Börsenschluss Allianz päppelt den Dax

Der Dax rutschte tagsüber ab, unter anderem wegen angeblicher Verwerfungen bei Lehman Brothers. Auch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank gab keinen positiven Impuls. Erst Nachrichten über die Dresdner Bank, eine Tochter der Allianz, sorgten für Auftrieb.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag mit leichten Verlusten geschlossen. Der Markt erholte sich damit aber spürbar von seinem überwiegend schwächeren Tagesverlauf und orientierte sich am Nachmittag laut Händlern vor allem an den freundlichen US-Börsen. Gegen Handelsschuss erhielt der Dax  zudem weitere Unterstützung durch Nachrichten zum Index-Schwergewicht Allianz . Mit minus 0,25 Prozent auf 6704,32 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Handel. Sein Tagestief hatte bei rund 6609 Punkten gelegen.

Der MDax  mittelgroßer Werte erholte sich ebenfalls und schloss mit minus 0,10 Prozent auf 8863,23 Zähler. Der TecDax  verlor 0,60 Prozent auf 804,59 Punkte, nachdem er im Tagesverlauf bis auf 788 Punkte gefallen war.

"Der Dax ist dem Dow gefolgt und nachdem die Handelsbilanz in den USA erneut sehr schlecht ausgefallen ist, könnten Hoffnungen auf neue Zinssenkungen die Märkte beflügelt haben", sagte ein Händler. Zudem habe das Index-Schwergewicht Allianz zur Erholung des deutschen Börsenbarometers beigetragen, nachdem am Markt die Nachricht die Runde gemacht habe, dass die russische Sberbank an der Investmentsparte der Allianz-Tochter Dresdner Bank interessiert sei.

So gut wie keine Auswirkung habe dagegen die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) gehabt, den Leitzins wie erwartet bei 4,00 Prozent zu belassen.

Die Titel des Versicherers Allianz schossen in den letzten 30 Handelsminuten bis auf 133,92 Euro hoch und gingen mit plus 0,62 Prozent auf 130,32 Euro aus dem Tag. Es würden Möglichkeiten eines Kaufs der Dresdner Kleinwort Investment Banking (DKIB) geprüft, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf verschiedene mit der Situation vertraute Personen. Die Allianz lehnte einen Kommentar ab. "Denkbar ist ein solches Interesse", sagte ein Börsianer und verwies darauf, dass die russische Sberbank erst vor wenigen Tagen mitgeteilt habe, in den kommenden fünf Jahren in 20 Länder expandieren zu wollen. Ein weiterer Händler sagte: "Die Sberbank ist immerhin Russlands größtes Finanzinstitut und gehört nach Marktkapitalisierung zu den 20 weltweit größten Banken. Für die Allianz wäre ein Verkauf zudem positiv, dann sind sie dieses Sorgenkind los."

Lehman Brothers erneut unter den größten Verlierern

Lehman Brothers erneut unter den größten Verlierern

Angesichts der Probleme bei Lehman Brothers  zählten Finanztitel den dritten Tag in Folge zu den größten Verlierern. Die US-Investmentbank schloss wegen der Krise an den Finanzmärkten drei Investmentfonds. Wertberichtigungen und Abstufungen durch Kreditratingagenturen bei den in den Fonds verwalteten Papieren hätten zu starken Verlusten geführt, hieß es zur Begründung. Die Aktien der Hypo Real Estate (HRE)  verloren 3,12 Prozent auf 17,67 Euro. Die Papiere der Commerzbank  fielen um 1,69 Prozent auf 20,97 Euro.

RWE-Aktien  sanken wegen eines Presseberichts über ein Gebot des Versorgers für British Energy  um 2,84 Prozent auf 78,70 Euro. Wie die "Financial Times" (Donnerstag) berichtete, hat RWE bereits vor einigen Wochen ein Angebot für den Betreiber von Atomkraftwerken in Höhe von 700 Pence je Aktie in bar vorgelegt. "Ein Gebot von insgesamt 14 Milliarden Euro in bar dürfte für RWE kein Problem sein", sagte ein Analyst. Allerdings sollten die Investitionen, die auf den Essener Konzern zukämen, nicht vergessen werden, da der technische Standard der Atomkraftwerke von British Energy recht gering sei. Ein weiterer befürchtet, dass ein Bieterwettbewerb auf RWE zukommen könnte.

Münchener-Rück-Aktien  zogen um 3,31 Prozent auf 128,00 Euro an. Der US-Investor Warren Buffett hat laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in den vergangenen Monaten eine Beteiligung am deutschen Versicherungskonzern aufgebaut.

Die Aktien von Thielert  stürzten im SDax  um 32,41 Prozent auf 3,17 Euro. Der mit einer akuten Liquiditätskrise kämpfende Flugzeugmotorenhersteller will sich frisches Geld beschaffen und 24 Millionen Euro einsammeln. Zudem räumen der Vorstandsvorsitzende Frank Thielert und Finanzchefin Roswitha Grosser ihre Posten. Escada  brachen um 22,30 Prozent auf 11,15 Euro ein. Der Luxus-Modekonzern hatte zuvor sowohl seine Umsatz- als auch seine Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidiert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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