Börsenschluss Verbraucherpreise kosten Kraft

Der Dax schließt heute mit einem kräftigen Minus. Nach einem leicht negativen Start in den Tag waren es vor allem schlechte Konjunkturdaten aus den USA, die die Kurse drückten. Der Dow Jones legte im Tagesverlauf dennoch zu.

Frankfurt/Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag unter dem unerwartet hohen Anstieg der US-Verbraucherpreise gelitten und mit Verlusten geschlossen. Der Dax  ging mit einem Minus von 1,47 Prozent auf 6899,68 Zähler aus dem Handel. Für den MDax  ging es um 0,93 Prozent auf 9103,81 Punkte nach unten. Der TecDax  verlor 1,45 Prozent auf 806,23 Zähler.

Der stärker als erwartet ausgefallene Anstieg der US-Verbraucherpreise bestätige die Inflationsgefahr, die bereits zum Anfang der Woche durch den hohen Ölpreis angedeutet worden war, sagte Postbank-Aktienhändler Ascan Iredi.

Titel von RWE  verbilligten sich um 2,88 Prozent auf 85,46 Euro. Der Versorger will zwar eigene Aktien im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Euro zurückkaufen. Negativ bewerteten die Anleger jedoch den enttäuschenden Dividendenvorschlag von 3,15 Euro, sagten Händler. Marktteilnehmer hätten mit einem Wert von 3,46 Euro gerechnet.

Fresenius Medical Care als bester Dax-Wert

Darüber hinaus standen am deutschen Aktienmarkt mehrere Unternehmen mit Zahlen im Blick: Aktien der Deutsche Börse  verloren 2,64 Prozent auf 115,15 Euro. Das am späten Dienstagabend vorgelegte Jahresergebnis des Börsenbetreibers ist nach Meinung von Experten zwar alles in allem etwas besser als erwartet ausgefallen. Händler sahen aber in der vorgeschlagenen Dividendenerhöhung auf 2,10 Euro Enttäuschungspotenzial, Analystenschätzungen hätten bei 2,25 Euro gelegen.

Das Papier von Fresenius Medical Care  (FMC) stieg hingegen als bester Dax-Wert um 2,47 Prozent auf 35,70 Euro. Die Zahlen des Dialysespezialisten fielen 2007 "besser als erwartet" aus, kommentierten Händler. Die Titel der FMC-Mutter Fresenius  lagen im MDax nach der Vorlage von Jahreszahlen mit 2,48 Prozent auf genau 55,00 Euro im Plus. Der Gesundheitskonzern habe in allen Geschäftsbereichen gute Ergebnisse erzielt, schrieb Analyst Chris Donnellan von Dresdner Kleinwort.

In der zweiten Reihe verloren die Aktien von MLP nach Zahlen 8,96 Prozent auf 10,06 Euro und übernahmen damit die rote Laterne im MDax. Marktteilnehmer zeigten sich vor allem von dem Ausblick enttäuscht.

Negative Konjunkturdaten in Übersee

Negative Konjunkturdaten in Übersee

Leoni-Papiere  gewannen an der Indexspitze 7,18 Prozent auf 28,53 Euro. Die Analysten der Deutschen Bank lobten die positiven Wachstumsaussichten des Autozulieferers.

Titel von Freenet  gewannen im TecDax 11,82 Prozent auf 12,96 Euro und waren damit der klare Favorit der Anleger. Ein Händler bewertete positiv, dass der Telekomanbieter seine Papiere für unterbewertet halte und deshalb ein Aktienrückkaufprogramm plane.

Negative Konjunkturdaten, insbesondere gestiegene Verbraucherpreise und die Ölpreisentwicklung, haben die US-Börsen am Mittwoch ins Minus gedrückt. Auf dem Finanzsektor lasteten zudem Zahlungsschwierigkeiten der Beteiligungsgesellschaft KKR. Auch der auf eine Rekordmarke von mehr als 100 Dollar gestiegene Ölpreis dämpfte die Stimmung der Anleger.

Dow Jones verliert 0,6 Prozent, Häusermarkt bremst

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im Mittagshandel um 0,6 Prozent schwächer bei 12.263 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,5 Prozent auf 1341 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  verlor 0,4 Prozent auf 2296 Punkte.

Der US-Wohnungsbau ist schwach ins neue Jahr gestartet und hat damit keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der Immobilien-Krise geweckt. Im Januar sank die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime um drei Prozent im Vergleich zum Dezember 2007, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Demnach lag die Zahl der genehmigten Anträge bei 1,05 Millionen und damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 16 Jahren. Die Zahl ist ein Barometer für den zukünftigen Häuserbau und lag im Einklang mit den Markterwartungen. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg wie erwartet um 0,8 Prozent auf 1,01 Millionen. "Der Häusermarkt dürfte die Wirtschaft weiter bremsen", sagte Stratege Kevin Flanagan von Morgan Stanley .

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.