Börse Dax taucht zu Ostern ab

Der deutsche Leitindex kann sich vor dem Osterwochenende nur mit Mühe über der Marke von 6300 Zählern halten. Schlechte Nachrichten der Credit Suisse und von der IKB belasten erneut die Finanztitel. Lufthansa profitiert von dem stark fallenden Ölpreis.

Frankfurt am Main - Der Dax  beendete die verkürzte Handelswoche 0,7 Prozent tiefer als am Mittwoch bei 6319 Punkten. Damit notierte er allerdings noch immer 150 Punkte über seinem Jahrestief vom Montag. Für etwas Erleichterung sorgten am Donnerstag positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten.

Einer der größter Gewinner im deutschen Leitindex waren die Aktien der Lufthansa  mit einem Plus von 4,4 Prozent. Börsianer führten dies auf den auf rund 100 Dollar gefallenen Ölpreis zurück.

ThyssenKrupp verloren unterdessen als schwächster Wert im DAX 4,00 Prozent auf 34,06 Euro. Händler verwiesen auf die jüngste Korrektur der Rohstoffpreise, die auch Stahlwerte belaste. Auch der große Verfall habe zu einigen unerklärlichen Kursschwankungen geführt, sagte ein Börsianer.

Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 339 (Mittwoch: 307) Millionen Aktien. Dies ist deutlich mehr als beim großen Verfall im März 2007. Der Umsatz belief sich auf 14,6 (10) Milliarden Euro.

Die US-Börsen notierten bei Handelsschluss in Europa im Plus. Der Dow Jones  legte 0,9 Prozent zu, und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  stieg um 0,8 Prozent.

Handel in Frankfurt am Ostermontag

Am Nachmittag sorgten freundliche US-Daten und eine entsprechende Entwicklung an der Wall Street nochmals für eine etwas aufgehellte Stimmung.

Der Philadelphia-Fed-Index ist im März überraschend deutlich gestiegen. "Vor dem langen Wochenende herrschte am Nachmittag aber bereits deutliche Zurückhaltung. Zumal am Ostermontag hierzulande die Börsen geschlossen sind, in New York aber gehandelt wird", sagte ein Händler. Selbst der große Verfall zum Handelsschluss habe nicht mehr für viel Bewegung gesorgt.

Finanztitel: CS und IKB belasten

Banken blieben nach der Ergebnisrevision der Credit Suisse  ein Thema.

Die Schweizer Großbank rechnet im laufenden Quartal wegen der Finanzkrise mit einem Verlust. "Vor allem der März muss sehr schlecht gelaufen sein", sagte ein Händler. Daraufhin verloren Deutsche Bank  1,15 Prozent auf 70,27 Euro. Auch Hypo Real Estate  kamen unter Druck, während sich die Aktien der Commerzbank  und Postbank  gegen den Trend stemmen konnten.

Aktien der Deutschen Post  litten unter einem schwachen Ausblick des US-Wettbewerbers FedEx  und verloren 3,10 Prozent auf 19,09 Euro. Die Prognose des US-Logistikers für den Gewinn je Aktie im vierten Geschäftsquartal liege mit 1,60 bis 1,80 Dollar je Aktie unter den Analystenprognosen von 1,95 Dollar, hieß es am Markt.

IKB: Neue Hiobsbotschaften

IKB: Abgang aus dem MDax

Titel der IKB  Deutsche Industriebank beendeten ihren letzten Tag im MDax  mit neuen Hiobsbotschaften. Nach einer zwischenzeitlichen Handelsaussetzung gingen die Titel mit Verlusten von 2,77 Prozent auf 4,92 Euro aus dem Handel. Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank muss weitere Millionen auf ihr Wertpapierportfolio abschreiben und rechnet im Gesamtjahr mit einem höheren Verlust.

Händler ereiferten sich über die Entwicklung. "Hier sollte endlich ein sauberer Schlussstrich gezogen werden, damit wieder Vertrauen zurückkommt", sagte ein Börsianer. Allerdings habe niemand ernsthaft damit rechnen können, dass die Sache bereits ausgestanden sei.

Kali und Salz: Ende der Rally?

Kali und Salz büßten 6,89 Prozent auf 177,15 Euro ein. Händler verwiesen auf besonders schwache Vorgaben für den Düngemittel- und Salzproduzenten, nachdem die Aktien der Wettbewerber in den USA wie Potash Corp. und Mosaic jeweils mehr als zehn Prozent verloren hatten. Zudem belaste ein negativer Artikel in der wöchentlichen Börsen-Zeitung "Barron's" zum Sektor der Düngemittelhersteller. Nun drohen Gewinnmitnahmen: Die Aktie von K+S hatte sich in den vergangenen Monaten mehr als verdoppelt.

Im TecDax  schafften Tele Atlas  mit plus 11,01 Prozent auf 24,41 Euro den Sprung an die Spitze. Händler verwiesen auf eine nun wieder erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme durch TomTom  doch zu Stande kommen könnte. Conergy  rutschen unterdessen ohne Neuigkeiten um 18,47 Prozent auf 12,01 Euro ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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