Märkte Dax baut Gewinne aus

Der Dax hat trotz neuer Rekordmarken bei Euro und Öl am Mittwoch kräftig zugelegt. Starke Zahlen von Intel, Kursgewinne an der Wall Street sowie das Gebot des US-Investors J. C. Flowers für die krisengeschüttelte Hypo Real Estate lassen den Index steigen: Banken- und Technologiewerte profitieren.

Frankfurt am Main - Angeführt von den Aktien der Hypo Real Estate und von Infineon ist der Dax  am Mittwoch mit einem deutlichen Plus in den Feierabend gegangen. Der deutsche Aktienmarkt profitierte im Laufe des Tages von starken Banktiteln, überraschend guten Intel-Zahlen, positiv aufgenommenen US-Konjunkturdaten sowie von dem Gebot des US-Investors J. C. Flowers für die Hypo Real Estate.

Der Dax  legte bis Handelsschluss 1,8 Prozent auf 6702 Punkte zu. Der MDax  gewann 2,2 Prozent auf 9065 Punkte und der TecDax  rückte um 3,1 Prozent auf 823 Zähler vor.

Auch die US-Börsen reagierten mit kräftigen Gewinnen auf die Zahlen von Intel sowie von JP Morgan. Der Dow Jones  kletterte bis 18 Uhr um 1,5 Prozent, der Nasdaq Composite  legte sogar 2,4 Prozent zu.

"Die US-Baugenehmigungen sind zwar etwas schlechter als erwartet ausgefallen, dafür waren aber die Verbraucherpreise in Ordnung", sagte ein Händler. Nachdem an diesem Morgen ein etwas stärker als prognostizierter Anstieg der Verbraucherpreise in Europa die Inflationssorgen etwas geschürt habe, würden die Daten aus den USA nun beruhigend wirken.

J. C. Flowers bietet 22,50 Euro je HRE-Aktie

Beflügelt vom Einstieg eines Großinvestors schnellten die Aktien der Hypo Real Estate  am späten Nachmittag in die Höhe. Sie schlossen mit plus 24,53 Prozent auf 23,00 Euro und setzten sich damit mit deutlichem Abstand an die DAX-Spitze. "Für Hypo Real Estate ist der Einstieg in jedem Fall positiv, auch wenn er operativ natürlich keine Auswirkungen hat", sagte Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse.

Ein Aktienhändler sagte: "Mit dem Einstieg dürfte auch die Stimmung für Bankaktien allgemein wieder besser werden." Commerzbank  gewannen knapp 6 Prozent, Postbank  3,5 Prozent und Deutsche Bank  mehr als 3 Prozent hinzu.

Infineon profitiert von Intel

Infineon profitiert von Intel

Mit plus 9,85 Prozent auf 5,02 Euro verfestigten die Aktien von Infineon  ihre Position als zweitbester Wert im Dax. Dass der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel im ersten Quartal mehr als erwartet umgesetzt habe, signalisiere, dass die Chipnachfrage quer durch den Sektor beständig bleibe, sagte ein Händler. Zudem gelte Intel als wichtiger Gradmesser für die zu erwartenden Ergebnisse in der Technologiebranche.

MAN nach Umsatzschätzung gefragt

MAN  rechnet im laufenden Jahr mit einem stärkeren Umsatzplus als bisher erwartet. Nach dem ersten Quartal sieht der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer die Umsatzentwicklung "ein Stück positiver", sagte Konzernchef Hakan Samuelsson bei der Eröffnung des neuen Vertriebszentrums "MAN Haus Moskau". Nähere Aussagen will er zur Vorlage der Quartalszahlen Ende April machen. Die Aktie profitierte mit plus 2,36 Prozent auf 89,64 Euro.

Morgan Stanley stützt Q-Cells

Morgan Stanley sieht gute Aussichten für Q-Cells

Die Titel von Q-Cells  gewannen zeitweise 5 Prozent. Morgan Stanley hat die Einschätzung der Titel mit "Overweight" und einem Kursziel von 85 Euro gestartet. Bis zum Mittag setzten jedoch leichte Gewinnmitnahmen ein, die Aktie notierte am Mittag noch knapp 3 Prozent im Plus. Am Ende des Index verloren dagegen Papiere des alternative-Energieanbieters Conergy  1,6 Prozent.

Apax bietet für D+S

MDax: Verluste für Arques

Kräftige Kursverluste von 5,08 Prozent auf 8,22 Euro musste dagegen die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Arques Industries im MDax  hinnehmen. Vorstand und Aufsichtsrat hatten am Morgen mitgeteilt, den Vorjahresgewinn für weitere Zukäufe und nicht für Dividendenzahlungen verwenden zu wollen.

Außerhalb der großen Indizes sprangen die Papiere von D+S Europe mit 28,32 Prozent auf 12,87 Euro an die SDAX-Spitze. Der Finanzinvestor Apax will den E-Commerce-Dienstleister für 13,00 Euro je Aktie übernehmen.

Die von dem Investor zu diesem Zweck gegründete Pyramus habe sich nach einer Kapitalerhöhung und durch Kaufvereinbarungen mit Altaktionären bereits 27 Prozent der Unternehmensanteile gesichert, hatte D+S am Dienstagabend mitgeteilt.

Euro klettert Richtung 1,60 US-Dollar

Euro klettert Richtung 1,60 Dollar

Der Euro  und der Ölpreis haben am Mittwochmittag neue Rekordstände erreicht.

Der Euro baute am Mittwochmittag seine Gewinne aus dem frühen europäisch geprägten Geschäft weiter aus und erreichte mit 1,5968 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Devisenanalysten sprachen vom vierten Anlauf der europäischen Gemeinschaftswährung auf die psychologisch wichtige Marke von 1,60 Dollar.Einen kräftigen Schub zum Dollar hat der Euro von den am Vormittag veröffentlichten Daten zur Teuerung im Euroraum im März erhalten.

Ölpreis über 114 Dollar

Der Ölpreis stieg auf 114,41 US-Dollar. Am Dienstag hatte der Mai-Kontrakt der US-Sorte WTI im New Yorker Präsenzhandel an der Nymex mit 113,79 Dollar je Barrel geschlossen.

Händler berichteten von Sorgen über Lieferengpässe und führen daneben technische Gründe sowie den auf ein Rekordtief zum Euro gesunkenen Dollar an. Im Vorfeld der Bekanntgabe der wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten am Nachmittag sei mit einem volatilen Geschäft zu rechnen, hieß es. Umfragen zufolge dürfte es in der zurückliegenden Woche zu einem deutlichen Lageraufbau gekommen sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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