Märkte Dax berappelt sich

Neue US-Konjunkturdaten helfen dem Dax am Freitag im späten Geschäft auf die Beine. Bankenaktien verringern ihre Verluste. Papiere von Lufthansa und BMW sind gefragt. Aktien der Deutschen Post zählen zu den größten Verlierern.

Frankfurt am Main - Nach der Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten hat sich der deutsche Aktienmarkt erholt. Der Dax grenzte seine Verluste gut eine Stunde vor Handelsschluss auf zuletzt 0,29 Prozent bei 6343 Zähler ein. Vor Veröffentlichung der Daten hatte der deutsche Leitindex gut 1 Prozent im Minus gelegen. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia war nicht so stark wie von Experten erwartet gefallen. Leicht aufwärts ging es auch mit dem MDax , der zuletzt noch mit rund 0,80 Prozent in der Verlustzone notierte. Der TecDax  drehte mit 0,30 Prozent auf 705 Punkte in die Gewinnzone.

Zuvor hatte eher schwache US-Konjunkturdaten den Markt belastet. So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche überraschend deutlich auf 378.000 geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 360.000 Erstanträgen gerechnet.

Bankenwerte gehörten zu den Verlierern, konnten ihre Verluste aber reduzieren. So gaben Titel der Deutschen Bank  zuletzt noch 1,15 Prozent nach, wo die Verluste zeitweilig mehr als 3 Prozent betragen hatten. Händler verwiesen darauf, dass die Credit Suisse  im laufenden Quartal wegen der Finanzkrise mit einem Verlust rechnet.

Commerzbank-Papiere  reduzierten ihre Verluste auf 0,23 Prozent bei 17,22 Euro. Zuvor hatten die Titel rund 1,50 Prozent verloren. Hier verwiesen Händler zusätzlich darauf, der Staatsfonds Investment Corporation of Dubai wolle die schuldenbeladene spanische Immobiliengesellschaft Colonial nicht übernehmen, da er sich nicht mit deren Geldgebern habe einigen können. Die Commerzbank-Tochter Eurohypo  soll den Börsianern zufolge mit 1,4 Milliarden Euro bei Colonial engagiert sein.

Post nach Fedex-Zahlen unter Druck

Aktien der Deutschen Post  gerieten nach Zahlen des US-Wettbewerbers Fedex  unter Druck und verloren zuletzt noch 2,64 Prozent auf 19,18 Euro. Die Prognose des US-Logistikers für den Gewinn je Aktie im vierten Quartal liege mit 1,60 bis 1,80 Dollar je Aktie unter den Analystenprognosen von 1,95 Dollar, hieß es am Markt.

Lufthansa-Papiere  konnten dagegen ihre Zugewinne auf rund 4 Prozent bei 16 Euro ausbauen. Händler verwiesen vor allem auf den wieder etwas rückläufigen Ölpreis, der die Aktien der Fluggesellschaft etwas entlaste. Hinzu kämen charttechnische Gründe, sagte Thomas Nagel von Equinet. Das Papier stoße sich von einem langfristigen Aufwärtstrend nach oben ab.

Anteilsscheine von BMW  verteuerten sich um 2 Prozent auf 34,45 Euro. Händlern zufolge wirkte die positive Studie von Goldman Sachs  vom Vortag noch nach. Zudem seien die Aktien lange Zeit überverkauft gewesen - nun sei es Zeit für eine Erholung, fügte ein Börsianer an.

IKB zwischenzeitlich ausgesetzt

Im MDax  wurden die Aktien der IKB Deutsche Industriebank  nach neuen Hiobsbotschaften zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt und verloren zeitweilig rund 8 Prozent. Zuletzt betrug der Verlust noch 3,56 Prozent auf 4,88 Euro. Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank muss weitere Millionen auf ihr Wertpapierportfolio abschreiben und rechnet im Gesamtjahr mit einem höheren Verlust. Händler ereiferten sich über die Entwicklung. "Hier sollte endlich ein sauberer Schlussstrich gezogen werden, damit wieder Vertrauen zurückkommt", sagte ein Börsianer.

Immobilienwerte litten laut Händlern weiter unter dem negativ aufgenommenen Ausblick von IVG Immobilien . Deren Aktie verlor 8,63 Prozent auf 18,11 Euro. Im SDax ging es für Patrizia Immobilien  um 7,90 Prozent auf 3,03 Euro nach unten. Auch Colonia Real Estate  und Deutsche Wohnen mussten deutliche Kursverluste hinnehmen. Die Berichte um die spanische Colonial dürften Börsianern zufolge kaum Einfluss haben. "Das ist für die deutschen Werte etwas zu weit entfernt - auch wenn es für die Stimmung nicht gut ist", sagte ein Händler.

Bei den Technologiewerten verloren Ersol  4,87 Prozent auf 48,83 Euro. Händler verwiesen darauf, dass die Commerzbank das Papier von "Add" auf "Hold" abgestuft hatte bei einem Kursziel von 57 Euro. Die Preise für Wafer und Solarzellen dürften angesichts von Unsicherheiten über die Nachfrage in den kommenden Jahren stärker fallen als bisher angenommen, begründete Analyst Robert Schramm seine neue Einschätzung. Auch die anderen Solarwerte verzeichneten deutliche Verluste.

Dagegen gewannen Aktien des TecDax-Spitzenreiters Tele Atlas  9,14 Prozent auf 24,00 Euro. Händler verwiesen auf eine nun wieder erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme durch TomTom  doch zu Stande kommen könnte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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