Börse Wall Street treibt Dax nach oben

Gewinne an der Wall Street lassen den Dax um mehr als 2 Prozent klettern. Anleger setzen darauf, dass sich die Situation bei den US-Anleihenversicherern entspannt. Finanzwerte legen deutlich zu.

Frankfurt am Main - Zeit zum Durchatmen an der Börse: Deutschlands wichtigste Aktienindizes haben am Mittwoch ihre Vortagesverluste fast wieder wettgemacht. Der Leitindex Dax gewann bis Handelsschluss auf Xetra 2,1 Prozent (138 Punkte) hinzu und schloss bei 6683 Punkten. Der MDax  mittelgroßer Werte stieg um 2,3 Prozent, der TecDax  schloss mit 1,6 Prozent im Plus.

Auch in New York stehen die Zeichen auf Erholung. Der Dow Jones Industrial  legte bis 17.45 Uhr um 0,7 Prozent auf 12296 Zähler zu, während der Nasdaq Composite  um 0,8 Prozent kletterte.

Eine Stärkung für die Indices waren gute US-Konjunkturdaten sowie die Hoffnung auf eine Rettungsaktion für den US-Anleiheversicherer Ambac. Die Aktie von Ambac Financial  legte in New York zeitweise um knapp 10 Prozent zu, da eine Aufspaltung des Versicherers verhindert und dem Unternehmen von verschiedenen Banken frisches Geld zugeführt werden soll. Ein Rettungsplan könnte noch heute präsentiert werden, hieß es bei CNBC.

Zu den größten Gewinnern im Dax  zählten am Mittwoch im Dax dann auch Titel wie Continental , die am Vortag besonders stark gelitten hatten. Größter Gewinner im Index war die Aktie von MAN , die von neu aufgewärmten Gerüchten über eine Übernahme durch VW profitierte. Aber auch Finanzwerte zeigten sich durchweg erholt.

Finanzwerte: Ambac lässt hoffen

Finanzwerte fest Versicherer Ambac sucht frisches Geld

Auf dem Parkett in Frankfurt zählten am Mittwoch Finanzwerte zu den stärksten Aktien. sie profitieren davon, dass der amerikanische Anleiheversicherer Ambac  offenbar einen Schritt in Richtung Sanierung machen konnte.

Ambac hat sich einem Bericht der "Financial Times" zufolge gegen eine Aufspaltung seiner Sparten entschieden. Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf das Einwerben frischen Geldes konzentrieren. Ein Rettungsplan soll in Kürze verkündet werden, hieß es.

Die Aktien der Deutschen Börse , der Commerzbank  und der Hypo Real Estate  legten jeweils zwischen 2 und 4 Prozent zu, die Titel der Deutschen Bank  um knapp 3 Prozent.

Für etwas Wirbel sorgte zudem die französische Großbank Credit Agricole . Sie gab am Morgen bekannt, im Zuge der Kreditkrise in die roten Zahlen gerutscht zu sein. Die Großbank wies im abgelaufenen Quartal wegen Abschreibungen von 3,3 Milliarden Euro einen Nettoverlust von 857 Millionen Euro aus.

Adidas: Reebook belastet

Adidas nach Zahlen schwach: Reebok belastet

Titel von Adidas  haben am Mittwoch nur kurz von der Bilanzvorlage profitieren können. Nachdem die Aktien zunächst um bis zu 3,59 Prozent auf 42,94 Euro gestiegen waren, fielen sie zeitweise sogar ans Indexende und verbuchten bis Xetra-Schluss nur ein Plus von 0,3 Prozent.

"Die Zahlen für das vierte Quartal sehen okay aus, aber der Auftragsbestand bei Reebok ist schlechter als erwartet", sagte equinet-Analyst Ingbert Faust. Dagegen sei der Auftragsbestand bei der Marke adidas sehr stark und über seinen Schätzungen ausgefallen. Insgesamt bleibe er bei seiner positiven Sicht auf das Unternehmen. Reebok sei aber weiterhin mit Blick auf die mittelfristige Entwicklung das große Fragezeichen.

