Märkte Dow Jones rutscht ab

Neue Rezessionsängste in den USA haben den deutschen Leitindex Dax um mehr als 3 Prozent absacken lassen. Noch stärker ging es für TecDax und MDax bergab. In New York ging der Dow Jones ebenfalls auf Talfahrt. Den Ausschlag gaben enttäuschende Daten zum Dienstleistungssektor.

Frankfurt am Main - Geschockt von einer deutlich verschärften Sorge um die US-Konjunktur ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag kräftig abgerutscht. Der Leitindex Dax  brach schließlich um 3,36 Prozent auf 6765,25 Zähler ein - er verlor damit im Vergleich zum Vortagesschluss 235,24 Punkte. Zur Eröffnung war noch die 7000-Punkte-Marke gestreift worden, das Tagestief lag nach stetig bröckelnden Kursen kurz vor Schluss bei 6744 Zählern. Alle 30 Dax-Werte endeten dabei in der Verlustzone.

Der MDax  mittelgroßer Werte rutschte um 4,59 Prozent auf 8685,33 Zähler ab. Das Technologiebarometer TecDax  sackte um 4,89 Prozent auf 794,35 Punkte ab.

Der EuroStoxx 50  gab um 3,9 Prozent auf 3717 Punkte nach. Auch die US-Börsen mussten spürbare Verluste hinnehmen. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte fiel in New York um rund 2,3 Prozent auf 12.345 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  gab 2,3 Prozent auf 2328 Stellen nach.

"Der Dienstleistungssektor in den USA ist mit einem ISM-Index deutlich unter 50 ganz überraschend auf Rezessionsniveau geknallt. Das hat den weiter unsicheren Aktienmarkt geschockt und unter Druck gebracht", sagte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Der Markt müsse erst durch das Tal der Tränen, bis die entschiedenen Zinssenkungen der US-Notenbank frühestens zur zweiten Jahreshälfte wirken. Langfristig stimme die Entschlossenheit der Fed, die eine "Operation der US-Konjunktur am offenen Herzen" durchgeführt habe, positiv. Der Zinssenkungstrend bleibe intakt - dem werde sich auch die Europäische Zentralbank langfristig nicht entziehen können.

Besonders starke Kursverluste mussten einige Berichtsunternehmen hinnehmen: MAN-Aktien  rutschten nach der Bilanz des Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzerns als zweitschlechtester Dax-Wert um 8,17 Prozent auf 81,40 Euro ab. Zunächst waren die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für 2007 noch mit Kursgewinnen belohnt worden. Dann belasteten laut Händlern Aussagen zur möglichen Scania-Allianz, nachdem MAN hier keinen Zeitdruck verspürt. Ein Börsianer kommentierte: "Das ist genau das Signal, das der Markt nicht haben wollte. Viele haben nach den jüngsten Spekulationen um personelle Veränderungen bei Scania  auf eine schnelle Lösung oder wenigstens neue Andeutungen gehofft."

Heidelberger Druck brechen ein

Aktien von Heidelberger Druck brechen ein

Im MDax brachen die Papiere von Heidelberger Druck  nach einer enttäuschenden Zwischenbilanz am Indexende um 16,34 Prozent auf 16,43 Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), der Überschuss und der Umsatz fielen schlechter aus, als von Experten erwartet. "Teilweise ist das auf einen Steuergewinn im Vorjahr zurückzuführen, der die Vergleichszahlen nach oben getrieben hatte. Dennoch klingt auch der Umsatzausblick nicht gut", sagte ein Analyst. Sal. Oppenheim stufte das Papier von "Buy" auf "Neutral" ab.

Anteile an der Hannover Rückversicherung  reagierten ebenfalls nur kurzzeitig positiv auf Zahlen und schlossen mit minus 3,19 Prozent bei 29,48 Euro nahe dem Tagestief. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hatte im abgelaufenen Jahr mehr verdient als angekündigt und will die Aktionäre an dem Zuwachs beteiligen. Das erwartete Konzernergebnis von 700 Millionen Euro und die Eigenkapitalrendite von mindestens 20 Prozent würden übertroffen, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller. In der Erneuerungsrunde im Schaden-Rückversicherungsgeschäft zum Jahreswechsel hat Hannover Rück aber einen Preisrückgang von rund 3 Prozent verzeichnet.

Auch im TecDax schlossen alle 30 Werte im Minus. Ersol  hielten sich nach zunächst deutlichen Kursgewinnen mit einem Minus von 3,76 Prozent auf 53,81 Euro noch im oberen Indexviertel. Die Commerzbank hatte die Titel von "Hold" auf "Buy" gehoben und das Ziel 72 Euro bestätigt.

Versatel  brachen am Indexende um 12,72 Prozent auf 19,76 Euro ein. Händler konnten keine neuen Nachrichten für den Kursrutsch verantwortlich machen. "Das Papier zählte zuletzt ohne Nachrichten zu den Favoriten in dem Index - nun werden die Gewinne wieder abgegeben", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Mehr lesen über