Märkte Bernanke zieht den Dax ins Plus

Mit einem Endspurt im späten Handel hat der Dax am Mittwoch die Verluste des Tages wettgemacht und knapp im Plus geschlossen. Der US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Hoffnung der Anleger auf eine weitere Zinssenkung aufgefrischt.

Frankfurt am Main - Der Leitindex Dax  ging mit plus 0,17 Prozent bei 6997,85 Zählern aus dem Handel. Tagsüber hatte er überwiegend in der Verlustzone notiert. Für den MDax  mittelgroßer Werte ging es um 0,67 Prozent auf 9430,51 Zähler nach unten. Der TecDax  gab um 0,86 Prozent auf 816,69 Punkte nach. An den US-Börsen notierte der Dow Jones  zum Handelsschluss in Europa 0,3 Prozent im Plus. Der Nasdaq Composite  stieg um 0,4 Prozent.

Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank verwies angesichts der späten Kursgewinne auf positiv aufgefasste Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke und damit einhergehende positive Impulse von den US-Börsen.

"Bernankes Aussagen werden als klare Signale für eine Zinssenkung verstanden", sagte Delp. Momentan schwanke der Aktienmarkt "hin und her zwischen Rezessionsängsten und der Zinssenkungsphantasie". Der Euro  stieg nach Bernankes Äußerungen zum ersten Mal seit seiner Einführung an den Finanzmärkten über die Marke von 1,51 US-Dollar.

US-Regulierer helfen Hypothekenbanken

Größter Gewinner im Dax waren die Papiere von Hypo Real Estate . "Da wird wohl darauf spekuliert, dass sie bei der Suche nach einem soliden Investor fündig werden könnten", sagte Aktienhändler Frank Albrecht von M.M. Warburg. Die meisten Finanzwerte im Dax standen auf den Verkaufszetteln, konnten ihre Verluste aber teils wieder wettmachen. Aktien der Commerzbank  schlossen 0,3 Prozent schwächer.

Die Titel folgten den Kursgewinnen der Papiere von Banken und Versicherern an der Wall Street. Diese profitierten von der Nachricht, dass der größte US-Anbieter von Hypothekenfinanzierungen, Fannie Mae , von der Pflicht hoher Rückstellungen für mögliche Verluste befreit wird und mit dem frei werdenden Geld den angeschlagenen Eigenheimmarkt stützen könnte. Die zuständige US-Regulierungsbehörde erklärte am Mittwoch, die bisherigen Investment-Grenzen für Fannie Mae und das Schwester-Unternehmen Freddie Mac  würden zum 1. März angehoben.

BMW-Aktien leiden unter starkem Euro

BMW-Aktien leiden unter starkem Euro

Die Aktien deutscher Autobauer litten Händlern zufolge besonders unter dem hohen Eurokurs. So verloren Titel von BMW  0,88 Prozent auf 37,08 Euro. BMW gab am Mittwoch einen umfangreichen Stellenabbau bekannt, mit dem Ziel, seine Umsatzrendite zu verbessern.

Henkel-Papiere sind gefragt

Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel  zählten trotz gemischt ausgefallener Zahlen zu den drei gefragtesten Titeln im Dax. Sie verteuerten sich um 1,47 Prozent auf 31,01 Euro. Händlern und Analysten zufolge sind die Ergebnisse des Konsumgüterherstellers zwar einen "Tick schlechter" als erwartet ausgefallen. "Der große positive Aspekt ist der Verkauf der Ecolab-Beteiligung", schrieben jedoch die Analysten von Sal. Oppenheim. Damit verschwinde jegliche Befürchtung über eine Kapitalerhöhung.

Eurex will bei der Leipziger Strombörse aufstocken

Aktien der Deutschen Börse  sackten mit minus 2,60 Prozent auf 112,02 Euro ans Dax-Ende. Der Börsenbetreiber will seine Beteiligung an der Leipziger Strombörse aufstocken. Die Deutsche-Börse-Tochter Eurex will ihren Anteil an der European Energy Exchange (EEX) für gut 55 Millionen Euro um bis zu knapp 21 Prozent auf rund 44 Prozent erhöhen.

Gewinnmitnahmen bei ThyssenKrupp

Titel von ThyssenKrupp  schlossen mit plus 0,33 Prozent auf 39,34 Euro. Im Tagesverlauf waren die Aktien bis auf 38,11 Euro gesunken. Angesichts des Kursanstiegs der vergangenen Wochen hatten Händler auf Gewinnmitnahmen verwiesen. Die Aktien waren seit Ende Januar um mehr als 30 Prozent gestiegen. In den vergangenen Tagen hatten die Werte zudem von positiven Analystenkommentaren profitiert.

SAP erwartet höhere Margen

SAP erwartet höhere Margen

Papiere von SAP  stiegen um 0,31 Prozent auf 32,56 Euro. Händler verwiesen auf positive Aussagen von Firmenchef Henning Kagermann auf einer Technologiekonferenz von Goldman Sachs. "Den Aussagen zufolge rechnet der Softwarekonzern mit einem kräftigen Margenwachstum ab kommendem Jahr und hält 35 Prozent für möglich", sagte ein Börsianer. Das wäre eine kräftige Steigerung.

Stada profitiert von Rabattverbot für Krankenkassen

Im MDax stiegen die Aktien von Stada  nach einem positiven Gerichtsentscheid um 3,00 Prozent auf 47,45 Euro. Zuvor hatte das Landessozialgericht Baden-Württemberg den Allgemeinen Ortskrankenkassen verboten, weiter Rabattverträge mit Generikaherstellern zu schließen. "Das ist natürlich eine positive Nachricht für den Generikaproduzenten Stada", sagte ein Händler.

K+S-Papiere  sackten als schwächster Wert im MDax 6,49 Prozent auf 195,64 Euro. Analysten sprachen angesichts des kräftigen Kursanstiegs in den vergangenen Wochen auch hier von Gewinnmitnahmen. Außerdem belaste auch der hohe Ölpreis die Titel.

Versatel überrascht

Im TecDax stiegen die Titel von Versatel  nach Quartalszahlen um 0,55 Prozent auf 20,00 Euro. Analystin Heike Pauls von der Commerzbank  schrieb in einer aktuellen Studie, dass die Umsätze etwas besser als von ihr erwartet ausgefallen seien. Darüber hinaus hat der Telekomanbieter Interesse an einer Übernahme des Breitbandgeschäfts der Freenet AG  bekundet. Deren Aktien präsentierten sich zwischenzeitlich etwas weniger schwach als der Gesamtmarkt, gaben zuletzt 0,15 Prozent auf 13,06 Euro ab. Kurzzeitig waren sie bis auf 13,44 Euro gestiegen.

manager-magazin.de mit material von dpa-afx und reuters

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