Von Analyst Robert Greil von Merck Finck & Co hieß es, die Zahlen lägen sowohl unter seinen als auch unter den Markterwartungen. Der Quartalsumsatz habe seine Prognose fast erreicht. Doch operativ hinke adidas seinen Schätzungen hinterher, wofür vor allem höhere Marketing- und Integrationskosten bei Reebok verantwortlich seien. Bei den Marken habe der Umsatz bei adidas und Taylor-Made sich gut entwickelt und bei Reebok enttäuscht. Der Ausblick des Unternehmens für das laufende Jahr sei konservativ und keine große Überraschung.

Balda: Handyausrüster in Insolvenzgefahr

Balda: Handyausrüster in Insolvenzgefahr

Im SDax  brechen dagegen die Aktien von Balda  zeitweise um rund 30 Prozent ein, nachdem der Handyausrüster Zahlungsschwierigkeiten eingeräumt hat. Der Handyzulieferer schwebt in Insolvenzgefahr. Grund ist ein höher als erwarteter Verlust in der kürzlich verkauften europäischen Handyschalen-Produktion. Verhandlungen mit Banken über Kredite laufen, die Aktie schloss auf Xetra mit einem Minus von 23 Prozent und hielt sich nur noch knapp über der Marke von 4 Euro.

"Die bestehende Liquidität reicht zurzeit nicht aus, um einen fälligen Verlustausgleich in voller Höhe erbringen zu können", teilte Balda in der Nacht zum Mittwoch mit. Balda muss aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen noch für die Verluste der zum Jahresende abgestoßenen Töchter Balda Solutions Deutschland GmbH, Balda Werkzeugbau GmbH und Balda Solutions Hungaria Kft. geradestehen.

Die Balda AG hatte stets bestritten, dass bei den Ex-Töchtern ein nennenswerter Verlust aufgelaufen sei. Ein Sprecher bezifferte die Belastung nun auf unter 30 Millionen Euro.

ProSieben profitiert von RTL

MDax: ProSieben profitiert von RTL

Im MDax  kletterten die Vorzüge von ProSiebenSat1  um 7 Prozent auf 14,00 Euro. Händler verwiesen auf positive Aussagen und Zahlen des Wettbewerbers RTL-Group. Europas größter Fernsehanbieter habe sich auch optimistisch zum Werbemarkt geäußert. Das treibt einem Händler zufolge ProSieben mit nach oben, zumal das Papier nach der Vortagesschwäche Aufholpotenzial habe.

Aktien des Duft- und Aromenherstellers Symrise  stiegen dagegen nach der Bilanzvorlage für 2007 lediglich um unterdurchschnittliche 0,7 Prozent auf 16,50 Euro. Die Zahlen des Duft- und Aromenherstellers waren nach Meinung eines Händlers "alles in allem nicht überzeugend". Die Dividende sei mit 0,50 Euro allerdings etwas besser ausgefallen als erwartet, hieß es. Analysten lobten den Ausblick des Unternehmens.

Der Euro  ist am Mittwoch knapp unter die Marke von 1,52 Dollar gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Morgen 1,5195 US-Dollar, nachdem sie am Vorabend noch deutlich über 1,52 Dollar notierte. Ein Dollar war damit 0,6581 Euro wert. Erst am Montag war der Euro mit 1,5275 Dollar noch auf einen neuen historischen Rekordstand geklettert.

Opec hält still - Öl erneut auf Rekordkurs

Opec hält still - Ölpreis bleibt über 100 Dollar je Barrel

Der Ölpreis hat am Mittwoch erneut die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) überschritten. Die Opec entschied nach Angaben eines Konferenzteilnehmers bei ihrem Treffen in Wien, die Fördermengen unverändert zu lassen.

In Tokio hatte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp behauptet geschlossen. Der breiter gefasste Topix-Index sank 0,14 Prozent auf 1263,91 Stellen. Auch die Börsen in Singapur, Hongkong und Shanghai lagen im Minus, während Taiwan und Südkorea leichte Kursgewinne verzeichneten.

Verbraucherländer hatten gefordert, die Produktion zu erhöhen, um damit den Preisanstieg zu bremsen. Das Fass US-Leichtöl verteuerte sich um rund ein Prozent auf 100,44 Dollar, das Fass Nordseeöl um 0,7 Prozent auf 98,20 Dollar.

Damit notierte der Ölpreis immerhin unter dem am Montag aufgestellten Rekordstand von 103,95 Dollar je Fass US-Leichtöl.

manager-magazin-de mit Material von dpa-afx und reuters

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