbuchten Verluste.

Von Konjunkturseite steht am Nachmittag in den USA der Verkauf bestehender Häuser im März 2008 an.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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