Wochenausblick Börsen bleiben unter Druck

Eurokurs, Ölpreis und US-Konjunktursorgen dürften die europäischen Aktienmärkte in der kommenden Woche weiter unter Druck setzen. Hoffnungen auf eine Trendwende halten Experten für verfrüht. Für Bewegung könnten Geschäftszahlen mehrerer Unternehmen sorgen - darunter Volkswagen und Lufthansa.

Frankfurt am Main - "Schwache Konjunkturdaten und vorsichtige Unternehmensausblicke werden die Aktienmärkte in der kommenden Woche weiter belasten", schreibt etwa Andreas Hürkamp von der Commerzbank . Er verwies auf steigende Inflationserwartungen in den USA, die Etablierung des Euro über der 1,50-Dollar-Marke und den hohen US-Ölpreis. Dazu dürften ab Mitte März die Quartalsbilanzen der US-Banken milliardenschwere Abschreibungen widerspiegeln.

"In einem Umfeld wie 2002 hätte die Entwicklung der vergangenen Wochen wahrscheinlich zu einem weiteren Crash geführt", sagte der Experte weiter. Doch aktuell seien die Bewertungen niedriger und die Anleger seien bereits pessimistischer - dies gebe den Märkten etwas Halt. Hohe Dividendenrenditen und Aktienkäufe von Unternehmensvorständen sollten ebenfalls mittelfristig zu einer deutlichen Erholung beitragen.

"Die Wachstumssorgen dürften beidseitig des Atlantiks das Sentiment weiter belasten und einer schnellen Kurserholung entgegenstehen", heißt es auch bei den Experten der Landesbank Berlin (LBB). Eine Stütze sehen sie indes in den Quartalszahlen und Ausblicken der europäischen Unternehmen, die die Markterwartungen überwiegend erfüllt hätten. "Auch das Übernahmekarussell scheint wieder langsam in Tritt zu kommen", schreiben die Analysten mit Blick auf die Mehrheitsübernahme bei Scania  durch Volkswagen .

Bei Allianz Global Investors heißt es, die Aktienmärkte seien inzwischen widerstandsfähiger gegenüber schlechten Nachrichten. Hoffnungen auf eine Trendwende seien aber verfrüht.

EADS, Lanxess, Celesio und MTU mit Zahlen

Auf Unternehmensseite haben für Dienstag der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS  sowie der Chemiekonzern Lanxess  Jahreszahlen angekündigt. Lanxess hat nach Einschätzung von Experten trotz Dollar-Schwäche und hoher Rohstoffkosten im vergangenen Jahr das selbst gesteckte operative Ergebnisziel erreicht.

Tags darauf stehen der Geschäftsbericht der Münchener Rück , die Bilanzpressekonferenzen von Lufthansa , Hannover Rück  und Celesio  sowie Zahlen von SGL Carbon  auf der Agenda. Der Pharmahändler Celesio dürfte Analysten zufolge im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres Umsatz und operatives Ergebnis leicht gesteigert haben.

Bilanzkonferenz von Volkswagen steht an

Am Donnerstag sollen die Bilanzkonferenzen von Volkswagen , MTU Aero Engines  , Gea Group , Gildemeister , K+S , Solarworld , Aixtron  und BB Biotech  folgen. Dem Triebwerkhersteller MTU wird vom Markt ein deutliches Gewinnplus prognostiziert.

Bei der Konjunktur wird es zum Ende der Woche mit US-Daten für den Februar interessant. Am Donnerstag könnten laut Helaba die Einzelhandelsumsätze "Aufschluss geben, inwieweit die vielfältigen Belastungen die Konsumausgaben dämpfen". Tags darauf stehen die Verbraucherpreise im Fokus.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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